Bild Information: Old Course

Open in St. Andrews - eine besondere Kombi

Open Championship
 

Nach fünf Jahren kehrt die Open Championship wieder auf den Old Course in St. Andrews zurück. Beim ältesten Major steht vor allem Jordan Spieth im Rampenlicht, dem Historisches gelingen könnte. Die Vorschau auf ein ganz spezielles Turnier.

St. Andrews, Schottland - Es ist also wieder so weit. Die Open Championship steht an. Die Mutter aller Golfturniere. Bei der 144. Austragung kehrt das Major in dieser Woche auf den Old Course in St. Andrews zurück. Das Home Golf wird für eine Woche das Nonplusultra der Golfwelt und tausende enthusiastische Zuschauer bei der ältesten Meisterschaft der Welt beheimaten.

Das älteste der vier Majors ist immer etwas Besonderes. Zwar sind auch die Austragungen in Hoylake, Royal Birkdale oder Muirfield einzigartige Veranstaltungen, die einzig wahre Open ist jedoch nach wie vor jene, die alle fünf Jahre in St. Andrews zelebriert wird. Dort verbinden sich die Anfänge des Golfsports, als die Schafe im Vergleich zu den Spielern deutlich in der Überzahl waren, mit denen, die ihn heute verkörpern - den Begeisterten auf und neben dem Platz.

Die Nummer eins fehlt

Einer eben jener Begeisterten wird fehlen. Rory McIlroy, der seit nunmehr zwei Jahren das Geschehen mit dominiert, der Titelverteidiger, muss aussetzen. Beim freizeitlichen Fußballspiel riss sich der Spieler alle Bänder im Sprunggelenk und musste so die schmerzhafte Wahrheit verkünden, dass er am dritten Major der Saison nicht teilnehmen könne. Damit hat der laut Weltrangliste beste Golfer den Ball gezwungenermaßen in der Spielhälfte seines ärgsten Verfolgers gelassen. Jordan Spieth macht dem Nordiren die Position als Branchenprimus schon seit Anfang des Jahres streitig, nun könnte der US-Amerikaner mit einer Platzierung besser als Rang acht den Thron der Weltrangliste erklimmen.

Unwahrscheinlich ist das nicht. Denn dieser 21-Jährige aus Texas kommt mit dem denkbar größtem Selbstbewusstsein nach Schottland, das man als Sportler haben kann. Spieth reist mit zwei Siegen in Folge im Gepäck zur Open, einer davon der nervenstarke Triumph in Chambers Bay. Der Amerikaner ist nicht nur der Spieler, der die in der laufenden Saison beiden bisher ausgetragenen Majors gewonnen hat, er ist auch der formstärkste. Bereits vier Mal triumphierte Spieth in dieser Saison, nur Tiger Woods gelangen 2013 vier Siege, bevor die Open auf dem Programm stand. Nur noch einer fehlt Spieth, um die magische Marke an Erfolgen zu knacken, die Woods einst aufstellte, bevor er 22 wurde.

"Will man ein Spieler werden, an den sich die Leute erinnern, muss man die Open in St. Andrews gewinnen." 

Die Worte von Jack Nicklaus, der seinerseits zwei seiner insgesamt drei Claret Jugs auf dem Old Course in die Höhe recken durfte, klingen staatsragend und dramatisch, doch der Stellenwert eben jener Kombination - Open Championship und Old Course - darf nicht unterschätzt werden. Sollte Spieth am Ende dieser Woche die Claret Jug in die Höhe recken, käme er aber auch einem anderen Ziel näher, nach dessen Erreichen man sich als Spieler sicher sein kann, dass sich die Leute an einen erinnern werden: der Grand Slam. Keinem Spieler gelang es bisher, alle vier aktuellen großen Turniere in Folge zu gewinnen. Der Youngster mit der Erfahrung eines 40-Jährigen könnte diesem historischen und fast unwirklichen Ziel mit seinem dritten Major-Titel in Folge deutlich näher kommen.

Als die Weltspitze vor fünf Jahren in St. Andrews unterwegs war, dominierte Louis Oosthuizen das Feld . Erfolgsfaktor war das starke Putting des Südafrikaners. Doch nicht nur auf den großflächigen Grüns des Old Course muss man sein Können beweisen, auch aus dem hohen Rough. Man denke nur an die legendären Momente des Severiano Ballesteros, von dem man sagte, er habe einen anderen Platz gespielt, so oft und so weit bewegte er sich abseits der Fairways.

Das deutsche Trio

Auch drei Deutsche finden sich im Feld. Neben Martin Kaymer sind auch Marcel Siem und Bernhard Langer qualifiziert. Der deutsche Routinier und zweifache Masters-Champion verdiente sich seine Startberechtigung mit seinem Triumph bei der Senior Open Championship, als er die Konkurrenz in Grund und Boden spielte und mit 13 Schlägen Abstand das fünfte Major der Senioren für sich entschied. Siem darf als amtierender BMW Masters Champion mitwirken, Kaymer ist ohnehin Stammgast bei den Majors.

Wie die Chancen des Trios stehen, lässt sich schwer beurteilen. Kaymer hatte in der jüngeren Vergangenheit bereits ein glückliches Händchen auf Linkkursen oder zumindest linksähnlichen Plätzen, dem Longhitter Siem fehlt es meist an Konstanz. Bei Langer spielt mittlerweile auch das Alter eine Rolle, doch Kollegen Tom Watson stellte 2009 eindrucksvoll unter Beweis, dass Erfahrung und Taktik ebenfalls Trumpf sein können.

Einer für die Massen

Die Abwesenheit McIlroys wiegt schwer, wird aber von der Heimkehr des Siegers der Austragungen in St. Andrews in den Jahren 2000 und 2005 kompensiert. Tiger Woods geht auch beim dritten Major des Jahres an den Start. Anhänger und Beobachter atmeten auf, als die ehemalige Nummer eins der Welt bei der Greenbrier Classic über vier Runden solides Golf abspulte und eine Mittelfeldplatzierung erreichte. Nach langer Zeit mal wieder.

Nach seinem Verletzungs-Comeback wurde viel erwartet von Woods, jedoch konnte er den Erwartungen nur beim Masters annähernd gerecht werden. Sollte die Formkurve beim 14-fachen Major-Champion weiter nach oben zeigen, wäre der Superstar ein Geheimtipp fürs Wochenende. Einer, der die Massen elektrisieren kann.

Spieth, Woods, oder einer der vielen Anderen, gleich wer am Sonntag auf dem 18. Grün des Old Course die Claret Jug in die Höhe recken wird, er ist ein kompletter Spieler. Und einer, an den sich die Menschen erinnern werden. Denn es ist Zeit für die Open Championship. In St. Andrews.

Verletzung: McIlroy verpasst Open Championship Der Old Course aus der Vogelperspektive

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