Bild Information: Bernhard Langer puttet ohne Anchoring (Photo by David Cannon/Getty Images)

Langers Putt-Stil über alle Zweifel erhaben

Champions Tour
 

Für seinen Putt-Stil muss sich Bernhard Langer - speziell seit Anfang 2016 - immer wieder Kritik anhören. Doch als absoluter Ehrenmann ist der Deutsche über alle Zweifel erhaben.

Aufgeben existiert im Wortschatz von Bernhard Langer nicht. Allein die Probleme mit den Yips beim Putten gegen Ende der 90er Jahre belegen seine Hartnäckigkeit. Im Herbst 1996 hatte er mit dem Broomstick-Putter, den er an der Brust fixiert, eine Lösung gegen die ungewollten Zuckungen bei den Putts gefunden. Acht Jahre hatte er alle möglichen Modelle und Techniken ausprobiert. Gerüchte über das Ende seiner Karriere ließ er gelassen über sich ergehen.

Knapp 19 Jahre später stand Langer - damals bereits mit 25 Titeln auf der Champions Tour, drei Gesamtsiegen im Charles Schwab Cup und der Aufnahme in die World Golf Hall of Fame - erneut vor einem Wendepunkt in seiner Karriere. USGA und R&A hatten zu Beginn des Jahres 2016 das Verankern des Putters am Körper ("Anchoring") verboten und Langer zurück in alte Zeiten versetzt. "Ich habe sehr viel mit unterschiedlichen Griffen, Stilen und Modellen herumexperimentiert", sagte Langer bei seinem ersten Start auf der Champions Tour 2016. "Das hat richtig viel Zeit gekostet." Es sei schließlich nicht so gewesen, dass er 600 Putter in der Garagen stehen gehabt hat. "Ich habe bestimmt seit 15 Jahren keinen anderen Putter mehr ausprobiert", gestand der Deutsche. So lange spielt er schon mit seinem Odyssey Two-Ball in Überlänge.

15 Modelle, vier Stile, eine Lösung

Darum hatte Langer in der Winterpause vor der Saison 2016 jede Menge Zeit auf dem Übungsgrün verbracht. Insgesamt soll er mit 15 unterschiedlichen Putter-Modellen herumexperimentiert und vier unterschiedliche Stile ausprobiert haben. Schnell schieden der Standardgriff sowie die Klaue aus dem Rennen.

Am Ende blieben zwei Modelle mit jeweils einer Technik als mögliche Lösung. Ein mittellanger Putter, der ähnlich zum Stil von Matt Kuchar am Unterarm fixiert wird - "So habe ich in den 90ern sieben Jahre lang geputtet." - und der lange Putter, der nicht an der Brust fixiert wird und damit regelkonform ist.

Während der ersten drei Turniere konnte sich Langer nicht entscheiden und probierte auf dem Übungsgrün morgens und abends stets mit beiden Puttern - dem nicht fixierten Broomstick sowie dem Kuchar-Style-Putter. Nach der Chubb Classic, dem dritten Turnier der Champions Tour 2016, war die Entscheidung dann gefallen. "Mein Putten [mit dem Broomstick] hat sich wirklich gut angefühlt. Vielleicht muss ich jetzt nicht mehr so viel Zeit mit dem kürzeren Putter trainieren. Vielleicht konzentriere ich mich jetzt darauf, die Technik zu perfektionieren, mit der ich offensichtlich gut zurecht komme."

Langer über alle Zweifel erhaben

Für seine Entscheidung, weiterhin mit dem langen Putter zu agieren, hagelte es in den amerikanischen Medien einige Kritik ob der Legalität der neuen Technik. Zwar ist man sich beim Golf Channel sicher, dass Langer nicht betrügt, als Vorbild sei es aber ein "Ritt auf der Rasierklinge". Der Nachweis der korrekten Ausführung seines Stils ist sehr schwierig, da der linke Unterarm nur wenige Zentimeter von der Brust entfernt ist.

Auf den internationalen Profitouren mit High-Definition-Kameras und Super-Slow-Motion ist das allerdings kein Problem. Das Ergebnis ist eindeutig: Zwar entfernt Langer vor der eigentlichen Puttbewegung die Hand nur wenige Zentimeter von der Brust, erfüllt damit aber alle Vorschriften von R&A und USGA, um nicht als geankered zu gelten.

Aber was ist mit großen Amateurturnieren? Hier stehen die Türen für Betrüger weit offen. Denn wie ein Offizieller der PGA Tour bestätige, sei die Regel nur dann gebrochen, wenn der Spieler nachweislich und absichtlich den Putter fixiere.

Der Deutsche genießt in seiner Wahlheimat höchste Anerkennung und wird als absoluter Ehrenmann keinerlei Vorwürfe ob der korrekten Ausführung über sich ergehen lassen müssen. Zumindest nicht von den Offiziellen und Entscheidern, auf Social Media und in Foren wird er für sein augenscheinliches Ankern immer wieder angegriffen. Doch Bernhard Langer ist über all diese Zweifel erhaben. Schließlich weiß er selbst am besten, ob seine Hand beim Putten die Brust berührt oder nicht.

Mit seinem Putt-Stil gewann er seitdem weitere Titel auf der Champions Tour (insgesamt 32) und ist seit der KitchenAid Senior PGA Championship mit neun Major-Titeln bei den Senioren sogar an Jack Nicklaus vorbezigezogen und erfolgreichster Golfer der Über-50-Jährigen.

Eine beindruckende Karriere: Die wichtigste Stationen von Bernhard Langer

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