Bild Information: Martin Kaymer (Photo by Ezra Shaw/Getty Images)

Kaymer mit viel Licht

Tour-Rückblick
 

Martin Kaymer feiert das beste Major-Ergebnis seit langem und Phil Mickelson wartet weiter. Der Rückblick aufs Wochenende.

Ein solch hochkarätig gespicktes Leaderboard an einem Finaltag einer US Open gab es lange nicht mehr. Von allen Topstars zeigte am Ende Jon Rahm die größte Nervenstärke und trug sich endlich die Liste der Major-Sieger ein. Dort ist er in guter Gesellschaft, unter anderem mit Martin Kaymer, der nach langer Zeit mal wieder eine über weite Strecken positive Major-Woche erlebte. Etwas unglücklicher verliefen die Tage in Torrey Pines für Phil Mickelson und Viktor Hovland. Zudem blicken wir noch kurz auf die Challenge Tour. Der Rückblick:

US Open

Nach zwei starken Runden am Freitag und am Samstag hatten nicht nur deutsche Golffans, sondern mit Sicherheit auch Martin Kaymer die Hoffnung, dass es endlich mal wieder klappen könnte mit einem absoluten Top-Ergebnis bei einem Major. Der US-Open-Sieger von 2014 wartet seit der PGA Championship 2016 auf ein Top-Ten-Resultat bei einem der vier großen Turniere im Jahr. Vor der Finalrunde der US Open in Torrey Pines lag Kaymer in einem dicht gedrängten Leaderboard auf dem geteilten 21. Rang. Den Fehlstart am Donnerstag (77, +6) hatte der 36-Jährige gekonnt abgeschüttelt und sich mit Runden von 68 (-3) und 69 (-2) Schlägen stetig nach oben geschoben.

Auch der Finaltag begann vielversprechend. Kaymer erspielte sich auf den ersten drei Löchern Birdie-Chancen und wer weiß, was noch möglich gewesen wäre, wären doch nur zwei von den Putts gefallen. Stattdessen ging es ab der vierten Bahn in die komplett falsche Richtung. Kaymer kassierte vier Bogeys in Folge und war plötzlich wieder auf fünf über Par für das Turnier abgerutscht. Das erste Birdie des Tages wanderte auf der Neun, dem ersten Par 5 des Platzes, auf die Karte. Von dort an stabilisierte sich Kaymers Spiel und so konnte der zweifache Major-Sieger sogar noch zwei weitere Schlaggewinne auf den Back Nine verzeichnen - bei einem Bogey auf der 15. Der Sonntag stand also weitestgehend unter dem Motto "Schadensbegrenzung" und dies gelang Kaymer mit einer 73 (+2) dann auch ganz gut.

Nächster Halt: München

Immerhin erspielte er sich an den beiden Vortagen eine solch vielversprechende Ausgangsposition. Für ganz vorne reichte es nach der Bogey-Serie zwar nicht mehr, jedoch sprang am Ende ein geteilter 26. Rang bei insgesamt drei über Par heraus. So gut präsentierte sich Kaymer bei einem Major zuletzt beim Masters 2017. Die Vorstellung in Torrey Pines war mal wieder ein Mutmacher für den sich zuletzt in einer Formkrise befindenden Deutschen. Bis zu seinem großen Ziel "Ryder Cup" ist es aber noch ein langer Weg. Die nächste Chance sich zu beweisen bietet sich Kaymer in dieser Woche in München, wo die BMW International Open auf dem Programm steht. Es ist ihm und den deutschen Golffans zu wünschen, dass er auch hier eine Woche mit mehr Licht als Schatten erlebt.

Neben Kaymer waren mit Matthias Schmid und Bernd Wiesberger zwei weitere deutschsprachige Spieler bei der US Open am Start. Jedoch scheiterten beide am Cut nach zwei Runden.

Mickelson begeistert vom Setup

Es war ein enttäuschendes Wochenende für den amtierenden PGA-Champion und doch war Phil Mickelson voll des Lobes für den Austragungsort der 121. US Open. "Ich bin sehr überrascht, dass in den 30 Jahren, die ich die US Open gespielt habe, dies das beste war, was ich jemals gesehen habe", so der 51-Jährige, der erst am Mittwoch seinen Geburtstag feierte. Als gebürtiger Kalifornier aus San Diego pflegt Mickelson ein besonderes Verhältnis zu Torrey Pines. Auf den lang ersehnten Sieg bei der US Open muss der Senior aber weiter warten. "Ich bin natürlich enttäuscht, nicht besser gespielt zu haben", sagte Mickelson nach einer 75 (+4) am Sonntag.

Nach einer 69 (-2) am Freitag traute noch so manch einer dem ältesten Major-Sieger aller Zeiten den nächsten Coup zu. Am Ende landete Mickelson jedoch auf dem geteiltn 62. Platz bei +11. Was ihm am Platz an der Pazifikküste besonders gefiel, war, wie die Verantwortlichen die schwierigen Löcher (beispielsweise 11 und 12) besonders hart und die leichteren Löcher (2) entsprechend einfacher gestalteten. "Dieses Setup erlaubt es den Spielern, die gut spielen, Boden gutzumachen und sich vom Feld zu lösen", erklärte ein beeindruckter Mickelson am Mikrofon. Worte, die der scheidende USGA-Chef Mike Davis bei seinem Abschiedsturnier sehr gerne vernommen haben wird. Mickelson muss derweil weiter auf seinen lang ersehnten Karriere-Grand-Slam warten.

Nach zwei Top-15-Ergebnissen bei der US Open in Folge hatte man Viktor Hovland natürlich auch in der vergangenen Woche auf dem Zettel. Eine 74 (+3) zum Auftakt war nicht der erhoffte Start des Norwegers, eine wirklich bittere Wendung nahm der Major-Auftritt jedoch am zweiten Tag, als die Nummer fünf des FedExCup verletzt aufgeben musste. Der Grund für das frühe Ausscheiden des 23-Jährigen war kurios - und etwas tragisch zugleich. Denn Hovland bekam beim Aufwärmen auf der Range Sand ins Auge, das ihm so sehr zu schaffen machte, sodass er bereits am zweiten Loch seiner zweiten Runde eine ärztliche Behandlung in Anspruch nehmen musste.

Die Schmerzen ließen jedoch nicht nach und so musste Hovland nach zehn gespielten Löchern und einem Tagesergebnis von sechs über Par aufgeben. Immerhin nahm es der norwegische Youngster mit einer Portion Humor und beschrieb den Vorfall wenig später in einem relativ langen Post auf Instagram - mit einer Augenklappe sowie einem Lächeln im Gesicht.

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Challenge Tour

Diese beiden Wochen in Cadiz haben sich mehr als ausgezahlt für Hurly Long. Beim zweiten aufeinanderfolgenden Event im Iberostar Real Club de Golf Novo Sancti Petri landete der 26-Jährige sein zweites Top-Ergebnis hintereinander. Bei der Challenge de Espana wurde Long geteilter Neunter, nachdem er in der Vorwoche einen zweiten Rang feierte. Damit erreichte der Mann vom GC Mannheim-Viernheim bereits zum dritten Mal in dieser Saison die Top Ten. Im Jahresranking verteidigte Long seinen siebten Rang und liegt damit nach acht gespielten Turnieren in einer aussichtsreichen Position, sich für die nächste Saison die European-Tour-Karte zu sichern.

Auch Alexander Knappe schien mit den spanischen Bedingungen sehr gut klarzukommen. Einem geteilten sechsten Rang bei der Challenge de Cadiz ließ er einen geteilten 15. Platz folgen. Das von Dienstag bis Freitag stattfindende Event fand in Santiago Tarrio einen glücklichen Heimsieger, der mit einem Gesamtergebnis von 20 unter Par seinen zweiten Saisonerfolg feierte, nachdem er erst Anfang des Monats in Tschechien jubeln durfte. Tarrios letzten drei Ergebnisse lauten nun: Erster, Dritter, Erster.

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Die Ergebnisse der Deutschen:

  • Korn Ferry Tour, Wichita Open: Max Rottluff T41
  • LPGA Tour, Meijer LPGA Classic: Sophia Popov T45, Esther Henseleit T57 und Caroline Masson T61
  • Challenge Tour, Challenge de Espana: Hurly Long T9, Alexander Knappe T15, Moritz Lampert T27, Philipp Mejow T51, Hinrich Arkenau 54. und Marcel Siem, Dominic Foos, Thomas Rosenmüller, Allen John Jonas Kölbing CUT
  • US Open: Martin Kaymer T26 und Matthias Schmid CUT


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