Bild Information: Hurly Long und Garrick Higgo (Photos by Getty Images)

Starker Long und südafrikanischer Überflieger

Tour-Rückblick
 

Hurly Long peilt das zweite Jahr in Folge den Aufstieg an und auf der PGA Tour gewinnt die neue südafrikanische Golfhoffnung seinen ersten Titel. Der Rückblick aufs Wochenende.

Sowohl auf der Challenge Tour als auch bei der Premiere eines neuen Mixed-Events in Schweden überzeugten Deutsche mit Top-Ergebnissen. Zudem durfte Gary Player einem jungen Landsmann gratulieren, der soeben seinen Durchbruch auf der PGA Tour feierte. Der Rückblick aufs Wochenende:

Challenge Tour

Schon in seiner Rookie-Saison machte Hurly Long auf sich aufmerksam und gewann die Italian Challenge Open 2020. Am Ende reichte es als Achter der Gesamtwertung knapp nicht zum Aufstieg in Liga eins, jedoch scheint der 26-Jährige sein großes Ziel, bald auf der European Tour zu spielen, auch in diesem Jahr nicht aus den Augen zu verlieren. Long spielte mit der Challenge de Cadiz sein siebtes Turnier der Saison und viel fehlte nicht zu seinem zweiten Challenge-Tour-Titel nach seinem Durchbruch in Italien im vergangenen Jahr.

Dank einer äußerst konstanten Leistung im Iberostar Real Club de Golf Novo Sancti Petri und vier Runden unter den Platzstandard sicherte sich Long den zweiten Rang bei insgesamt 14 unter Par. Das zweitbeste Resultat seiner Profilaufbahn war gleichbedeutend mit dem zweitgrößten Preisscheck der Karriere. Der Mann vom GC Mannheim-Viernheim erhielt für seine zweite Top-5-Platzierung der Saison 22.000 Euro. Nach dieser starken Woche kletterte Long auf den siebten Rang des Challenge Tour Rankings (Road to Mallorca). Im Gegensatz zum vergangenen Jahr, als wegen der Corona-Pause nur fünf Tourkarten vergeben wurden, schaffen in dieser Saison wieder die Top 20 den Aufstieg in Liga eins.

Mit Alexander Knappe erreichte ein weiterer Deutscher die Top Ten in Cadiz. Der zweifache Challenge-Tour-Sieger wurde geteilter Sechster und feierte damit seine bislang beste Saisonleistung. Knappe belegt nach dieser Woche den 32. Rang im Road to Mallorca.

Einen wahren Überraschungserfolg landete der Belgier Kristopf Ulenaers, der bei seinem ersten Turnier auf der Challenge Tour gleich mit einem souveränen Start-Ziel-Sieg zum Titel stürmte. Der 22-Jährige gab sein Profidebüt, ließ sich aber kaum Nervosität anmerken und gewann letztlich mit fünf Schlägen Vorsprung.

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PGA Tour

Dieser Mann ist derzeit nicht aufzuhalten. Nachdem Garrick Higgo kürzlich zwei European-Tour-Events innerhalb drei Wochen gewinnen konnte, machte sich der neue Shootingstar aus Südafrika nun auch Übersee einen Namen. Bei seinem erst zweiten Start auf der PGA Tour sicherte sich Higgo den Titel bei der Palmetto Championship in South Carolina. Der 22-jährige Linkshänder rettete einen knappen Vorsprung über die Ziellinie und setzte sich mit einem Schlag vor gleich sechs geteilten Zweiten durch. "Ich bin einfach stolz auf die Art und Weise, wie ich drangeblieben bin", so Higgo, der im Alter von neun Jahren seinen Vater bei einem Autounfall verlor. Papa Guillermo war derjenige, der seinen damals zweijährigen Sohn zum Golfspielen brachte.

"Meine frühsten Erinnerungen an ihn sind, als ich noch ganz, ganz klein war und einfach mit ihm mitgegangen bin", erinnert sich Higgo. "Ich habe Golf einfach geliebt. Ich habe es geliebt mit ihm golfen zu gehen. Das war einfach unser Ding." 13 Jahre nach dem tödlichen Unfall darf sich Higgo nun also PGA-Tour-Sieger nennen. Die Tourkarte hat der Mann aus Johannesburg bis 2023 sicher und in der kommenden Woche spielt er die US Open, sein zweites Major, nachdem er bei der PGA Championship auf Kiawah sein PGA-Tour-Debüt gab.

Higgos Mutter Susan war bei dem bislang größten Erfolg ihres Sohnes live vor Ort. Südafrikas Golflegende Gary Player verfolgte das Turnier vor dem Fernseher und griff kurz nach der Pressekonferenz zum Hörer, um seinem Landsmann zu gratulieren. Higgo ist angekommen im großen Golfzirkus. Und Papa Guillermo wäre mehr als stolz auf seinen Sohn.

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Scandinavian Mixed

78 Damen sowie 78 Herren kämpften in der vergangenen Woche erstmals auf demselben Kurs um dieselbe Trophäe. Das Scandinavian Mixed war eins von der Ladies European Tour und der European Tour co-sanktioniertes Event, das am Ende mehr als nur einen Turniersieger hervorbrachte. Denn die Woche in Göteborg war der Beweis, dass geschlechterübergreifende Profiturniere durchführbar und wettkampftauglich sind. "Es war eine unbeschreibliche Woche", so Jonathan Caldwell, der sich dank eines Birdies auf der 18 seinen ersten Titel auf der European Tour sicherte. "Ich denke, was in dieser Woche getan wurde, ist fantastisch und ich hoffe, dass wir mehr dieser Wochen haben werden. Dieser Golfplatz ist fantastisch und ich habe mit ein paar großartigen Mädels gespielt."

Die beste weibliche Teilnehmerin war Alice Hewson, die als Dritte nur zwei Schläge mehr als der Gewinner Caldwell benötigte. Die Engländerin war zudem die einzige, die alle vier Runden in den Sechzigern spielte. Als zweitbeste Dame im Feld teilte sich Olivia Cowan den zehnten Rang. Die gebürtige Homburgerin blieb lediglich am Samstag über dem Platzstandard des Vallda G&CC und verdiente mit mehr als 16.000 Euro den größten Preisscheck der Saison. Zudem verbesserte sich Cowan auf den zweiten Rang im Race to Costa del Sol, der Saisonwertung auf der LET. "Ich hatte eine großartige Woche, mit und gegen die Männer zu spielen", schrieb die 25-Jährige auf Twitter. "Ich drücke die Daumen, dass es nächstes Jahr wieder stattfindet." Dass das Scandinavian Mixed keine Ausnahme bleibt, daran werden auch die beiden Gastgeber des Schweden-Events, Annika Sörenstam und Henrik Stenson, alles setzen.

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LPGA Tour

Bei der LPGA Mediheal Championship wurde finnische Golfgeschichte geschrieben. Denn mit Matilda Castren gewann erstmals eine Spielerin aus Finnland ein Turnier der LPGA Tour. "Es ist eine große Ehre, nicht nur als Rookie, sondern insbesondere als erste Finnin zu gewinnen", sagte die 26-Jährige, die erst ihr 15. LPGA-Event spielte. Castren glänzte insbesondere am Finaltag, an dem sie ihre ersten neun Löcher in sechs unter Par beendete. Ein weiteres Birdie auf der 18 besiegelte den Erfolg, zwei Schläge vor Min Lee, die erst kürzlich ein Turnier der Symetra Tour für sich entschied. Castren erhielt für den Sieg 225.000 US-Dollar und wird nun als 25. der Gesamtwertung geführt.

Eine starke Finalrunde spielte auch Esther Henseleit, die als einzige Deutsche in Daly City, Kalifornien, antrat. Die 22-Jährige war am Sonntag eine der besten Spielerinnen im Feld und benötigte nur 66 Schläge im Lake Merced Golf Club. Mit einem Gesamtergebnis von drei unter Par beendete Henseleit die Woche auf einem geteilten 26. Rang.

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Die Ergebnisse der Deutschen:

  • Scandinavian Mixed: Olivia Cowan T10, Karolin Lampert T33, Leonie Harm T42, Sarina Schmidt T57 und Laura Fünfstück T61
  • Korn Ferry Tour, BMW Charity Pro-Am: Stephan Jäger T38 und Max Rottluff CUT
  • LPGA Tour, LPGA Mediheal Championship: Esther Henseleit T26
  • Challenge Tour, Challenge de Cadiz: Hurly Long 2., Alexander Knappe T6, Dominic Foos T18, Yannik Paul T23, Marcel Siem T66 und Hinrich Arkenau, Moritz Lampert, Thomas Rosenmüller, Allen John, Philipp Mejow, Jonas Kölbing & Jeremy Paul CUT
  • Ladies Access Series, Montauban Italian Open: Patricia Isabel Schmidt & Anastasia Mickan T21, Verena Gimmy T44, Luisa Dittrich T61 und Katharina Keilich CUT
  • PGA Tour Champions, American Family Insurance Championship: Bernhard Langer T28 und Alex Cejka T55
  • Symetra Tour, Island Resort Championship: Isi Gabsa T62 und Sophie Hausmann CUT


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