Bild Information: Alex Cejka (Photo by Wesley Hitt/Getty Images)

Cejka ist Major-Champion

PGA Tour Champions
 

Dank eines Birdies auf dem ersten Extraloch gewinnt Alex Cejka die Regions Tradition.

Im Alter von neun Jahren wurde er von seinem Vater an die Hand genommen und gemeinsam flohen die Cejkas aus der Tschechoslowakei. Alex sollte von nun an in Deutschland aufwachsen, fernab vom kommunistischen Regime in seinem Geburtsland. Seit 1989 spielt "Chubby", wie er auf der Tour genannt wird, unter der deutschen Flagge und feierte bereits jede Menge Erfolge als Profi. Auf der PGA Tour gewann er einmal (Puerto Rico Open 2015), auf der European Tour sogar vier Mal (zuletzt 2002). Bei den großen Major-Turnieren erreichte Cejka zwei Mal die Top Ten und 2016 nahm er an den Olympischen Sommerspielen teil. Zu mehr Ruhm sollte es jedoch nie reichen.

Cejka, der seit jeher unter einer Grasallergie leidet, musste stets um seine Tourkarten kämpfen. Geschenkt bekam er nie etwas in seinem Leben. Seit Dezember vergangenen Jahres ist Chubby für die PGA Tour Champions spielberechtigt. Zumindest was das Alter angeht. Denn, obwohl er inzwischen das 50. Lebensjahr erreicht hat, eine Tourkarte für die beste Seniorentour der Welt lag nicht in Cejkas Geburtstagskorb. Auch hierfür musste er sich bislang über die Montagsturniere qualifizieren. Zwei Mal gelang ihm dies bereits. Bei der Chubb Classic wurde er anschließend Zweiter und rückte damit in der Ersatzliste für das erste Major des Jahres nach oben. Nach der Absage von Jay Haas für die Regions Tradition stand fest: Cejka wird das erste Senioren-Major seiner Karriere spielen.

Namhafte Konkurrenz

Der Deutsche erkämpfte sich also erneut mühevoll seinen Platz in einem elitären Feld und machte gleich zu Beginn der Turnierwoche dort weiter, wo er bei seinem letzten Auftritt auf der PGA Tour Champions aufhörte. Nach Runden von 68 und 69 Schlägen ging Cejka, der in den vergangenen Monaten immer wieder auf der zweitklassigen Korn Ferry Tour Wettkampfpraxis sammelte, in geteilter Führung ins Wochenende der mit 2,5 Millionen US-Dollar dotierten Regions Tradition. Die direkten Konkurrenten waren namhaft. Steve Stricker, Ernie Els oder auch Altmeister Bernhard Langer spielten ebenfalls um den ersten Major-Titel des Jahres. Bei diesen Namen wurden dem Rookie Cejka maximal Außenseiterchancen eingeräumt.

Doch Cejka tat das, was er am besten kann. Er kämpfte. Als Zweitplatzierter mit einem Schlag Rückstand auf Stricker ging Cejka in den Finaltag. Stricker wusste bereits, wie man im eine Führung Greystone G&CC über die Ziellinie bringt. 2019 feierte er hier den ersten Major-Sieg seiner Karriere. Gleiches wollte auch Cejka erreichen. Doch zwischenzeitlich sah alles danach aus, als könne Stricker seinem ersten Titel bei der Regions Tradition einen zweiten folgen lassen. Nach zehn gespielten Löchern hatte der US-Amerikaner drei Zähler Vorsprung auf seinen deutschen Konkurrenten. Stricker streute auf den Löchern elf und 13 jedoch Fehler ein und plötzlich führte Cejka, der seinerseits drei Birdies in Folge spielte (12, 13, 14).

Längst war es ein Zweikampf zwischen Stricker und Cejka. Robert Karlsson zementierte den dritten Rang mit einer 69er-Abschlussrunde (-3). Els und Jerry Kelly wurden geteilte Vierte. Langer kam mit 71 Schlägen (-1) ins Clubhaus und wurde geteilter Sechster. Von dort aus dürfte er mit Sicherheit seinem langjährigen Weggefährten die Daumen gedrückt haben, dass diesem mit 50 Jahren der bislang größte Erfolg seiner Karriere gelingen würde. Doch Cejka musste ins Stechen, nachdem Stricker zwei der letzten drei Löcher in Birdie spielte und damit ebenfalls das Gesamtergebnis von 18 unter Par erreichte.

Es ging also zurück auf die 18. Spielbahn. Die Wochenbilanz auf diesem Loch sprach eindeutig für den US-Amerikaner, der dieses Par 5 insgesamt in vier unter Par spielte. Cejka schaffte es bis dato nicht, ein Birdie auf der letzen Bahn des Platzes zu notieren. Doch auf dem ersten Extraloch bewies er die nötige Nervenstärke. Der gebürtige Tschechoslowake lochte seinen vierten Schlag ein, während Stricker lediglich das Par notierte. Schon bei seinem ersten Sieg auf der PGA Tour musste Cejka über das Stechen gehen. Auch damals war ein Birdie auf dem ersten Extraloch am Ende entscheidend.

Damit stand Cejka als Sieger der Regions Tradition fest und er ist nach Langer der zweite Deutsche, der ein Major auf der PGA Tour Champions gewinnen konnte. "Ich freue mich so sehr", sagte ein emotionaler Gewinner mit Tränen in den Augen. "Ich finde aktuell noch keine Worte. Es ist ein Traum, der in Erfüllung geht. Es ist einfach unglaublich. Ich bin so glücklich."

Um die Startberechtigung für weitere Turniere bei den Senioren muss er sich nun erstmal keine Gedanken mehr machen. Der steinige Weg über die montäglichen Quali-Events gehört zumindest für die nächsten fünf Jahre der Vergangenheit an. Erstmals kann Cejka gänzlich die schönen Seiten des Profidaseins genießen. Und das hat er sich mehr als verdient.

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