Bild Information: Freddy Schott und Nicolai von Dellingshausen (Photos by Getty Images)

Diese Namen sollte man sich merken

Tour-Rückblick
 

Marcel Siems Protegé überzeugt auf der Challenge Tour und Nicolai von Dellingshausen glänzt auf der European Tour. Der Rückblick aufs Wochenende.

Aller guten Dinge sind drei. So oder so ähnlich könnte man die vergangenen Wochen auf der European Tour aus deutscher Sicht zusammenfassen. Nach zwei Mal Maximilian Kieffer war es nun nämlich Nicolai von Dellingshausen, der ganz nah an seinem ersten Titel in Europas erster Liga dran war. Zudem machte ein 19-jähriger Youngster vom Düsseldorfer GC auf sich aufmerksam, der von einem mehrfachen European-Tour-Sieger lernt. Der Rückblick:

Challenge Tour

"Ein Name, den ihr euch merken solltet." Mit diesen Worten deutete Marcel Siem in seiner Kolumne auf GolfTime im August vergangenen Jahres an, was man vom jungen Freddy Schott in Zukunft erwarten könne. Damals war der 19-Jährige noch Amateur und bereitete sich gemeinsam mit dem mehrfachen European-Tour-Sieger im Düsseldorfer GC auf seine bevorstehende Profikarriere auf der südafrikanischen Sunshine Tour vor. Dort gab er im März sein Debüt. In der vergangenen Woche spielte Schott mit der Cape Town Open sein viertes Event als Profi.

Wie schon die Limpopo Championship in der Vorwoche war auch dies ein Turnier, das gemeinsam mit der Challenge Tour ausgetragen wurde. Entsprechend höher war die Medienpräsenz sowie die Dotierung. Umso erfreulicher, dass Schott im Royal Cape Golf Club seine erste Top-Ten-Platzierung feiern durfte und dafür ein Preisscheck in Höhe von knapp 10.000 Euro kassierte. Der Youngster präsentierte sich insbesondere am Finaltag von seiner besten Seite und verbesserte sich dank einer 67 (-5) auf den geteilten siebten Rang (-11).

Damit war Schott der beste von insgesamt neun deutschen Startern bei der Cape Town Open. Auch Siem, der wie ein Mentor für seinen Düsseldorfer Kollegen ist, trat beim zweiten Turnier der neuen Challenge-Tour-Saison an, scheiterte jedoch am Cut. Ein Grinsen wird der Gewinner des BMW Masters 2014 aber trotzdem im Gesicht haben, wenn er zum anstehenden Dimension Data Pro-Am reist. Immerhin kann er dort seinem Protegé persönlich zum erfolgreichen Abschneiden gratulieren. Und an seiner Aussage, dass man sich den Namen Schott merken sollte, wird der 40-Jährige aus voller Überzeugung festhalten.

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European Tour

Nicht nur den Namen Schott sollte man sich aus deutscher Sicht merken. Auch der Name Nicolai von Dellingshausen wird in Zukunft deutlich mehr Google-Anfragen erhalten. Der 28-jährige Hubbelrather schnupperte am Wochenende an seinem ersten Titel auf der European Tour. Und das bei seinem erst 16. Auftritt in der höchsten europäischen Liga. Von Dellingshausen ging als geteilter Führender in den Finaltag der Tenerife Open und musste sich am Ende nur dem Südafrikaner Dean Burmester geschlagen geben. Der zweite Platz bei dem ersten von zwei Teneriffa-Events wurde mit knapp 150.000 Euro entlohnt. Damit verdiente von Dellingshausen bei diesem Turnier mehr als bei seinen 15 vorherigen Auftritten auf der European Tour zusammen.

"Das war eine unglaubliche Woche hier auf Teneriffa", so von Dellingshausen, der eine volle Spielberechtigung auf der Challenge Tour besitzt und aufgrund seiner Kategorie 21 in einige Turniere der European Tour nachrücken kann. "Ich hätte natürlich super gerne gewonnen, aber es hat nicht sein sollen zum Schluss. Ich bin aber mehr als glücklich mit dem zweiten Platz und der tollen Perspektive, jetzt weiter auf der European Tour spielen zu können. Da freue ich mich sehr drüber. Das ist alles gerade noch etwas surreal und ich werde auch bestimmt noch ein, zwei Tage brauchen, um darüber nachzudenken und bis alles eingesackt ist."

Nachdem Maximilian Kieffer in den beiden Wochen zuvor um seinen ersten European-Tour-Titel kämpfte, war es nun also von Dellingshausen, der sich ins Rampenlicht spielen konnte und deutschen Golffans durchaus Hoffnung machte, bald wieder einen Turniersieger bejubeln zu dürfen. Der letzte Deutsche, der ein Event auf der European Tour gewann, war Marcel Siem beim BMW Masters 2014. Anwärter, diese Durststrecke zu beenden, sind nach den gezeigten Leistungen in den vergangenen Wochen offensichtlich genügend vorhanden.

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LPGA Tour

Der letzte deutsche Erfolg auf der LPGA Tour ist gar nicht so lang her. Unvergessen Sophia Popovs Erfolg bei der Women’s British Open im vergangenen Jahr, dem ersten Major-Sieg einer deutschen Frau. Die 28-Jährige war es auch, die bei der HSBC Women’s World Championship lange vorne mitspielte, sich aber mit einer 74 (+2) am Finaltag die Chance auf die dritte Top-Ten-Platzierung der Saison nahm. Am Ende wurde es für Popov der geteilte 17. Platz in Singapur, wo die Spielerinnen mit tropisch heiße Bedingungen zu kämpfen hatten.

Auch Caroline Masson, die zweite deutsche Starterin, verspielte ihre gute Ausgangsposition nach drei Runden und wurde nach 78 (+6) Schlägen auf den geteilten 46. Rang durchgereicht. Das Turnier gewinnen konnte die Südkoreanerin Hyo Joo Kim, für die es der vierte Titel auf der LPGA Tour war - und der erste seit 2016.

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Symetra Tour

Isi Gabsa feierte bei der Garden City Charity Classic ihr bestes Ergebnis auf der Symetra Tour seit Juli 2018. Bei dem 54-Löcher-Event in Garden City, Kansas, wurde die 25-Jährige geteilte Vierte, nachdem sie mit einer 70 (-2) am Sonntag eine der besten Runden des Tages spielte. Für Gabsa geht es dank dieses Top-Resultats auf den elften Rang der Gesamtwertung. Damit liegt sie aktuell knapp außerhalb der begehrten Plätze, die am Ende der Saison eine der zehn zu vergebenen Tourkarten für die LPGA Tour garantieren. Sophie Hausmann, die in diesem Jahr bereits ein Turnier gewinnen konnte und in Kansas geteilte 26. wurde, rangiert hier auf Platz fünf.

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PGA Tour

Zwei Mal ging Sam Burns in dieser Saison bereits als Führender in den Finaltag eines PGA-Tour-Events. Beim dritten Versuch sollte es nun erstmals klappen mit dem Premierenerfolg auf der großen Bühne. Bei der Valspar Championship unterschrieb der 24-Jährige eine 68 (-3) in Runde vier und hielt damit Keegan Bradley, der die Führung mit Burns nach drei Runden teilte, auf drei Zähler Abstand. Mit einem Gesamtergebnis von 17 unter Par benötigte Burns nur einen Schlag mehr als der Turnierrekord des Florida-Events im Innisbrook Resort. Dank des ersten Titelgewinns verbesserte sich der Mann aus Louisiana auf den 14. Rang im FedExCup.

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PGA Tour Champions

Auch bei den Senioren gab es einen Debütsieger. Der ehemalige Masters-Champion Mike Weir feierte beim Insperity Invitational seinen ersten Titel auf der PGA Tour Champions, nachdem er von einem Fehler seines Konkurrenten John Daly profitierte. Der exzentrische US-Amerikaner haute sein Eisen 9 auf der 18 ins Wasser und notierte ein abschließendes Doppel-Bogey. Am Ende fehlten Daly genau diese zwei Schläge auf Weir, der das Einladungsturnier nach Runden von 66 und 68 Schlägen bei einem Gesamtergebnis von zehn unter Par gewann.

Aufgrund heftiger Regenfälle am Freitag und Samstagmorgen musste das in Texas stattfindende Event auf 36 Löcher verkürzt werden. Bernhard Langer fehlten vier Schläge auf den kanadischen Sieger. Der 63-Jährige hatte auf den Front Nine seiner Finalrunde mit Problemen zu kämpfen, glänzte aber auf den zweiten Neun mit fünf Birdies bei nur einem Bogey. Dank des 14. Top-Ten-Ergebnisses der Saison (bei 19 Turnieren) übernahm Langer wieder die Führung im Charles Schwab Cup.

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Die Ergebnisse der Deutschen:

  • European Tour, Tenerife Open: Nicolai von Dellingshausen 2., Marcel Schneider T33 und Sebastian HeiseleMax Schmitt, Bernd Ritthammer und Maximilian Kieffer CUT
  • Korn Ferry Tour, Huntsville Championship: Stephan Jäger und Max Rottluff CUT
  • LPGA Tour, HSBC Women's World Championship: Sophia Popov T17 und Caroline Masson T46
  • Challenge Tour, Cape Town Open: Freddy Schott T7, Allen John T25, Jonas Kölbing T42, Thomas Rosenmüller T64 und Hinrich Arkenau, Alexander Knappe, Moritz Lampert, Marcel Siem & Hurly Long CUT
  • Symetra Tour, Garden City Charity Classic: Isi Gabsa T4 und Sophie Hausmann T26
  • PGA Tour Champions, Insperity Invitational: Bernhard Langer T5
Dank Eagle-Finish zu Rang zwei

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