Bild Information: Dustin Johnson und Bubba Watson (Photos by Getty Images)

Einmal Saudi, einmal (etwas) Gaudi

Tour-Vorschau
 

Vorschau auf das Tour-Geschehen mit dem Saudi International auf der European Tour und der Waste Management Phoenix Open auf der PGA Tour.

Wir befinden uns in der ersten Turnierwoche im Februar und müssen uns weiterhin mit nur zwei Touren zufriedengeben. Doch diese lieferten auch schon in der vergangenen Woche genügend Gesprächsstoff. Und im Anbetracht der dieswöchigen Turniere sollte sich daran nichts ändern. Denn sowohl die PGA Tour als auch die European Tour reist für erstklassig besetzte Events in die Wüste. Für die einen geht es nach Arizona. Für die anderen nach Saudi-Arabien. Und mit Ausnahme von Colin Morikawa sind alle Spieler aus den Top Ten der Weltrangliste im Einsatz.

European Tour

In Saudi-Arabien mischen vier der Top-Ten-Spieler mit: Dustin Johnson, Tyrrell Hatton, Bryson DeChambeau und Patrick Reed. Auch Viktor Hovland (12), Tony Finau (15) und Paul Casey (16) sind bei dem mit 3,5 Millionen US-Dollar dotierten Turnier am Start. Schnell bemerkt man die unüblich hohe Anzahl an US-amerikanischen Topstars, die es zu einem Event der European Tour zieht. Daran könnten unter anderem die üppigen Antrittsgelder ihren Anteil haben. Genaue Zahlen sind diesbezüglich zwar nicht bekannt, jedoch vermutet man, dass man als großer Name zwischen 500.000 und einer Million US-Dollar kassiert. Ein Johnson dürfte sogar noch mehr verlangen. Wobei der schon allein wegen seiner sportlichen Erfolge genügend Gründe hätte, um die lange Reise nach King Abdullah Economic City anzutreten.

Der Par-70-Kurs im Royal Greens Golf and Country Club scheint nämlich wie gemacht zu sein für die aktuelle Nummer eins der Welt. Johnson gewann die erste Ausgabe des Saudi International 2019 und wurde im vergangenen Jahr nur von Graeme McDowell geschlagen, der sich seinen elften European-Tour-Titel sicherte. Gepaart mit den jüngsten Ergebnissen muss man den amtierenden Masters-Champion natürlich auch in dieser Woche wieder zu den Top-Favoriten zählen. Zwar spielte Johnson seit dem Tournament of Champions kein kompetitives Golf. Einrosten wird der 36-Jährige, der zuletzt im Juli ein Turnier außerhalb der Top 15 abschloss, so schnell aber nicht.

Über den Winter etwas eingerostet schienen dagegen die beiden deutschen Vertreter zu sein. Weder Martin Kaymer noch Maximilian Kieffer konnten bei ihren bisherigen Auftritten in der Wüste überzeugen. Für Kieffer war sowohl bei der Abu Dhabi HSBC Championship als auch bei der Omega Dubai Desert Classic bereits nach zwei Runden Schluss. Ein Fehlstart, den er bereits im vergangenen Jahr verkraften musste. Damals erreichte er aber immerhin beim Saudi International das Wochenende. Ein ähnliches Szenario kann man dem 30-Jährigen auch für diese Woche wünschen.

Bei Kaymer waren immerhin die Auftaktrunden in Dubai ein Mutmacher. Dort zeigte er über 36 Löcher, dass er vorne mithalten kann. Jedoch unterliefen dem gebürtigen Düsseldorfer am Wochenende zu viele Fehler, weswegen es am Ende nur zu Rang 44 reichte. Bei seinem Turnierdebüt in Saudi-Arabien wurde Kaymer auf Anhieb geteilter 13. und bewies damit, dass ihm das Layout am Roten Meer durchaus liegt. Mit einer 64 (-6) spielte er damals sogar die geteilt beste Runde der Turnierwoche.

Mit Bernd Wiesberger und Matthias Schwab sind zudem zwei Österreicher vertreten, die ihre gute Form aus der Vorwoche (beide Top Ten) bestätigen wollen. Das Saudi International ist ganz nebenbei das letzte Event des Desert Swings, nachdem die Oman Open wegen Corona abgesagt werden musste.

PGA Tour

Ob "The Greenest Show on Grass" oder "The People’s Open". Wie man die Waste Management Phoenix Open auch nennen mag, eins steht fest: Die Corona-Maßnahmen rauben dem fünftältesten Event auf der PGA Tour seine Seele. Statt der ungefähr 500.000 Zuschauer, die gewöhnlich während der vier Turniertage auf den TPC Scottsdale strömen, dürfen in dieser Woche maximal 5.000 Fans pro Tag auf die Anlage. Immerhin. In den vergangenen Wochen mussten die Turniere komplett ohne Zuschauer auskommen.

Doch was wäre ein Abschlag im weltberühmten "Amphitheater" der 16 ohne Jubel oder Booh-Rufe? Daher hätte man sich doch kein passenderes Turnier zur Rückkehr einiger weniger Fans wünschen können. Doch selbst ohne Zuschauer vor Ort, böte die Phoenix Open eine spannende Konstellation. Dafür sorgt meist schon der Stadium Course selbst. Denn der von Jay Morrish und Tim Weißkopf entworfene Par 71 verfügt über einige der interessantesten Schlusslöcher auf der Tour. Neben der sagenumwobenen 16 erwartet die Spieler gegen Ende ihrer Runde ein Par 5 mit Inselgrün (15) sowie ein kurzes, angreifbares Par 4 (17), wo wegen der zahlreichen Wasserhindernisse viel gewonnen und mindestens genauso viel verloren werden kann.  

Wenn es um den Titel in Phoenix geht, hatten in der Vergangenheit meist die US-Amerikaner das bessere Ende. Seit 2007 gewann nur ein internationaler Spieler in der Wüste Arizonas. Dies tat Hideki Matsuyama aber gleich zwei Jahre in Folge (2016 & 2017) und daher zählt der Japaner auch in dieser Woche zum hochkarätigen Favoritenkreis. Der Titelverteidiger der diesjährigen Ausgabe ist Webb Simpson, der sich in der vergangenen Saison gegen Tony Finau im Stechen durchsetzen konnte und sich so den Siegerscheck in Höhe von 1,3 Millionen US-Dollar sicherte. Die größte europäische Hoffnung ist wohl Jon Rahm. Der Spanier reist mit drei Top-Ten-Ergebnissen in Folge zu dem Turnier, bei dem er bei fünf Starts noch nie schlechter als geteilter 16. wurde. Als Absolvent der Arizona State University fühlt sich Rahm ohnehin sehr wohl in der Gegend. Auch wenn die Anfeuerungsrufe für ihn dieses Mal etwas leiser ausfallen werden als noch in den vergangenen Jahren.  

Die Deutschen im Einsatz:

European Tour, Saudi International: Martin Kaymer und Maximilian Kieffer

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