Bild Information: Harris English und Justin Thomas (Photos by Getty Images)

English profitiert, Thomas schämt sich

Tour-Rückblick
 

Golf ist zurück. Harris English auch. Verlierer der Woche ist Justin Thomas - trotz guter sportlicher Leistung. Der Rückblick aufs Wochenende.

Das Golfjahr 2021 wurde vergangenes Wochenende auf Hawaii offiziell eröffnet. Traditionell markiert das elitäre Tournament of Champions den Startschuss. Doch dieses Mal gab es eine Neuerung. Die dreimonatige Corona-Pause aus dem Vorjahr hatte zur Folge, dass das Teilnehmerfeld mit Spielern aufgefüllt wurde, die sich für die Tour Championship 2020 qualifiziert hatten. Dies führte dazu, dass 17 der 42 angetretenen "Champions" gar nicht gewonnen hatten im abgelaufenen Kalenderjahr . Zu diesen Spielern gehörte unter anderem auch Harris English. Der 31-jährige US-Amerikaner wartete sogar seit 2013 auf seinen dritten PGA-Tour-Titel. Diese lange Durststrecke hatte am Sonntag endlich ein Ende.

English ging als geteilter Führender in die Finalrunde des Tournament of Champions und musste sich einigen Angriffen seiner Verfolger erwehren. Justin Thomas verfolgte seine Mission Titelverteidigung äußerst zielstrebig, kassierte jedoch auf der 17 ein spätes Bogey, das ihm den Einzug ins Playoff kostete. Die größte Aufholjagd startete Joaquin Niemann, der schon nach neun Löchern sechs unter Par lag und am Ende eine 64 (-9) unterschrieb. Mit einem Gesamtergebnis von 25 unter Par musste sich der Chilene lange Zeit als Führender im Clubhaus gedulden. Die Wartezeit verbrachte der 22-Jährige mit Sergio Garcia am Picknick-Tisch, von wo aus er beobachten konnte, dass English ein abschließendes Birdie benötigte, ansonsten hätte er als zweifacher PGA-Tour-Sieger festgestanden.

Nur wenige Zentimeter fehlten English gar zum Eagle auf dem relativ leichten Par 5. Damit ging es zurück zum Abschlag eben jener 18. Nachdem Niemann an den ersten drei Tagen noch jeweils das Birdie notierte auf diesem Loch, sollte es am vergleichsweise windigen Sonntag einfach nicht sein. Weder auf der regulären Runde noch im Playoff unterspielte der Youngster die Vorgabe und somit stand English, der seinerseits erneut das Birdie spielte, als Gewinner des mit 1,34 Millionen US-Dollar dotierten Titels fest. Dass der Mann aus Georgia noch das Zeug dazu hat, Turniere zu gewinnen, bewies er bereits im Dezember, als er an der Seite von Matt Kuchar das QBE Shootout, ein inoffizielles Teamevent, als Sieger abschloss. Den davor letzten offiziellen PGA-Tour-Titel gab es aber bei der Mayakoba Classic 2013.

"Es fühlt sich großartig an", sagte ein erleichterter English nach dem Erfolg. "All die harte Arbeit, die ich hineingesteckt habe. All die Höhen und Tiefen, die man im Laufe seiner Karriere durchlebt. Und ich habe das Gefühl, dass ich aus meinem Tal herausgekommen bin und mit dem Wissen bei Turnieren antrete, dass ich gutes Golf spielen kann." Das größte Tief durchlebte English 2019, als er nach einer schwachen Saison sogar seine Tourkarte verlor. Dank starker Ergebnisse bei den wenigen Events, die er 2020 mitspielen durfte, schaffte er es unter die Top 30 des FedExCup und löste damit das Ticket für das Tournament of Champions. Der Sieg dort katapultierte English nun auf den zweiten Rang in der Saisonwertung. So schnell kann es gehen.

Abseits vom sportlichen Geschehen im Kapalua Resort dominierte ein Vorfall die weltweiten Golfgazetten, der weitaus weniger erfreulich ist als die Auferstehung des Harris English. In Runde drei ließ sich nämlich Justin Thomas zu einer homophoben Bemerkung hinreißen, die er im Zuge seines Ärgers über einen verpassten Par-Putt kundtat. Diese wurde selbstverständlich von den Mikros auf dem Plantation Course aufgegriffen und die verbale Entgleisung schlug hohe Wellen.

Thomas äußerte sich gleich im Anschluss an seine dritte Runde zu dem Vorfall: "Da gibt es keine Entschuldigung. Ich bin eine erwachsene Person. Es gibt absolut keinen Grund für mich so etwas zu sagen. Es ist schlimm. Ich schäme mich. Solch eine Person bin ich nicht. Aber leider habe ich es getan. Ich muss dazu stehen und es tut mir leid." Eine Strafe in Form einer Geldbuße oder ähnlichem ist nicht ausgesprochen worden. Stattdessen hieß es in einem Statement der PGA Tour: "Wie er es schon selbst nach der Runde ausdrückte, stimmen wir Justin dahingehend zu, dass sein Kommentar inakzeptabel war."

Das Superqualjahr Pause vorbei - auf nach Hawaii

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