Bild Information: Bernhard Langer, Lee Westwood, Henrik Stenson und Ian Poulter (Photos by Getty Images)

Langer inspiriert, Stenson spielt Streich

Tour-Rückblick
 

Lee Westwood nimmt sich ein Beispiel an der deutschen Legende und Ian Poulter werden die Schlüssel geklaut. Der Rückblick aufs Wochenende.

European Tour

Dass das Alter nur eine Zahl ist und dass dieser Spruch wohl auf keinen anderen Sport so sehr zutrifft wie auf den Golfsport, zeigen einmal mehr die Ereignisse der vergangenen Wochen. Erst schaffte Bernhard Langer im Alter von 63 Jahren als ältester Spieler in der Geschichte beim Masters den Cut. Und nun gewann Lee Westwood dank eines zweiten Rangs beim Saisonfinale in Dubai das Race to Dubai 2020. Dabei setzte sich der 47-Jährige knapp gegen seine deutlich jüngeren Konkurrenten Matthew Fitzpatrick (26) und Patrick Reed (30) durch. Für Westwood war es nach 2000 und 2009 der dritte Gewinn der European-Tour-Order-of-Merit.

Noch bevor die DP World Tour Championship, Dubai begann, nahm "Westy" Bezug auf Langers Rekord-Performance in Augusta und betonte, wie sehr ihn der Deutsche inspiriere. "Ich werde im April 48 Jahre alt“, so der Engländer. "Es zeigt, dass wenn man fit bleibt und den Enthusiasmus sowie die geistige Leistungsfähigkeit aufrechterhält, sehr lange auf hohem Niveau spielen kann. Das hat man bei Bernhard Langer beim Masters gesehen." 

So ganz ohne körperliche Beschwerden ging Westwood dann aber doch nicht ins letzte Turnier der Saison. Lange Zeit war nicht mal klar, ob er überhaupt antreten könne. "Wäre es nicht das finale Event, würde ich mir diese Woche freinehmen", sagte Westwood im Vorfeld des Turniers. Dank eines "herausragenden Jobs" des Physio-Teams, das ihn unter anderem zwei Mal am Tag massierte, hielt der Rücken aber durch. Und jetzt hat Westwood die Order of Merit sogar einmal mehr gewonnen als der ihn inspirierende Langer. Nur Seve Ballesteros (6) und Colin Montgomerie (8) wurden häufiger Europas Nummer eins.

Auch Henrik Stenson hat bereits Erfahrung, was das Gewinnen des Race to Dubais angeht. 2013 und 2016 trug sich der Schwede als Sieger der Saisonwertung ein und deswegen erhielt er auch für die diesjährige Ausgabe der DP World Tour Championship, Dubai eine Einladung. Mit dem Titel hatte er als geteilter 36. zu keinem Zeitpunkt etwas zu tun. Die gute Laune ließ sich der sympathische 44-Jährige aber trotzdem nicht nehmen und so spielte er seinem Kumpel und mehrfachem Ryder-Cup-Kollegen Ian Poulter am Finaltag noch einen abschließenden Streich.

Bevor dieser nämlich die Anlage der Jumeirah Golf Estates verlassen wollte, stibitzte Stenson dessen Autoschlüssel und so kam es zu einer längeren Suche des Beklauten und dessen Caddie. All das nahm Stenson mit seinem Handy auf und veröffentlichte es anschließend auf Twitter. Aufgelöst hat er den Prank mit einem Bild von ihm und Poulters Schlüsseln zwischen seinen Zähnen, das er dem sichtlich angefressenen Opfer seines Streichs via Handy schickte. Dass die Neckereien schon eine etwas längere Geschichte haben, kann man Stensons Tweet entnehmen, da er hier von "Pranking Wars" spricht. Dann sind wir mal gespannt, was sich Poulter als nächstes einfallen lässt.

Für Martin Kaymer ging die Saison mit einem geteilten 14. Rang zu Ende. Im Race to Dubai bedeutete dies eine kleine Verbesserung auf den 24. Platz. So gut war die deutsche Nummer eins zuletzt 2016 (17.). Dass angesichts dieser Bilanz Kaymers persönliches Saisonfazit auf Facebook positiv ausfiel, war zu erwarten. Gleiches gilt für die Worte, die weniger die sportliche, sondern vielmehr die globale Situation inmitten der Corona-Pandemie thematisieren. Kaymer ist nämlich schon immer für seinen Blick über den Tellerrand hinaus bekannt und auch geschätzt.

Und so schrieb er dieses Mal unter anderem: "Dieses Jahr hat mir einiges gelehrt und die Courage, die Hingabe sowie das Engagement aller Helden an vorderster Front machen mich demütig. Man kann euch nicht oft genug danken […]." Für Kaymer geht es über die Weihnachtsfeiertage nach Hause, wo er sich Gedanken über die Planung für das kommende Jahr machen wird. Sein sportliches Ziel wird mit Sicherheit lauten: Erster Titelgewinn seit 2014. Die jüngste Saison war in dieser Hinsicht definitiv ein Mutmacher.

Den letzten Turniersieg einer turbulenten European-Tour-Saison sicherte sich Fitzpatrick, der, wenn Landsmann Westwood nicht das Birdie auf der 18 gespielt hätte, auch noch die Harry Vardon Trophy für den Gewinn des Race to Dubai entgegengenommen hätte. Auch wenn es für den begehrten Doppelschlag nicht ganz reichte, konnte der 26-Jährige äußerst zufrieden sein mit seinem ersten Titel bei einem Rolex-Series-Event. Nicht nur erhielt er für den Sieg knapp 2,5 Millionen US-Dollar. Der erste Titel für Fitzpatrick seit dem Omega European Masters 2018 bedeutete auch, dass er das Jahr in den Top 20 der Weltrangliste beendet. Englands Golfzukunft ist in guten Händen.

LPGA Tour

Während in Dubai bei über weite Strecken idealen Bedingungen Golf gespielt werden konnte, mussten die Verantwortlichen der USGA die Beendigung der vierten Runde der US Women’s Open auf Montag verschieben. Ein heftiges Gewitter in Houston sorgte für einen frühen Abbruch der Finalrunde, in die Hinako Shibuno als die gejagte Spielerin bei vier unter Par geht. Sophia Popov belegt bei einem Gesamtergebnis von sieben über Par den geteilten 45. Rang. Caroline Masson und Esther Henseleit verpassten den Cut beim letzten Major des Jahres.

PGA Tour

Mit der Beendigung des QBE Shootouts geht nun auch die PGA Tour in ihre wohlverdiente Weihnachtspause. Das letzte Event des Jahres zählte mit seinen 24 Teilnehmern nicht zu den offiziellen Turnieren des Kalenders und doch sorgte sie nochmal für einige Schlagzeilen. Denn Matt Kuchar und Harris English knackten bei dem über drei Runden ausgetragenen Team-Event einige von ihnen selbst aufgestellte Rekorde. So gewannen sie das Shootout im Tiburón Golf Club in Naples, Florida, mit einem Gesamtergebnis von 37 unter Par und neun Schlägen Vorsprung auf die ersten Verfolger. Vor der Woche lag das Rekordergebnis noch bei 34 unter Par und der Rekordvorsprung bei sieben Zählern. Beides Marken, die auf ihren ersten Erfolg 2013 zurückgehen. In der Zwischenzeit gewann das Duo auch noch die 2016er Ausgabe. Kuchar und English. Das passt.

Die Ergebnisse der Deutschen im Überblick:

European Tour, DP World Tour Championship, Dubai: Martin Kaymer T14

LPGA Tour, US Women's Open (wird am Montag beendet): Sophia Popov T45, Caroline Masson & Esther Henseleit CUT

Ein Feiertag für Englands Golfer Kaymer und das neunte Loch

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