Bild Information: Bernhard Langer und Chiara Noja (Photos by Getty Images)

Zwei Saisonfinals und ein LET-Debüt mit 14

Tour-Vorschau
 

Vorschau auf das Tour-Geschehen mit der Charles Schwab Cup Championship sowie weiteren Turnieren auf der Symetra, European, PGA und Ladies European Tour.

Mit der PGA Tour Champions und der Symetra Tour finden in dieser Woche gleich zwei internationale Touren ihren offiziellen Saisonabschluss. Bei den Senioren wird dieser durch die Charles Schwab Championship markiert. Auf der Qualifying Tour der LPGA Tour ist es die Symetra Tour Championship. Letzteres Event begann bereits am Dienstag und wird damit noch vor dem Wochenende beendet. Drei deutsche Damen sind bei der letzten von insgesamt zehn Stationen eines aufgrund der Corona-Pandemie deutlich geschrumpften Saisonkalenders am Start. Eine theoretische Chance auf eine der fünf zu vergebenen Tourkarten für die LPGA Tour sowie Tickets zur US Women’s Open im Dezember hat jedoch lediglich eine von ihnen.

Isi Gabsa ging als 31. der Saisonwertung in das Finale und könnte mit einem Sieg in Davidson, North Carolina, der mit 26.250 US-Dollar belohnt wird, noch Rang fünf erobern. Nach 80 Schlägen in Runde eins rückte der Titel für Gabsa aber in weite Ferne. Ganz anders schaut dies für Greta Isabella Völker und Sophie Hausmann aus. Beide unterschrieben jeweils eine 71er Runde im River Run Country Club, der erstmals in der Geschichte des Turniers als Austragungsort dient, und belegen damit den geteilten sechsten Rang bei eins unter Par. Das Duo rangiert außerhalb der Top 40 im Volvik Race for the Card und spielt damit nur noch um den Wochenpreis.

Um mehr als nur den Wochenpreis geht es für Bernhard Langer. Denn auch wenn nach der Charles Schwab Cup Championship im Phoenix Country Club kein Pokal für den Saisonbesten übergeben wird. Langer will 2020 als der beste Spieler des Jahres abschließen. Der Deutsche geht als der Gejagte ins Saisonfinale, das er in seiner außerordentlichen Karriere noch nie gewinnen konnte. Im vergangenen Jahr wurde er geteilter Vierter und in dieser Woche sollte mehr herausspringen, will er seine Führung im Charles Schwab Cup absichern. Denn Ernie Els ist ihm dicht auf den Fersen. Zwar wurde der Südafrikaner in der vergangenen Woche nur geteilter 29. - neun Top-Ten-Resultate in diesem Jahr sprechen aber eine eindeutige Sprache.

Nach zwei Top-5-Ergebnissen in Folge geht Langer definitiv als einer der Top-Favoriten ins Finalturnier. Bereits in der vergangenen Woche reichte es nach einem späten Wasserschlag nur knapp nicht zum 42. Titel auf der PGA Tour Champions. Die Form des 63-Jährigen stimmt also. Genau zum richtigen Zeitpunkt möchte man meinen. Immerhin steht nach der Woche in Phoenix das Masters Tournament in Augusta auf dem Programm.

Das letzte Herrenmajor des Jahres wirft auch in Houston seine Schatten voraus. Denn auch wenn die Topografie des Memorial Park nicht wirklich als optimale Vorbereitungswiese für Augusta gilt, sammeln einige der Top-Spieler gerne noch etwas Wettkampfpraxis, bevor es zum Saison-Highlight nach Georgia geht. Die Houston Open als Generalprobe für das Masters? Das kennen wir doch. Richtig. Denn zwischen den Jahren 2007 und 2018 - mit einer Ausnahme 2013 - hatte das texanische Event seinen festen Termin in der Vorwoche des Majors. Im vergangenen Jahr wurde die Houston Open dann mit einem neuen Platz im Kalender versehen und in den Herbst verlegt. Doch wie es der Corona-Zufall so wollte. Das Dream-Team aus der Vergangenheit ist wieder vereint. Nur mit einem neuen Austragungsort.

Und so ist das Feld in Houston durchaus namhaft. 37 Masters-Teilnehmer nutzen das mit sieben Millionen US-Dollar dotierte Turnier als letzten Härtetest. Unter anderem Dustin Johnson, der seit seinem geteilten sechsten Rang bei der US Open wegen eines positiven Corona-Tests aussetzen musste. Etwas Turniermodus wird dem amtierenden FedExCup-Champion also mit Sicherheit guttun. Gleiches gilt für Adam Scott. Der Masters-Sieger von 2013 musste ebenfalls aufgrund des omnipräsenten Virus pausieren und gibt in dieser Woche sein Comeback. Deutsche sind bei der Houston Open nicht dabei.

Ganz anders schaut dies auf der European Tour aus. Hier treten in der zweiten Woche auf Zypern dieselben drei Spieler an wie schon bei der Cyprus Open. Dieses Mal handelt es sich jedoch nicht um ein reguläres Zählspielevent. Maximilian Kieffer, Sebastian Heisele und Bernd Ritthammer werden Zeuge eines neuen, innovativen Formats, das erst vor wenigen Wochen angekündigt wurde. Die ersten zwei Runden verlaufen noch "normal". Während sich normalerweise aber die ersten 65 plus Schlaggleiche für das Wochenende qualifizieren, dürfen beim Cyprus Showdown nur die Top 32 weitermachen. Diese starten dann am Samstag bei null und kämpfen um die 16 Plätze für das Finale am Sonntag. Erneut gibt es ein Reset aller Ergebnisse und das beste Ergebnis am Finaltag wird mit dem Titel belohnt. Ein wahrer Showdown eben.

Von einem besonderen Event kann man auch auf der Ladies European Tour sprechen. Denn als einziges Turnier aller weltweiten Touren wird die Dubai Moonlight Classic an zwei von drei Tagen unter Flutlicht gespielt. Diese einzigartigen Voraussetzungen bietet der Faldo Course im Emirates Golf Club, wo vom 4. bis 6. November 56 Damen um ein Gesamtpreisgeld in Höhe von 285.000 US-Dollar spielen. Die ersten beiden Ausgaben dieses Events in den Jahren 2006 und 2007 - damals noch unter dem Namen Dubai Ladies Masters - konnte Annika Sörenstam gewinnen. Nach der 2008er Ausgabe beendete die Schwedin ihre erfolgreiche Karriere. Die damalige Siegerin war eine gewisse Anja Monke. Für die gebürtige Herforderin war dies einer von insgesamt drei Titeln in ihrer LET-Laufbahn.

Von solchen Erfolgen träumt auch Chiara Noja, die in dieser Woche im Alter von 14 Jahren ihr LET-Debüt gibt. In Berlin geboren und in Karlsruhe aufgewachsen, zog es ihre Familie 2013 nach England, weswegen die gebürtige Deutsche unter der englischen Flagge spielt. Der Hauptwohnsitz wechselte vor wenigen Wochen erneut und so ist das Golftalent nun in Dubai stationiert, wo ihrer Mutter einen Job im Dubai World Trade Centre angeboten wurde.

Als Chiara die Meldung bekam, dass ihre Anfrage auf eine Sponsoreneinladung für die Dubai Moonlight Classic angenommen wurde, war sie gerade zu Besuch bei ihrer Oma in Deutschland. "Fünf Minuten nach dem Anruf bin ich durchgedreht", schilderte sie ihre Gefühlswelt. "Ich war schockiert. Ich hätte niemals erwartet, dass ich ins Feld komme."

Nun steht die junge Chiara, dessen Handicap mit +5 geführt wird, erstmals Seite an Seite mit ihren Idolen. "Ich kann mir gar nicht vorstellen wie es ist, neben Lydia Ko und Charley Hull zu spielen. Es ist verrückt." Neben Ko stand sie bereits im Vorfeld des Turniers auf der Range. Sich getraut sie anzusprechen, hat sie aber nicht. "Ich bin eine sehr schüchterne Person", gabe sie zu. Wer mag es ihr verdenken. Und so ist die Dubai Moonlight Classic, das im ProAm-Format ausgetragen wird, um eine besondere Geschichte reicher.

Die Deutschen im Einsatz:

European Tour, Cyprus Showdown: Bernd Ritthammer, Maximilian Kieffer und Sebastian Heisele

Symetra Tour, Symetra Tour Championship: Greta Isabella Völker, Isi Gabsa und Sophie Hausmann

PGA Tour Champions, Charles Schwab Cup Championship: Bernhard Langer

Ladies European Tour, Dubai Moonlight Classic: Laura Fünfstück, Olivia Cowan, Esther Henseleit und Karolin Lampert

Challenge Tour, Andalucia Challenge de Espana: Hurly Long, Allen John, Haiko Dana, Marcel Schneider, Nicolai von Dellingshausen, Marcel Siem, Alexander Knappe, Moritz Lampert und Dominic Foos

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