Bild Information: Martin Kaymer (Photo by Andrew Redington/Getty Images)

Kaymer bestätigt Aufwärtstrend

Tour-Rückblick
 

Martin Kaymer überzeugt in Wentworth, Maximilian Kieffer scheitert unglücklich am Cut und auf der LPGA Tour wird langsames Spiel bestraft. Der Rückblick aufs Wochenende.

Nach zwei verpassten Cuts in Folge zeigte Martin Kaymer bei der BMW PGA Championship eine gute Reaktion auf eine eher mäßige Auftaktrunde. 73 (+1) Schläge benötigte die deutsche Nummer eins  am ersten Tag des dritten Rolex-Series-Events der Saison noch. Den angedeuteten Negativtrend konnte der 35-Jährige dann aber mit einer starken 68 (-4) am Freitag frühzeitig abwenden. Der Sprung ins Wochenende war geschafft. Und mit ihm die Rückkehr zur starken Form der vergangenen Monate. Mit Runden von 69 (-3) und noch einmal 68 (-4) Schlägen machte Kaymer im Wentworth Club seine fünfte Top-Ten-Platzierung des Jahres perfekt. Bei erst elf gespielten Turnieren ist dies eine äußerst starke Bilanz.

Dank des geteilten zehnten Platzes (-10) und dem damit verbundenen Preisgeld in Höhe von 106.235 Euro verbesserte sich Kaymer auf den 24. Rang im Race to Dubai. Besonders mit der Leistung auf den Grüns kann der zweifache Major-Sieger zufrieden sein. Am Wochenende gehörte er mit durchschnittlich nur 1,5 Putts pro GIR (Green in Regulation) zu den besten Puttern im Feld. Auf die Saison gesehen liegt dieser Wert bei Kaymer immer noch bei sehr guten 1,7 Putts pro GIR. Die nächste Gelegenheit, seine Fähigkeiten auf dem Kurzgemähten unter Beweis zu stellen, hat er bei der Italian Open vom 22. bis 25. Oktober.

Top 10 at the @europeantour flagship tournament in Wentworth ?????? thanks to everyone involved this week, it’s been the best event you could wish for these days. Congrats to @tyrrellhatton ! #BMWPGA #RolexSeries

Gepostet von Martin Kaymer am Sonntag, 11. Oktober 2020

Deutlich unglücklicher verlief das diesjährige Flaggschiff-Event der European Tour für den zweiten deutschen Starter. Mit einem Gesamtergebnis von +1 am 18. Abschlag stehend und in der Annahme, dass dieses Ergebnis insbesondere wegen der schlechten Witterungsbedingungen zum Erreichen des Wochenendes reichen würde, wählte Maximilian Kieffer am abschließenden Par 5 den konservativen Weg und spielte auf das sichere Par. Dies notierte er dann auch wie geplant. Nur rutschte die Cut-Linie im weiteren Verlauf der zweiten Runde noch auf even Par, womit Kieffer zum dritten Mal in Folge frühzeitig seine Sachen packen musste. Wenig später beschreibt er Golf auf seiner Facebook-Seite als "Hassliebe". Ein Resümee, das nach dieser bitteren Erfahrung mehr als treffend ausfällt.

Deutlich mehr Liebe dem Sport mit der kleinen weißen Kugel gegenüber dürfte Tyrrell Hatton verspürt haben. Dank einer 67 (-5) am Finaltag der BMW PGA Championship gewann der Lokalmatador seinen fünften Titel auf der European Tour. 19 unter Par lag der 28-Jährige nach 72 gespielten Löchern und hatte damit einen komfortablen Abstand auf den ersten Verfolger, Victor Perez, bei -15. Geteilte Dritte wurden Patrick Reed, der damit weiterhin das Race to Dubai anführt, sowie Andy Sullivan. Hatton rückt nach diesem Erfolg in die Top Ten der Weltrangliste vor.

Bei der Women’s PGA Championship sorgte ein Vorfall um die Tschechin Klara Spilkova für Schlagzeilen. Nach einer bereits ausgesprochenen Verwarnung wegen zu langsamen Spiels wurde sie wegen erneuten Vergehens in der zweiten Runde an der 15. Bahn mit zwei Strafschlägen belangt. Spilkova fiel auf sieben über Par zurück und scheiterte letztendlich am Cut bei +6. Damit ging ihr ein garantiertes Preisgeld in Höhe von mindestens 8.000 US-Dollar durch die Lappen. Eine teure Trödelei.

Zwar nicht mit Regelverstößen auffällig geworden, aber ebenfalls um einen Schlag am Cut gescheitert, sind Sandra Gal und Caroline Masson. Für beide Damen war nach Runden von jeweils 73 und 74 Schlägen Schluss. Esther Henseleit verpasste mit einem Gesamtergebnis von neun über Par die Qualifikation für das Wochenende, an dem mit Isi Gabsa und Sophia Popov immerhin noch zwei Deutsche vertreten waren. Gabsa erhielt für ihren geteilten 54. Rang knapp 13.000 US.Dollar, während Popov als geteilte 23. knapp 40.000 US-Dollar Preisgeld nach Hause nahm. Für Gabsa war das Major das bislang ertragreichste Event des Jahres.

Ertragreich war das Turnier, das in Newton Square, Pennsylvania, ausgetragen wurde, auch für die Südkoreanerin Sei Young Kim. 63 (-7) Schläge benötigte sie am Finaltag nur und sicherte sich so souverän den ersten Major-Titel ihrer Karriere. Fünf Zähler hatte sie am Ende Vorsprung auf ihre Landsfrau Inbee Park. Für Kim war es bereits der elfte Sieg auf der LPGA Tour. Einen so dicken Preisscheck wie bei der Women’s PGA Championship (645.000 US-Dollar) hielt sie aber noch nie in den Händen.

Zum nächsten Titel reichte es für Stephan Jäger nur knapp nicht. Bei der Orange County National Championship wurde der gebürtige Münchener geteilter Zweiter und festigte damit seinen Platz unter den besten 25 der Saisonwertung. Nur ein Schlag fehlte dem 31-Jährigen auf den Gewinner Trey Mullinax aus den USA. Jäger konnte in dieser Saison bereits seinen fünften Titel auf der Korn Ferry Tour feiern und schickt sich an, kommende Saison auf der PGA Tour abzuschlagen. Dort war er bereits 2018 und 2019 unterwegs. Ein Top Ten feierte er in der ersten Liga aber noch nicht.

Apropos erste Liga. Dort gab es am Sonntag einen Comeback-Erfolg des Schotten Martin Laird. Mehr als sieben Jahre nach seinem letzten Titelgewinn auf der PGA Tour durfte der 37-Jährige bei der Shriners Hospitals for Children Open endlich wieder eine Trophäe in den Händen halten. Per Sponsoreneinladung ins Feld gerückt setzte sich Laird in einem Stechen gegen Matthew Wolff und Austin Cook durch. Nach Jim Furyk und Kevin Na ist er nun der dritte Spieler, der das Event im TPC Summerlin mehrmals gewinnen konnte (2009). Dank seinen vierten PGA-Tour-Titels rückte Laird auf den vierten Platz im FedExCup vor. Deutsche waren in Las Vegas nicht am Start.

Weitere deutsche Ergebnisse:

Korn Ferry Tour, Orange County National Championship: Alex Cejka T38 (-12), Lukas Euler (-3) und Max Rottluff (-2) CUT

PGA Tour Champions, SAS Championship: Bernhard Langer T14 (-6)

PGA Tour Latinoamérica, Classic at The Club at Weston Hills: Velten Meyer T7 (-11)

Berlin holt Titel Falkenstein ist neuer Deutscher Mannschaftsmeister

Anhänge


Anzeige
Anzeige
Port Royal Golf Course (Photo by Cliff Hawkins/Getty Images) Port Royal Golf Course (Photo by Cliff Hawkins/Getty Images)

Tour-Vorschau

Die Inselruhe vor dem Masters-St...

Vorschau auf das Tour-Geschehen mit der Bermuda Championship sowie der Cyprus...

weiterlesen
Patrick Cantlay (Photo by Harry How / Getty Images) Patrick Cantlay (Photo by Harry How / Getty Images)

Tops&Flops

Kalifornier und Kolumbier stark ...

Cantlay, Munoz und Heisele gut - Wiesberger weniger gut.

weiterlesen
Platz 4 in Italien: Sebastian Heisele (Foto: DGV/stebl) Platz 4 in Italien: Sebastian Heisele (Foto: DGV/stebl)

Schwarz-Rot-Gold on Tour

Spitzenergebnis in Italien

Bei der Italian Open sind alle Deutschen im Cut, drei davon in der Top 16. Se...

weiterlesen
Martin Kaymer und Lee Westwood (Photo by Warren Little/Getty Images) Martin Kaymer und Lee Westwood (Photo by Warren Little/Getty Images)

Tour-Rückblick

Elektrisierende Birdies und erfo...

Bei der Italian Open sorgen Stromleitungen für eine Rarität und Deutsche für ...

weiterlesen