Bild Information: Bernd Wiesberger und Benjamin Herbert (Photo by Kevin C. Cox/Getty Images)

Drei Deutsche bei Wiesberger-Titelverteidigung

Tour-Vorschau
 

Vorschau auf das Tour-Geschehen mit der Scottish Open sowie weiteren Events der PGA, Korn Ferry, LPGA und Challenge Tour.

Die Rolex Series der European Tour kehrt in dieser Woche zurück. Und mit ihr darf man sich bei der Scottish Open über das stärkste Teilnehmerfeld seit dem Corona-Restart freuen. Sechs Spieler aus den Top Ten des Race to Dubai schlagen im Renaissance Club in North Berwick ab. Darunter auch Tommy Fleetwood, der als 17. im OWGR der Bestplatzierte in der Weltrangliste ist. Die großen Namen von Übersee sucht man jedoch vergebens. Während die Scottish Open in den vergangenen Jahren als Generalprobe für die Open Championship genutzt wurde und entsprechende Kaliber wie Phil Mickelson (Sieger 2013) oder Rickie Fowler (Sieger 2015) nach Schottland lockte, müssen sich die Veranstalter bei dieser Ausgabe mit dem Status eines regulären Rolex-Series-Events begnügen. Es ist das zweite von insgesamt vier dieser Art im von der Corona-Pandemie durchgerüttelten Kalender 2020.

Mit sieben Millionen US-Dollar gehört die Scottish Open - abgesehen von den WGCs und Majors - zu den höchstdotierten European-Tour-Turnieren des Jahres. Umso breiter war Bernd Wiesbergers Lächeln, als er die vergangene Ausgabe im Stechen gegen Benjamin Herbert gewinnen konnte. Es war sein zweiter von insgesamt drei Titeln in einer herausragenden Saison, die er als Dritter im Race to Dubai abschloss. In diesem Jahr wartet der Österreicher noch auf den großen Coup. Außer zwei Top-Ten-Ergebnisse, eines davon beim ersten Rolex-Series-Event in Abu Dhabi, sprang noch nicht viel Zählbares für den gebürtigen Wiener heraus.

Apropos Zählbares. Auf das wartet Martin Kaymer nun schon seit mehr als sechs Jahren. Dabei war der zweifache Major-Sieger in der jüngeren Vergangenheit zwei Mal ganz nah dran, seine lange Durststrecke zu beenden. Bei der UK Championship wurde er geteilter Dritter und beim Andalucia Masters sogar Zweiter. Kaymer nähert sich also sukzessiv seinem zwölften European-Tour-Sieg an. Einen davon holte er bei der Scottish Open 2009. Dass er Linksplätze kann, bewies der 35-Jährige schon häufiger in seiner erfolgreichen Karriere. Im vergangenen Jahr wurde er hier 20. und ist damit auch in dieser Woche wieder jemand, den man auf dem Zettel haben muss.

Neben Kaymer sind mit Maximilian Kieffer und Sebastian Heisele zwei weitere Deutsche in North Berwick am Start. Kieffer überzeugte zuletzt mit zwei Top-20-Ergebnissen bei seinen letzten vier Auftritten, kämpft in dieser Saison jedoch noch mit der Konstanz. Auf ein gutes Resultat folgte meist ein schwächeres. Und andersherum. Da er zuletzt den Cut in Portugal verpasste, wäre nun also wieder ein Top-Ergebnis an der Reihe.

Heisele rückt als einer von vier Spielern aus den Top 15 des abgelaufenen Challenge-Tour-Rankings ins Feld und darf damit auch das zweite hochdotierte Rolex-Series-Event mitspielen. Bei der Abu Dhabi HSBC Championship im Januar wurde er bereits geteilter 21. und erhielt dafür den bis dato größten Scheck des Jahres. Kann der 32-Jährige die Scottish Open ähnlich gut abschließen, sind auch die Top 60 des Race to Dubai und die damit verbundene Qualifikation für die DP World Tour Championship nicht mehr weit entfernt.

Auf der PGA Tour findet in dieser Woche die Sanderson Farms Championship in Jackson, Mississippi, statt. Abgesehen von Henrik Stenson und Sergio Garcia sucht man die großen Namen auf der Startliste vergebens. Mit Stewart Cink und Hudson Swafford sind aber zwei der drei Gewinner der frisch angelaufenen Saison vertreten. 64 der 144 Spieler im Feld haben noch nicht auf der Tour gewonnen und so ist es nicht unwahrscheinlich, dass sich bei diesem Turnier zum siebten Mal in Folge ein neuer Name in die Siegerliste der PGA Tour einträgt. Mit Matthias Schwab und Sepp Straka verfolgen auch zwei Österreicher dieses Ziel.

Aus deutscher Sicht lohnt ein Blick in die zweite Liga. Denn hier treten gleich drei Deutsche die Reise nach Savannah, Georgia, an. Dort findet mit der Savannah Golf Championship das vorletzte Korn-Ferry-Tour-Event des Jahres statt. Alex Cejka, Max Rottluff und Stephan Jäger vertreten die deutschen Farben und wollen sich ein möglichst großes Stück vom Gesamtpreisgeld in Höhe von 600.000 US-Dollar sichern.

Auch die Damen der LPGA Tour sind nach einer spielfreien Woche wieder im Einsatz. Als Generalprobe für die Women’s PGA Championship zieht es zahlreiche Top-Spielerinnen nach New Jersey, wo zum 32. Mal die ShopRite LPGA Classic stattfindet. Zum erst zweiten Mal in der Turniergeschichte werden aber 72 statt 54 Löcher gespielt. Ein Test, den sich Topstars wie Titelverteidigerin Lexi Thompson, Nelly Korda (Nummer zwei der Welt) und Brooke Henderson (vier der Welt) nicht entgehen lassen wollen.

Mit Sandra Gal und Sophia Popov sind auch zwei deutsche Damen mit von der Partie. Erstere darf dank einer Sponsoreneinladung beim kommenden Major abschlagen, nachdem sie vergangenes Jahr aufgrund gesundheitlicher Probleme eine sportliche Pause einlegte. Für Popov ist es der zweite LPGA-Auftritt seit ihrem famosen Erfolg bei der Women’s Open im August.

Die meisten deutschen Titelhoffnungen spielen in Italien. Dort findet mit der Italian Challenge das letzte Challenge-Tour-Event des Jahres außerhalb Spaniens statt, bevor die Tour in eine vierwöchige Pause geht. Im Golf Club Castelconturbia gilt es also nochmal wertvolle Punkte für die Saisonwertung zu sammeln, ehe es Anfang November in den Endspurt geht. Als Zweitplatzierter im Road to Mallorca ist mit Marcel Schneider sogar ein Deutscher dabei, der gute Chancen auf den Sieg in der Gesamtwertung hat. Neben dem 30-Jährigen sind folgende sieben Deutsche am Start: Jonas Kölbing, Marcel Siem, Hurly Long, Dominic Foos, Allen John, Nicolai von Dellingshausen und Moritz Lampert.

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