Bild Information: Sophia Popov (Photo by twitter.com/TheCactusTour)

Popov gewinnt, Hausmann Dritte

Tournews
 

Deutsches Duo glänzt auf westamerikanischer Cactus Tour.

Sophia Popov hat ein Turnier auf der westamerikanischen Cactus Tour und damit zum ersten Mal in ihrer Karriere als Profi gewonnen. Die 27-jährige Heidelbergerin, die in den Staaten lebt, spielte im Union Hills CC nahe Phoenix drei 71er-Runden und beendete das 14. Event der Serie mit 213 Gesamtschlägen und einem Gesamtscore von drei unter Par auf Rang eins. Da Golf in Arizona zum "Essential Business" erklärt wurde, kann dort auch weiterhin gespielt werden.

Das Event fand vom 13. bis 15. April zeitgleich zum Turnier der Outlaw Tour statt, auf der Alex Cejka im Arrowhead CC keine zehn Kilometer entfernt einen Sieg feierte (hier geht’s zum Bericht). Beim Damen-Wettkampf im Union Hills CC siegte Popov mit zwei Schlägen Vorsprung auf die US-Amerikanerin Sarah Burnham.

Im Interview mit der Cactus Tour sagte Popov hinterher: "Es war ein gutes Match. Sarah hat sehr gut gespielt, aber es lag an mir, die Birdies zu machen, die mir dann auch gelungen sind. Die Fairways sind eng und die Fahnenpositionen waren schwierig, sodass man unbedingt auf der richtigen Seite des Lochs sein musste. Das war definitiv ein guter Test."

Mit Sophie Hausmann war eine zweite deutsche Teilnehmerin am Start. Die 22-jährige Westfälin aus dem Golf Team Germany steigerte sich im Lauf des Turniers, spielte eine starke 70 in der Finalrunde und beendete den Wettkampf mit gesamt eins über Par auf dem guten dritten Rang (alle Ergebnisse hier).

Auf der Website der Cactus Tour wird verkündet, dass wegen der Covid-19-Pandemie Hygienemaßnahmen getroffen wurden. Darunter steht allerdings auch Schwarz auf Pink: "We're playing!!!"

Stimmen zum Turnier

Sophia Popov, die in der Nähe von Scottsdale wohnt, war nach ihrem ersten Sieg im Profigeschäft überglücklich: „Ich freue mich natürlich riesig darüber, endlich auch als Profi ein Turnier gewinnen zu können. Egal wie klein oder groß das Turnier war, fiel es mir bislang schwer, den Sack zuzumachen. Ich bin momentan extrem zufrieden mit jedem Aspekt meines Golfspiels, was es natürlich schwieriger macht, die momentane Situation mit Covid-19 auszuhalten. Ich möchte unbedingt, dass die Turniere auf der Symetra und LPGA Tour wieder stattfinden. Umso mehr freut es mich, dass wir hier in Arizona momentan die Möglichkeit haben, auf hohem Niveau Turniergolf zu spielen. Dadurch, dass sonst nirgendwo gespielt wird, sind die Felder auch stärker und so macht es sehr viel Spaß! Hoffentlich kann es für mich so erfolgreich weitergehen!“
Die Spielerin des National Team Germany ist den Veranstaltern sehr dankbar: „Seit einigen Wochen spiele ich jetzt hier in Arizona die Cactus Tour mit. Mike Brown, der Tour Commissioner, ermöglicht es uns, weiterhin im Wettkampfmodus zu bleiben, natürlich unter eingeschränkten Spielbedingungen.“
Die Sonderregeln halten sich aber in Grenzen: Die Fahne wird nicht herausgenommen und in jedem Loch befindet sich ein Schaumstoffeinsatz, damit der Ball oben herausgekommen werden kann. Die Athleten halten ausreichenden Abstand zueinander und die Siegerehrung findet nur in kleinem Kreise statt.

Zusammengerückt

In der Krise rücken die Aktiven zusammen. So bietet Sophia Popov ihrer Teamkameradin vom National Team Germany, Sophie Hausmann, Obdach in Arizona. Daher kann auch die Hubbelratherin an den Turnieren der Cactus Tour teilnehmen. Mit Erfolg. Platz drei auf Union Hills war der Lohn für die Geduld, die Hausmann mitbrachte: „Das Turnier war owlish. Die erste Runde war kein guter Start. Ich hatte ein paar Schwierigkeiten im langen Spiel und es fehlten die Up and downs. An den nächsten beiden Tagen konnte ich mich steigern. Das lange Spiel war deutlich besser und ich hatte beim Chippen mehr Gefühl. Leider habe ich nicht so viele Putts gelocht und auch die Bogeys auf den beiden Par-5-Bahnen am letzten Tag waren schlecht. Im Großen und Ganzen ist der dritte Platz aber solide und wir können froh sein, dass Mike überhaupt diese Turniere auf die Beine stellt. Alle haben mit der aktuellen Situation zu kämpfen und er hat es nicht leicht, sich bei den Kritikern zu rechtfertigen. Aber er bleibt cool und sorgt sich darum, dass wir spielen können. Das finde ich super!“

Bundestrainer zufrieden

Damen-Bundestrainer Stephan Morales zollte den beiden Deutschen viel Respekt: „Ich finde gerade in einer Zeit, in der sonst keiner ein Turnier spielen kann, ist es schön, wenn zwei unserer Spielerinnen noch am Turnierbetrieb teilnehmen, auch wenn es eine kleinere Turnierserie ist. Dass Sophia Popov und Sophie Hausmann dort dann auch noch mit den Plätzen eins und drei so erfolgreich abschließen, finde ich super! Ein Turnier zu gewinnen, ist immer etwas besonderes. Man muss es, egal ob es ein kleines oder großes Profiturnier ist, erstmal zu Ende spielen. Sophia hat gerade auf der Backnine der Finalrunde immer ganz stark reagiert und immer ein Birdie nachgelegt, wenn es nötig war. Das hat sie sehr gut gemacht. Es war ein Auf und Ab, aber sie hat es nach Hause gespielt. Das freut mich für Sophia sehr, aber überhaupt auch für die beiden, dass sie gesund sind und Golf spielen können. Gut, dass Sophia und Sophie in den USA ihren Weg finden, um in Form zu bleiben und wenn es dann auf der Symetra Tour wieder losgeht, schnell wieder in Tritt zu kommen.“

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