Bild Information: Shigeki Maruyama beim Presidents Cup 1998. (Photo by Nick Wilson / Getty Images)

Der lächelnde Killer

Presidents Cup
 

Erst ein Mal gewann Team International. Shigeki Maruyama war 1998 der gefeierte Held.

Kennen Sie Shigeki Maruyama? Nein? Der Mann ist eine Berühmtheit. Zumindest, wenn es um Golf und dabei insbesondere um den Presidents Cup geht. 1998 war das. In diesem Jahr gewann Team International das erste und bislang einzige Mal im Duell mit den Golfern aus den USA. Shigeki Maruyama war beim 20,5:11,5-Kantersieg der große Held. Der heute 50-Jährige ging mit der sagenhaften Bilanz von 5:0 aus dem Turnier und war damit der Garant für den großen Triumph der Internationals.

1994 wurde der Wettbewerb ins Leben gerufen und zu Ehren des ehemaligen US-Präsidenten Gerald Ford, der die Schirmherrschaft übernommen hatte, Presidents Cup getauft. In den ersten beiden Jahren spielte man im Robert Trent Jones Golf Club in Virginia, ehe 1998 erstmals auf Territorium der Internationals gespielt wurde. Und wie! Interessanterweise diente wie in diesem Jahr der Royal Melbourne Golf Club als Bühne – und den Heimvorteil nutzten die Internationals: Unter Kapitän Peter Thomson überrollte der Gastgeber Team USA. Der große Jack Nicklaus war bedient. Der Golden Bear war erstmals Captain der Stars and Stripes, die enttäuscht wieder nach Hause reisen mussten.

Es war die erste und einzige Niederlage, die die USA in den bisherigen zwölf Aufeinandertreffen gegen die Internationals kassierten. Im Jahr 2000 revanchierten sich die Amerikaner mit einem deutlichen 21,5:10,5. Im Jahr 2003 – der Rhythmus wurde auf ungerade Jahreszahlen geändert, weil 2001 (11. September) kein Ryder Cup gespielt wurde – teilten sich die Teams den Sieg. Die sieben folgenden Presidents-Cup-Duelle gingen allesamt, teils recht deutlich, wieder an Team USA. So warten die Internationals seit mehr als 20 Jahren auf ihren zweiten Erfolg überhaupt.

Und vielleicht auch auf einen wie Shigeki Maruyama. Er schlug sie damals, 1998, alle: Tiger Woods und Fred Couples sowie David Duval und Phil Mickelson in den Vierern. Fünf Spiele, fünf Punkte. Eine hübsche Bilanz von einem Mann, der im Übrigen noch einen Rekord hält: Maruyama spielte als Erster überhaupt eine 58. Beim Qualifikationsturnier zur US Open im Jahr 2000. Jim Furyk (PGA Tour) und Stephan Jäger (web.com Tour) schafften das erst 16 Jahre später. Wegen seines Dauerlächelns auf und abseits des Platzes verpasste man dem Japaner Maruyama den Spitznamen "Smiling Assassin" (Lachender Meuchler); und er hatte ein Faible für die Zahl 23, die auf seinen Bällen, seiner Tasche, seinen Kappen und seinen Schläger auftauchte. Grund: Er verehrte schon als Jugendlicher US-Basketball-Star Michael Jordan.

Der Presidents Cup kehrt in diesem Jahr zurück in den Royal Melbourne Golf Club. Dort, wo die Internationals 1998 ihren großen und einzigen Erfolg gefeiert hatten. Ernie Els war damals, vor 21 Jahren, übrigens der Top-Spieler im Team "Rest der Welt außer Europa". Diesmal ist der Südafrikaner Captain und hat einen Japaner im Boot. Der heißt Hideki Matsuyama, was irgendwie klingt wie Shigeki Maruyama. Trotzdem: Team USA bleibt Favorit. Zumindest auf dem Papier.

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