Bild Information: Phil Mickelson (Photo by Matthew Lewis / Getty Images)

Gespaltenes Lager bei Saudi International

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Diskussionen um das politisch höchst umstrittene European-Tour-Turnier reißen nicht ab.

Kaum ein Golfturnier könnte dezeit heißer diskutiert und umstrittener sein als das Saudi International. Die Premiere des mit 3,5 Millionen US-Dollar dotierten Turniers der European Tour hatte Anfang 2019 unter keinem guten Stern gestanden. Wenige Monate vor der Veranstaltung in Saudi Arabien war damals der Journalist Jamal Khashoggi getötet worden. Ein Publizist, der sich vor seiner Ermordung noch gegen den saudiarabischen Prinz Mohammed bin Salman in den Kolumnen der Washington Post ausgesprochen hatte./""

Das Lager bei den Golfprofis hat sich bezüglich des Turniers mittlerweile gespalten: In Befürworter auf der einen und in Golfprofis, die das Event aus den unterschiedlichen Gründen ablehnen, auf der anderen Seite. Vor diesem kritischen politischen Hintergrund von Menschenrechtsverletzungen, gingen die Diskussionen vor der zweiten Veranstaltung Ende Januar jüngst in die nächste Runde.

Mickelson rechtfertigt sich für Teilnahme

Prominentester Fürsprecher des Wettbewerbs auf dem 2018 neu eröffneten Golfplatz des Royal Greens G&CC wurde zu Beginn dieser Woche Phil Mickelson. Der 52-jährige fünfmalige Major-Sieger aus Kalifornien gab seinen Start über die Saudi Gazette ebenso bekannt wie Presidents-Cup-Starter Tony Finau. Auf den sozialen Medien hatte sich Mickelson im Anschluss deswegen einiges anzuhören. Zum einen wegen den moralischen Aspekten. Zum anderen deshalb, weil der 44malige PGA-Champion mit seiner Zusage seinen Start bei der Waste Management Phoenix Open eine Absage erteilte. Jenem Turnier an dem er seit seinen College-Tagen im US-Bundesstaat Arizona 30 Jahre in Folge teilgenommen hatte.

„Nachdem ich die Möglichkeiten, in den Nahen Osten zu reisen, für viele Jahre abgelehnt habe, bin ich nun bereit, dort zu spielen. Einen Ort in der Welt zu sehen, an dem ich noch nie war. Ich verstehe diejenigen, die verärgert oder enttäuscht sind. Es wird alles gut. Ich bin begeistert, das zum ersten Mal zu erleben“, rechtfertigte Mickelson seinen Start auf seinem Twitter-Kanal.

Neben dem Lefty und Finau hatten zuletzt auch Titelverteidiger Dustin Johnson sowie Brooks Koepka ihren Start angekündigt. Patrick Reed wird ebenso spielen wie Shane Lowry und Sergio Garcia, obwohl der Spanier nach einem Wutausbruch im vergangenen Jahr auf dem Royal Greens keine Startgebühr erhält. Unter diesen Top-Golfern dürfte auch der eine oder andere Teilnehmer sein, der die kolportierte Summe von über einer Million US-Dollar an Antrittsgeld sein.

Die Riege der prominenten Verweigerer auf der Gegenseite hatte letztes Jahr Paul Casey vehement angeführt. Als Botschafter der UNICEF sprach sich der 42-jährige Brite gegen das Ereignis im Januar letzten Jahres aus und hatte die stärkste öffentliche Haltung gegen das Turnier eingenommen. Tiger Woods hatte zudem eine Einladung trotz einer Antrittsgebühr von angeblich über drei Millionen US-Dollar abgelehnt. Rory McIlroy hatte zudem das Event aus nicht näher genannten Gründen ausgelassen. "Ich habe mich darauf festgelegt, weil ich nicht mehr in Europa spielen will. Ich lehne es ab, indem ich nicht nach Abu Dhabi und Saudi-Arabien reise, weil ich das Richtige tun will“, so der Nordire gegenüber Golf Digest.

Vernichtende Kritik von Chamblee

Die vielleicht unverblümteste Kritik kam von Brandel Chamblee. Der bekannte US-amerikanische Golf-Journalist zeigte sich im Golf Channel fassungslos ob der bedenkenlosen Zusagen mancher Golfprofis. "Durch die Teilnahme sind die Spieler Bauchredner für dieses verabscheuungswürdige, verwerfliche Regime. Ich kann mir nicht vorstellen, welchen wirtschaftlichen Anreiz es geben würde, mich an einen Ort zu bringen, der so unerhört auf der falschen Seite der Menschenrechte steht. Ich glaube nicht, dass sie ganz verstehen, was sie tun. Ich verstehe es nicht aus wirtschaftlicher Sicht, ich verstehe es nicht aus geschäftlicher Sicht, und ich verstehe es nicht aus moralischer Sicht. Sie legitimieren und bereichern die Herrscher dieses Regimes. Ich werde es mir nicht einmal im Fernsehen ansehen. Sie sollten nicht dort sein", sagte Chamblee.

Das Saudi International ist eines von sechs European-Tour-Events, die in der vergangenen Saison auf der Arabischen Halbinsel stattfinden. European-Tour-Exekutivdirektor Keith Pelley sagte, dass in Zukunft ein siebter Platz hinzugefügt werden könnte. Seitens der Tour wurde der politisch kritische Standort nicht hinterfragt. "Es war die richtige Entscheidung für unsere Tour", sagte Pelley der Nachrichtenagentur Reuters. "Wir werden wieder in Saudi-Arabien sein und diese Veranstaltung weiter ausbauen. Wir glauben, dass unsere Rolle die Entwicklung des Landes unterstützen wird."

Saudi International: Koepka und Johnson sagen zu Phil Mickelson erstmals nicht beim Presidents Cup dabei

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