Bild Information: Tiger Woods bei der Farmers Insurance Open (Photo by Stan Badz/GettyImages)

Tigers Comeback in Torrey Pines

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Das große Rätseln: Wie gut ist der einstige Ausnahmegolfer wirklich? 


„Dieser Tiger ist anders  - er könnte die Welt erschüttern, wieder“.

Rory McIlroy spielte seine erste British Open in Carnoustie mit Tiger Woods im Jahr 2007. Der Teenager - ganz am Anfang seiner Karriere - und der Superstar, der im gleichen Jahr verletzungsbedingt seine erste größere Turnierpause von elf Wochen einlegen würde. Den übermächtigen, alles dominierenden Woods hat McIlroy nur noch teilweise zu Beginn seiner Laufbahn miterlebt. Den Amerikaner auf dem Höhepunkt seiner Leistungsfähigkeit in den Jahren 2000 und 2001 kennt auch er nur aus dem Fernsehen.

Und doch fasziniert ihn dieser Mann nach wie vor. Zusammen mit seinem Vater hat er auf Einladung von Woods im November im Bear’s Club in Florida eine Runde Golf mit ihm gespielt. Vor Beginn der Farmers Insurance Open von Torrey Pines wagte sich McIlroy mit einer optimistischen Prophezeiung im The Belfast Telegraph an die Öffentlichkeit und sagte: "Dieser Tiger ist anders - er könnte die Welt erschüttern."

Einig ist sich die Golfszene vor allem in einem Punkt: Ein Comeback von Tiger Woods ist immer gut. Für die Einschaltquoten, das Medien-Interesse, gegen das allwöchentliche Einerlei auf der Tour. Der Mann bedeutet Hype, Diskussionen, eine fiebrige Atmosphäre.

Die Geschichte der Comebacks

Comebacks haben wir in den vergangenen Jahren reichlich erlebt. Nach der Erholungsphase von seinem gebrochenen Bein 2008 kam er zurück und gewann sechsmal. Nach seiner Pause wegen einer beschädigten Achillessehne 2012 holte er drei Titel im gleichen Jahr, nach seiner Ellenbogen-Rehabilitation 2015 gewann er fünfmal. Nur nach seinen drei Rückenoperationen schien der Körper zu sehr geschädigt, die Form und vor allem das Selbstvertrauen gänzlich dahin.

Das soll jetzt, nach seiner vorerst letzten Rücken-Operation im April, anders sein? Die Anzahl der Experten, die viel von dem 14-maligen Major-Sieger erwarten, ist groß. Hank Haney, sein Ex-Coach und eigentlich ein durchaus beherzt vorgehender Woods-Kritiker, gab sich am Wochenende gegenüber der US-Presse optimistisch. "Wenn er sein kurzes Spiel in Ordnung gebracht hat, erwarte ich ein Top-Ten-Finish", erklärte er. "Ich glaube an sein Comeback. Ich glaube, er wird dieses Jahr gewinnen. Ich sehe keinen Grund, wieso er nicht gut spielen soll."

Das Selbstvertrauen: Der Unsicherheits-Faktor

Was ihn daran hindern könnte? Seine eigene Erwartungshaltung. Eine verkorkste erste Runde, die in seinen Kopf kriecht und ihm den Glauben an sich selbst wieder nimmt. Vielleicht auch der Platz von Torrey Pines, der ein Layout für echte Kerle bereit hält - anders als der angenehme Platz auf den Bahamas, auf dem Woods zuletzt zur Generalprobe antrat.

Und Woods selbst? Er kennt Torrey Pines in- und auswändig. Es ist ein Ort, an dem er acht Profisiege geholt hat. Wenn es neben dem Augusta National für ihn eine spielerische Heimat auf der PGA Tour gibt, dann ist es wahrscheinlich hier. Er ist nicht mehr der eiskalte, verschlossene 22-Jährige von einst, der zu einem Turnier einflog, sich jeglichen äußeren Einfluss verbat und die Konkurrenz demontierte.

Er bleibt eine Ausnahmeerscheinung

Tiger Woods ist 42 Jahre alt. Er hat Narben. Wenn seine Karriere endgültig zu Ende ist, wird die Liste seiner diversen Comebacks ein eigenes Kapitel bilden. Aber trotz allem bleibt er eine Ausnahmeerscheinung. "Egal welche Meinung irgendein Analyst oder Experte über Tiger zum Ausdruck bringen will. Egal, ob er Erfolg hat oder nicht - lasst uns niemals vergessen, dass er Tiger Woods ist." David Duval, inzwischen Kommentator beim Golf Channel in den USA hat so für seine Rückkehr geworben. Er, selbst ein einstiger Weltranglistenerster, hat Jahre mit Woods auf der Tour gespielt, unter seiner Dominanz gelitten, diverse Major-Titel an ihn verloren. Er kann unterscheiden zwischen der Klasse eines Woods und aller anderen Profis, die ihn begleitet haben.

Hank Haney sieht das genauso: "Er konnte früher mit seinem B+-Spiel gewinnen. Jetzt braucht er wahrscheinlich sein A-Spiel, damit es für den Sieg reicht. Er braucht nicht sein A+-Spiel. Schließlich ist er noch immer Tiger Woods."

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