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Muss die Schlägerhaube runter?

Diskussion
 

Nick Watney ruft beim AT&T Pebble Beach National Pro-Am die Regelhüter auf den Schirm. Er solle sich beim Ausmessen des korrekten Drop-Raums Strafschläge zugezogen haben. Wir klären über die genaue Auslegung der Regel 20-2 auf.

Die Situation:

Nick Watney verzieht während des AT&T Pebble Beach National Pro-Am seinen Ball am sechsten Loch in das als seitliches  Wasserhindernis gekennzeichnete Gebiet. Tatsächlich ging es zwar erst eine steile Klippe hinunter, bevor Strand und schließlich Wasser kommen, aber das tut hier nichts zur Sache. Kurzerhand greift Watney zum Driver, setzt ihn an dem Punkt an, an dem sein Ball die Grenze überquert hat, lässt den Schläger ein weiteres Mal kreisen und droppt. Danach locht er zum Bogey und spielt weiter.

Der Vorwurf:

Prompt erreichten die Offiziellen der PGA Tour die ersten Einwände der selbsternannten Regelhüter, die vom heimischen Sofa einen Verstoß gegen Regel 20-2 (Fallenlassen und erneutes Fallenlassen) gesehen haben wollen. Nick Watney hat beim Abmessen der zwei Schlägerlängen nicht die Schlägerhaube vom Driver gezogen und habe sich damit einen nicht erlaubten Vorteil verschaffen.

Die Frage:

Hat sich Nick Watney tatsächlich des Verstoßes gegen Regel 20-2 schuldig gemacht? Oder spielt es keine Rolle, ob die Schlägerhaube beim Abmessen abgezogen wird?

Die Lösung:

Tatsächlich steht in den offiziellen Golfregeln nirgendwo, dass die Schlägerhaube abgezogen sein muss. Es steht noch nicht einmal darin, dass die Entfernung mit einem Schläger abgemessen werden muss. Tatsächlich steht unter der Regel 20-2 lediglich, dass der Ball innerhalb von zwei Schlägerlängen fallen gelassen werden muss.

Ob Sie diese Entfernung nun also mit Abschreiten oder gar dem bloßen Augenmaß korrekt einschätzen, bleibt Ihnen überlassen. Um aber späteren Diskussionen entgegenzuwirken und auch im Sinne der Fairness den Mitspielern gegenüber empfehlen wir: Nehmen Sie zum Abmessen der maximal zulässigen Erleichterung den Driver - ein Belly- oder Broomstick-Putter ist nicht verboten, aber auch nicht gern gesehen -,  entfernen Sie die Schlägerhaube und markieren Sie die Stelle des Balls sowie die einzelnen Schlägerlängen jeweils mit einem Tee im Boden.

Manchmal können Sie so auch die letzten nötigen Zentimeter herausholen, um aus dem tiefen Rough in den First Cut zu gelangen. Das gleiche gilt natürlich auch, wenn Sie sich nur Erleichterung von einer Schlägerlänge erlauben dürfen.

Anmerkung der Redaktion: Diese Form der Erleichterung ist nicht immer die günstigste. Wägen Sie bei Ihrem nächsten Fall genau ab. Vielleicht lohnt sich der Gang zurück auf der geraden Linie vom Loch zum Kreuzungspunkt und darüber hinaus.

Zum Fall:

Nick Watney hat sich in diesem speziellen Fall keine Strafe zugezogen, da er beim Ausmessen der zweiten Schlägerlänge großzügig vorgegangen war und seinen Ball auch deutlich innerhalb der erlaubten zwei Schlägerlängen fallengelassen hat.

weitere Informationen zu den offiziellen Golfregeln finden Sie unter Rules4You.de

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