Bild Information: Keith Pelley, Chef der European Tour (Photo by Richard Heathcote/Getty Images)

Der Innovator

European Tour
 

Keith Pelley will die European Tour in ein neues Zeitalter führen. Mehr Show, mehr Spektakel, mehr Geschwindigkeit - kann das gelingen?

Eigentlich ist seine Heimat nicht der Golfsport. Keith Pelley ist mit den nordamerikanischen Sportarten wie Baseball, Football und Hockey, vertraut. Golf war eher eine Nebenbeschäftigung. Doch seit der Kanadier mit dem Faible für auffällige Brillen an der Spitze der European Tour steht, ist die Entwicklung des Golfsports für ihn eine Herzensangelegenheit geworden. Er will seine Tour verändern und damit nichts weniger als den Golfsport revolutionieren.

"Die neuen Initiativen sind zwingend notwendig. Wenn man stehen bleibt, fällt man zurück", sagte Kelley am Sonntag des British Masters bei Sky. Es lief der Finaltag des Turniers und schon jetzt war klar, dass es keines wie jedes andere war. Denn mit einigen Neuerungen, die der Chef der European Tour sich ausgedacht hatte, um seine Unternehmung in ein neues Zeitalter zu hieven, wurden in dieser Woche in England experimentiert. "Wir wissen, dass es immer die 72-Löcher-Turniere geben wird, weil das ein Teil der Geschichte und der Tradition ist. Wir wollen das nicht zerstören, aber im selben Atemzug wollen wir dieser Sportart mehr Flair, mehr Entertainment geben."

"Wir werden besser"

Konkret äußerte sich Pelleys Plan in einigen Show-Spielen im Vorfeld des eigentlichen Turniere. Bei der so genannte Hero Challenge duellierte sich eine Handvoll Spieler unter Flutlicht - begleitet von Musik und Feuerwerk -, tagsüber traten sie in einem Putting-Contest gegeneinander an. Bei den Zuschauern kamen die Neuerungen gut an, mehr als 2.000 Besucher wurden bei der Hero Challenge gezählt. Am ersten Turniertag kamen 17.000 Menschen auf die Anlage, um den Spielern zuzusehen. Für Pelley ein klarer Erfolg: "Wir experimentieren, wir werden besser. Aber es war ein herausragender Anfang."

Auch die Spieler scheinen Gefallen an der Aufbruchstimmung zu haben, die der Kopf der European Tour verbreitet. Der Versuch, Interviews während der Runde zu etablieren, kam gut an. "Es ist eine gute Ablenkung und hält einen vom Essen ab", scherzte Lee Westwood. "Wir wollen mehr Turniere wie dieses." Geht es nach Pelley, war dies erst der Anfang. Im Februar will er mit dem World Super 6 Perth eine neue Stufe erreichen. Das australische Turnier soll die ersten drei Runden traditionell verlaufen, ehe das Feld in der vierten Runde auf 24 Spieler reduziert und der Sieger im Matchplay-Format über sechs Löcher gesucht wird. Eine kleine Revolution.

Kampfansage an die amerikanische Konkurrenz

Das Ziel scheint klar: Pelley will besser sein als die Konkurrenz aus den USA, moderner, innovativer, spektakulärer, globaler. Es gab auch schon Zeiten, in denen mehr laut als hinter vorgehaltener Hand über ein Zusammenschluss der beiden großen Touren nachgedacht wurde. Von diesen Ideen hat man sich auf europäischer Seite unter der neuen Führung nahezu gänzlich entfernt. Pelley weiß, dass er etwas unternehmen muss. Denn die Kombination aus hochdotierten Turnieren, namhaften Sponsoren und dem Abgang zahlreicher Spitzenspieler in Richtung Amerika wird der European Tour auf Dauer wehtun. Also sucht er den Wettbewerb.

Bei seinem Antritt im April 2015 wollte er viel verändern, auch was die Summe der Preisgelder angeht. Doch wenig hat sich in der Zeit verändert, daher bastelt Pelley eifrig an der neuen Marke European Tour. Wenn er in die Zukunft blicke, sehe er Turniere, die nur über sechs Löcher gehen, mit lauter Musik, Ansagern und weniger Schlägern. Nicht bei allen sorgen diese Visionen für Begeisterungssprünge. Doch dass der Golfsport eine Revitalisierungskur braucht, wurde spätestens in Rio klar, als das traditionelle Format auf der großen Bühne der Olympischen Spiele hinterfragt wurde.

Eigentlich ist Pelley nicht im Golfsport zuhause. Doch der Kanadier schickt sich an, ihn von Grund auf zu verändern. Nicht überall wird er auf Unterstützung treffen, aber am Ende seiner Amtszeit wird die European Tour eine andere sein. Der Chef hat mit seinem Unternehmen noch viel vor. 

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