Bild Information: Penalty Area (Photo by Getty Images)

Golfclubs für Regeländerungen gerüstet

Regeln
 

So reagieren deutsche Golfanlagen auf Regeländerungen.

Die neuen Golfregeln wurden in den letzten Wochen und Monaten kontrovers diskutiert. Zum Saisonstart steht nun für die rund 730 deutschen Golfanlagen der Praxistest an. Wie werden die neuen Regularien von den Sportlern tatsächlich umgesetzt? Und vor allem wie werden sie auf den Plätzen kontrolliert und gegebenenfalls sanktioniert? Generell herrscht unter den Golfclubs bezüglich der Umsetzung und Akzeptanz der neuen Regularien eine optimistische Stimmung. „Aus meiner Erfahrung kann ich berichten, dass sich die neuen Regeln schnell unter den aktiven Golfern herumgesprochen haben“, meint Guido Tillmanns, Geschäftsführer des GC Hubbelrath.

Im Vorfeld der neuen Regelanwendungen ging es für die Clubs erst einmal darum, die neuen Regularien ihren Mitgliedern näher zu bringen. Dabei wendeten die Clubs unterschiedliche Kanäle zur Information und Aufklärung der eigenen Klientel an. Klassische Regelabende mit teils prominenten Regelhütern als Referenten waren bei fast allen Clubs an der Tagesordnung. Einige Clubs wie der Hamburger L&GC Hittfeld erlebten dabei eine positive Resonanz. 70 Teilnehmer begrüßte man zum Beispiel beim HLGC am ersten von insgesamt sechs geplanten Regelabenden. Über 100 Zuhörer waren es bei Gut Kaden Golf.

Newsletter, You-Tube-Videos und verpflichtende Teamschulungen

Der GC Hummelbachaue hat zusätzlich seine bestehenden Informationskanäle als Plattform zur Vermittlung genutzt. Hinweise zu neuen Regeln mit Links zu erläuternden Youtube-Videos befinden sich regelmäßig sowohl auf der eigenen Homepage als auch auf der Facebook-Seite. Daneben wird von einigen Clubs ein Newsletter-Versand eingesetzt. Dies gilt sowohl für den Stuttgarter GC Solitude als auch für Gut Kaden, der seine Mitglieder seit drei Monaten mit Newslettern rund um die neuen Regeln informiert.

Daneben nutzen einige Golfclubs eine Vielzahl an separaten Schulungen für die Mannschaften. Der Hamburger GC Falkenstein startete in diesen Tagen mit einer Veranstaltung für die eigenen Bundesliga-Teams, bevor Einweisungen für weitere Mannschaften folgen sollen. Auf den zehn deutschen Anlagen der GolfRange soll der Besuch einer der Schulungen von Ende März bis Ende April für Mannschaftsspieler „zwingend“ sein. Auf der größten Anlage in Rottbach (27 Loch) ist zudem aufgrund der vielen Mannschaften ein exklusiver Regelabend für die Teams geplant. Daneben sollen bei der GolfRange außerdem alle Verwaltungsteams als auch
Platzmarshalls geschult werden.

Penalty Areas und "gesundes Augenmaß" bei Sanktionen

Die Umsetzung einiger neuer Regeln wie zum Beispiel die Ausweisung der Penalty Areas stellen die Golfclubs vor logistische Herausforderungen. In Gut Kaden plant man diese Zonen demnächst mit installierten Pfosten zu kennzeichnen. Zudem wurden die Penalty Areas auf die Scorecard neu übertragen. Für die Einhaltung der neuen Regeln und die daraus resultierenden möglichen Sanktionen dürfte in den Golfclubs vermehrt Personal zum Einsatz kommen. Beim Stuttgarter GC Solitude blickt man der Kontrolle der neuen Regularien nüchtern entgegen. „Wir haben nicht vor, explizit einen eigenen Richter einzusetzen, der nur die neuen Regeln überwacht“, sagt Geschäftsführer Simon Schmugge. Prinzipiell sei laut Schmugge „jeder selbst zuständig, sich die Regeln anzueignen.“

Falkenstein-Geschäftsführer Berthold Apel regt ebenso wie sein Hubbelrather Kollege Tillmanns an, die neuen Vorschriften schon in private Spielrunden aufzunehmen. „Am besten prägen sich meiner Erfahrung nach die Regeln ein, wenn man diese eigenverantwortlich anwenden muss. Daher empfiehlt es sich, immer die Regeln im simulierten Spielbetrieb auf ausgewählten Bahnen praktisch in einer Gruppe anzuwenden“, meint Tillmanns. Der Vertreter des Düsseldorfer Clubs fordert hinsichtlich der Sanktionen ein gesundes Maß: „Insbesondere die neuen Sanktionsmöglichkeiten im Rahmen der Verhaltensregeln sind individuell für jeden Club mit Augenmaß im ersten Jahr zu prüfen und deren Anwendung im Grundsatz gut zu überlegen.“ 

Notfall-Rufnummer für Regelfragen

Für Uneinigkeiten hat sich der Düsseldorfer Club etwas Besonderes ausgedacht: Auf der Scorecard ist eine Art Notfall-Rufnummer eingerichtet, bei der bei Fragen zu den neuen Regeln jederzeit angerufen werden kann.

Insgesamt beobachten einige Clubs positive Reaktionen bei den Mitgliedern bezüglich der neuen Vorschriften. „Die meisten goutieren einige neue Regeln. Es kommt deshalb positiv an, weil das Spiel einfach schneller abläuft“, sagt Gut-Kaden-Geschäftsführer Wolfgang Mych. Lediglich bei einigen Regeländerungen wie beim Droppen erwartet Mych möglicherweise vereinzelte Unklarheiten: „Da muss man vielleicht den einen oder anderen noch einmal daran erinnern.“

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