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Run auf Sommergrüns

Ratgeber
 

Der Golfer wird selbstbewusster - und fordert Sommergrüns


Endlich ist er im Anmarsch. Die Rede ist natürlich vom Frühling. Das heißt aber nicht, dass es in den Clubs schon wieder hoch her geht, denn die meisten befinden sich noch halb im Winterschlaf. Vor allem die Anlagen im Süden Deutschlands, wo an dunklen Stellen immer noch das ein oder andere schneebedeckte Rasenstück zu finden ist. Trotzdem: Die Golfer treibt es bei steigenden Temperaturen auf ihre Anlagen. Der Clubbeitrag ist abgebucht, die ersten Golfrunden wollen gespielt werden. Gefragt sind Sommergrüns, die früher gerne immer erst um die Osterzeit oder Anfang April eröffnet wurden, vor allem im Süden Deutschlands. 

Das aber hat sich geändert. Michèle Holzwarth vom GC Starnberg erklärt: "Wir haben kein fixes Datum. Wenn es geht, machen wir sie auf". In der vergangenen Saison öffnete der Club südlich von München bereits Anfang März seine Sommergrüns, allerdings war der Februar auch sehr sonnig und vergleichsweise warm. Holzwarth, selbst Bundesliga-Spielerin mit Plus-Handicap weiß natürlich, dass Mitglieder und Gäste möglichst früh auf "richtigen" Grüns putten wollen. Ein Problem sieht sie aber bei nächtlichem Bodenfrost, der auch am Tag noch auf die Graswurzeln einwirkt, auch wenn das viele Golfer nicht erkennen. 

Das Problem? Nächtlicher Bodenfrost

Andy Matzner, Head-Greenkeeper des "Leading Course" oberhalb des Starnberger Sees, weiß: "Die Pflanzenzelle besteht aus über 60 Prozent Wasser und dieses gefriert bei den frostigen Tagen, dadurch verliert das Blatt seine Flexibilität und es entstehen Schäden bei der Trittbelastung durch Spieler." Daher werden Grüns in den kalten Monaten kaum gemäht. Möglichst wenig Stress für die Grüns lautet die Devise. 

"Die Macht der Mitglieder ist größer"

Allen Bedenken der Greenkeeper zum Trotz wächst der Druck auf die Anlagenbetreiber zu einer frühen Öffnung. "Das ist ganz normal bei steigendem Wettbewerb, die Macht der Mitglieder ist größer", resümiert Andreas Dorsch als Geschäftsführer des Golf Management Verbandes Deutschland. "Früher wurden die Grüns nach Gutsherrenart am 1. April eröffnet, egal, ob es -10 Grad oder +20 Grad waren. So etwas geht heute einfach nicht mehr. Die Clubs müssen viel achtsamer mit ihren Kunden umgehen und sind deshalb auch deutlich flexibler geworden."

Sommergrüns entscheiden am Ende eben auch über frühe Greenfee-Erlöse im Jahr. Klaus Albrecht, mehrere Jahre Clubmanager im GC München Riem, der auch viele Greenfeegolfer und Neugolfer anzieht, sieht im Rückblick den Spätherbst als entscheidend an. "Hier haben wir nochmal am Jahresende investiert und den Platz richtig gut bearbeitet. Nur so hatten wir eine Chance, im Frühjahr bereits einen vergleichsweise guten Zustand zu haben und möglichst selten die Grüns schließen zu müssen."

Michael Hayes, Golf-Direktor der Golfanlagen Fleesensee, hat angesichts der weitgehend touristischen Ausrichtung des Resorts noch einmal eine andere Sichtweise auf das Thema: "Sommergrüns sind bei uns ein Must-Have". Wir haben den ganzen Winter über geöffnet und schließen die Plätze dann eben kurzfristig bei Schnee oder zu starkem Frost."

"Top-Grüns brauchen Geduld"

Auf Deutschlands Top-Anlagen wägt man allerdings trotz des Drucks der Mitglieder genau ab. "Laufen wir Gefahr, dass Schaden an den Grüns entsteht? Das ist die Frage, die am Ende entscheidet", resümiert Horst Schubert Vorstand der G&CC Seddiner See AG, die mit dem Südplatz vor den Toren Berlins Deutschlands wohl besten Golfplatz betreibt. "Auf unserem Nordplatz haben wir in der Regel auch im Winter die Grüns geöffnet, aber auf dem Südplatz peilen wir eher Ende März an." Mit ungeduldigen Mitgliedern muss man auch hier ab und an argumentieren. "Aber am Ende ist die Qualität der Grüns entscheidend."

 

Golf.de-Ratgeber - Wintergrüns

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