Bild Information: Kingsbarns aus der Luft (Photo by David Cannon/Getty Images)

Wieso hat ein Golfplatz 18 Löcher?

Grundwissen
 

Dass ein Golfplatz 18 Löcher hat, nimmt man genauso hin wie die Tatsache, dass Die Tagesschau um 20 Uhr beginnt. Doch wieso ausgerechnet 18? Die Antwort findet man - wie so häufig - in St. Andrews.

Die Tatsache, dass ein Golfplatz 18 Löcher hat und nicht 20 oder 13, entspringt nicht einer ausgeklügelten Überlegung, sondern eher dem Zufall. Vieles im Golf - wie die Fachbegriffe, ohne die man im Golf nicht weit kommt - ist Ergebnis des Zufalls und der langjährigen historischen Entwicklung des Sports. So ist es auch bei der Geburt des Golfplatzes mit 18 Löchern.

Die Geburtsstätte des Golfplatzes wie wir ihn kennen ist St. Andrews, Schottland. Der Old Course war nicht nur der erste Platz, der als erstes 18 unterschiedliche Bahnen hatte. Es wurden auf ihm auch die frühesten 18-Löcher-Runden aufgezeichnet.

Bis Mitte des 18. Jahrhunderts spielte man im 'Home of Golf' auf zwölf Bahnen, zehn davon doppelt; eine Runde mit 22 Löchern. 1764 wurden die ersten vier Spielbahnen zu nunmehr zwei zusammengeführt. Damit schufen die Golfer in St. Andrews die klassische Golfrunde mit 18 Löchern.

Diese fand 1842 auch ihren Platz in den Regeln des Royal and Ancient Golf Club : "Eine Runde auf dem Platz umfasst, außer anderweitig festgelegt, 18 Löcher". Zu diesem Zeitpunkt hatte St. Andrews allerdings noch nicht 18 eigenständige Bahnen.

Erst 1857 wurden Doppelgrüns errichtet, die ein zeitgleiches Spielen auf den Front und Back Nine ermöglichten. Aufzeichnungen zufolge sollte diese Maßnahme vor allem Wartezeiten verringern, die vorher durch das doppelte Bespielen von einigen Löchern entstanden waren. Doch nebenbei entstand so der erste Platz mit 18 unterschiedlichen Löchern - nine out, nine in.

Der Ursprung St. Andrews

Während man 1857 in St. Andrews dem aktuellen Standard schon erfüllte, war man anderorts auf der britischen Insel weit entfernt. Von sechs bis 25 Löcher war fast alles zu finden. Erst nach der Einführung in St. Andrews breitete sich die Idee vom 18-Löcher-Platz langsam aus - wahrscheinlich vorangetrieben von den einflussreichen Mitgliedern des Royal and Ancient Golf Clubs. Montrose und Prestwick folgten bald, da diese drei Clubs im Wechsel Austragungsort der British Open waren und so vergleichbar bleiben mussten.

Die allgemeine Umstellung verlief jedoch eher schleppend. 1919, als die R&A die Austragung der Open allein unter ihre Aufsicht stellte, waren noch immer die Hälfte aller britischen Plätze als Neun-Löcher-Anlagen konzipiert.

Erst in den späten 50er Jahren hatte sich der Standard weltweit etabliert und wurde nicht mehr hinterfragt. Erst in der jüngeren Zeit wird wieder mit unterschiedlichen Anzahlen von Löchern experimentiert. Denn die 18 Löcher sind Ergebnis des Zufalls und ohne fundierte Rechtfertigung nicht in Stein gemeißelt.

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