Bild Information: Dimples sorgen für die perfekte Flugbahn (Photo by Richard Heathcote/Getty Images)

Dimples: Die Delle mit Pfiff

Nachgehakt
 

Nachgehakt: Warum verfügen Golfbälle über Dimples?


Am Anfang war es eine Macke, eine Kante, vielleicht eine kleine Delle. Als sich im Laufe des 19. Jahrhunderts die Golfbälle zu festen, endgültig sehr harten Spielgeräten entwickelten, fiel manchem Golfer auf: Die Bälle mit den Kratern auf der ansonsten glatten Oberfläche, sie flogen weiter. 

Also bearbeiteten die Eifrigsten unter ihnen den Golfball mit eckigen Steinen, schufen eine Dellenlandschaft und freuten sich über neu erschlossene Weiten. Und als das 20. Jahrhundert kam, war es soweit: Golfbälle verließen die Fabrik nun regelmäßig mit fixen Macken - den so genannten Dimples

Inzwischen zieren 300 bis 500 symmetrisch angeordnete Einkerbungen die Außenschale der Bälle, manche Hersteller schwören auch auf eckige Dellen (Hexagons), die meisten bleiben jedoch bei runden Dimples, 0,25 Millimeter tief. Die Arbeit mit Dimples hat sich zu einer Wissenschaft entwickelt, der führende Ballhersteller Titleist beschäftigt ein eigenes Aerodynamik-Team. Dessen Leiter sagt: "Dimples sind die Flügel der Bälle."

Aber warum fliegt ein Ball mit Dimples weiter als ein Ball ohne? Die Dauer des Kontakts eines Schlägers mit dem Golfball beträgt in der Regel 0,0005 Sekunden. In dieser Zeit werden Geschwindigkeit, Spin und Flughöhe vorbestimmt - in der Luft ist der Ball auf sich alleine gestellt. "Nun wirken nur noch aerodynamische Kräfte auf ihn ein", sagt Nick Nardacci. 

Aufgrund seiner bis zu 250 Stundenkilometer, die der Ball beim Abschlag erreichen kann, ist er Luftwiderstand ausgesetzt. Vereinfacht gesprochen teilt sich nun die Luft, fließt um den Ball herum und kommt hinter dem Ball wieder zusammen. Hinter dem Ball entsteht so ein Unterdruck, der Ball wird gebremst, weil er in Richtung der dünneren Luft gezogen wird. Diesen Effekt schwächen die Dimples. 

Nick Nardacci: "Dimples sind die Flügel der Bälle"

Sie sorgen für kleinste Luftverwirblungen an der Balloberfläche, die dazu führen, dass die vorbei strömende Luft länger am Ball entlang strömt. Dadurch verringert sich der Unterdruck hinter dem Ball, der Zug nach hinten ist schwächer, der Ball bleibt länger schnell und fliegt damit weiter. "Ein Ball mit Dimples ist nur etwa der Hälfte des Gegenzugs ausgesetzt", erklärt Mark Maughmer, Luftfahrt-Professor an der Penn State University in Pennsylvania. Heißt: Ein glatter Ball ohne Dimples fliegt nur rund halb so weit. "Der Ball muss aufgrund der nicht ganz optimalen Stromlinienförmigkeit zwar Einbußen hinnehmen, bekommt aber wegen des verringerten Unterdrucks viel mehr zurück", so Maughmer. 

Übrigens auch in Bezug auf die Flughöhe. Wer einen Golfball gut trifft, schickt ihn mit einem Rückwärtsdrall auf die Reise. Das heißt, der Ball dreht sich an der Oberseite nach hinten und an der Unterseite nach vorne. So strömt die Luft an der Oberseite schneller am Ball vorbei als unten. 

"Dort, wo die Luft schneller fließt, verringert sich der Druck", sagt Nardacci. So entsteht ein Unterdruck über dem Ball, der den Ball nach oben zieht. Durch die Dimples wird dieser Effekt in etwa verdoppelt, da die so wichtige Schicht aus Luftwirbeln dafür sorgt, dass die Luft schneller und dichter am Ball entlang geführt und das Flugobjekt gleichzeitig stabilisiert wird. 

Mark Maughmer, der Luftfahrt-Ingenieur, ist sich sicher: "Bezüglich der Form, der Größe und der Geschwindigkeit eines Golfballs sind Dimples die optimale Lösung." Aus aerodynamischer Sicht sind sie das übrigens auch für Autos. Ein mit Dimples übersätes Auto erreichte bei einem Aerodynamik-Test um elf Prozent bessere Werte. An Autos mit Macken müssten wir uns jedoch erst noch gewöhnen.

Auf der Spur des Ballflugs Von Draw und Fade: Flugkurven im Golf

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