Bild Information: Durch das Coronavirus sind Flughäfen in Asien teils wie leer gefegt. (Photo by May James / Getty Images)

Olympia durch Coronavirus in Gefahr?

Reise
 

Epidemie: Auch Italien im Fokus. Das sollten Golftouristen beachten.

Auf Teneriffa befinden sich deutsche Urlauber in Quarantäne, Bundesgesundheitsminister Spahn spricht vom Ausbruch einer Epidemie, große Events in zahlreichen Sportarten werden abgesagt – wie geht das weiter mit dem Coronavirus? Ist die Lage unter Kontrolle? Wohin kann man fliegen, welche Ziele sollte man besser meiden?

Die Zahl der Infektionen und Toten durch das Coronavirus steigt. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) erklärt den Notstand, um Maßnahmen zu koordinieren. Gerade in Zeiten, in denen Touristen schnell und komfortabel alle Ecken dieser Welt erreichen können, wird die bedrohliche Thematik natürlich intensiv auch in der Reisebranche diskutiert.

Auf verschiedenen Touren wurden Turniere bereits abgesagt, Golfprofessionals und Anbieter müssen bei ihren Reiseofferten auf die aktuelle Lage reagieren, Mannschaften im Ligenspielbetrieb ihre Saisonvorbereitungs-Destinationen genau unter die Lupe nehmen und eventuell improvisieren. Vor allem Italien steht dabei im Fokus, denn dort hat sich die Lage in den vergangenen Tagen massiv verschärft. Jüngst waren vor allem im Norden des Landes wieder vier Fußballspiele der Serie A abgesagt worden.

Aber auch in Teilen Spaniens hat sich die Situation verschärft. So haben die Verantwortlichen des Deutschen Golf Verbandes entschieden, die Mädchen aus dem Junior Team Germany noch vor dem ersten Abschlag der Copa la Reina auf Teneriffa wieder nach Hause zu holen, nachdem ein Patient auf der Kanareninsel positiv auf Covid-19 getestet worden war. 

Prof. Bernd Wolfarth, Mannschaftsarzt des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), rät von Reisen nach China, Südkorea und in die betroffenen Provinzen Norditaliens ab. "Es gibt eine Reihe von Gründen, aktuell Wettkämpfe und Trainingslager in diesen Gebieten auszusetzen. Nicht nur wegen der gesundheitlichen Gefahren, die teilweise noch überschaubar zu sein scheinen, sondern vor allem auch wegen zahlreicher logistischer Probleme und völlig unklarer Rückreiseoptionen bzw. Quarantänerisiken", so Wolfarth.

Bis wann sich die Situation ändern wird, sei im Augenblick unklar. Wolfarth: "Wir werden weiterhin täglich die Situation analysieren und stehen diesbezüglich auch in engem Kontakt mit dem Robert-Koch-Institut. Sobald absehbar ist, dass bestimmte Gebiete sicher sind, wird dies über die Presse kommuniziert." Bis dahin werde empfohlen, konsequent von jeglichen Reisen in Risikogebiete oder über Reiseknotenpunkte in Risikogebieten abzusehen.

Der Italienische Golf-Verband kündigte unterdessen auf seiner Website an, dass bei Aktivitäten in den vom Coronavirus-Notfall betroffenen Gebieten Emilia Romagna, Friaul-Julisch Venetien, Ligurien, Lombardei, Piemont, Trentino-Südtirol und Venetien mit Einschränkungen zu rechnen sei. Reisende sollten die aktuellen Mitteilungen der zuständigen Regierungsstellen beachten.

In Japan wächst knapp fünf Monate vor Beginn der Olympischen Spiele die Sorge vor einer Ausbreitung des neuen Coronavirus. IOC-Mitglied Richard Pound schätzt, dass es noch ein dreimonatiges Zeitfenster für eine Entscheidung über eine Olympia-Absage gibt. "Es ist eine große, große, große Entscheidung, und man kann sie erst treffen, wenn man verlässliche Fakten hat, auf die man sich stützen kann", sagte Pound der Nachrichtenagentur AP.

Der japanische Virologe Hitoshi Oshitani, der die WHO während der SARS-Pandemie 2002/2003 beraten hatte, sagte Japan Today, niemand wisse derzeit, ob man das Virus bis zum Start der Spiele stoppen könne: "Im Moment haben wir keine wirksame Strategie und es wäre schwierig, wenn die Olympischen Spiele jetzt stattfinden sollten. Aber bis Ende Juli kann sich die Lage ändern."

In weiten Teilen Chinas wurden so gut wie alle sportlichen Events abgesagt, darunter zum Beispiel die Hallen-WM der Leichtathleten in Nanjing, der Ski-Weltcup nahe Peking sowie der Große Preis in der Formel 1. Und Olympia in Tokio, wo Golf zum zweiten Mal nach 2016 in Rio wieder im Programm steht?

"Ich hoffe wirklich, dass die Infektionskrankheit irgendwie abklingt, damit wir die Olympischen und Paralympischen Spiele reibungslos durchführen können", sagt Toshiro Muto, Organisationschef für die Spiele 2020. Fest steht: Touristen sollten sich vor Antritt ihrer Reise sehr gut über aktuelle Entwicklungen informieren. In diesen Tagen vielleicht mehr denn je.

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