Bild Information: Die Altstadt von Girona (Photo by Shutterstock)

Hotspot für Golfer & Gourmets

Reise Spanien
 

Katalonien punktet mit Michelin-Restaurants, Spitzengolf und viel Kultur.

Costa brava, für wen das noch immer nach netten spanischen Küstenorten, hässlichen Hotels, Sangria-trinkenden Abiturienten und deutschsprachigen Kellnern klingt, hat viel nachzuholen. Die Costa brava, das ist vor allem ein Teil des geschichts- und kulturträchtigen Kataloniens - jenem so wunderschönen wie widerspenstigen Land mit eigener Sprache und riesigem Unabhängigkeitsbedürfnis. Und: Dieser Landstrich hat ein wildromantisches Hinterland, in das sich Küstenurlauber nur selten verirren und dabei einiges verpassen. 

Dalí, Miró und Gaudi

Selbst wer hier nur Natur und Erholung sucht und findet, kommt nicht umhin, nebenbei eine kleine Bildungsreise mitzumachen. Die Gegend ist berühmt für den großen Surrealisten Salvator Dalí – in seinem Geburtsort Figueres befindet sich die wichtigste Sammlung surrealistischer Kunst der Welt – für die Bilder Joan Mirós, die Häuser Antonì Gaudís und die sehnsüchtigen Romane der Schriftstellerin Mercè Rodoreda. Von hier stammen einige der besten Weine und Olivenöle der Welt und was in den lokalen Küchen passiert, prägt den globalen kulinarische Diskurs wie derzeit kaum eine zweite Region.

Natürlich: Hier ausschließlich zum Golfen anreisen, das ist möglich. Das PGA Catalunya Resort mit seinem weltberühmten Stadium Course ist Spaniens Golfplatz Nummer Eins und eine europäische Top-Golfdestination. Es liegt mitten in den sanften Hügeln der Costa Brava, nur wenige Autominuten entfernt von der Stadt Girona, die nicht selten als die attraktivere, weil weniger überlaufene kleine Schwester von Barcelona bezeichnet wird.

Das PGA-Resort ist gerade frisch renoviert, die neuen Hotelküchen exzellent. Nach 18 Löchern auf einem der beiden Golfplätze dreht man eine Runde im Pool oder entspannt im Spa. Man kann hier Tennis spielen und Yoga machen oder sogar Ausritte zu Pferd unternehmen. Für Familien gibt es einen Kletterpark.

Wenn nur nicht drumherum noch soviel zu erleben wäre! Mies-van-der-Rohe-Pavillon und wildes Nachtleben im mit dem neuen Schnellzug nur 37 Minuten entfernten Barcelona? Ja, auch. Aber das Gute liegt soviel näher. Mit den hoteleigenen Rädern kann man einfach drauflosfahren. Jahrhundertealte Vergangenheit und brisanteste Gegenwart flirren rund um Girona nur so um die Wette. Alles und jeder flüstert einem hier die europäische Geschichte ein: romantische Flußtäler und bizarre Felsmassive, uralte Olivenhaine, verfallene Klöster und Burgen, Dörfer und Städtchen. Und nicht zuletzt die Menschen, die hier leben. Sie sind es, die „Catalonia is not spain“ an Mauern und Hausfassaden anbringen, sowie die unzähligen „Sì“-Plakate und Kataloniens inoffizielle Flagge aus den Fenstern hängen.

Eine Region im Widerspruch

Geklärt sind die seit einigen Jahren wieder neu aufgeflammten Konflikte um die geforderte Unabhängigkeit der Region noch lange nicht. Das Herz der patriotischen Katalanen ist tief anrührend in seiner Widersprüchlichkeit – einerseits begreift es sich als weltoffen und fortschrittlich und bejaht den Gemeinschaftsgedanken der EU, andererseits kultiviert es einen traditionalistischen Nationalismus, der anderswo für mittelschwere Befremdung sorgen würde. 

Am unvergesslichsten, weil sinnlichsten, macht einem all das wohl die lokale Küche begreifbar. In ihr spiegeln sich althergebrachte iberische und katalanische Traditionen, die sich mit der Neugier und Weltoffenheit junger Küchenchefs paaren. Eine größere Häufung an Michelin-Stern-Restaurants pro Kopf gibt es sonst nirgends auf der Welt: 60 Lokale versammeln in Katalonien insgesamt 71 Michelin-Sterne.

Michelin-Sterne im Überfluss

Das wohl berühmteste unter ihnen ist das von den drei Roca-Brüdern betriebene und mit drei Michelin-Sternen ausgezeichnete „El Celler de Can Roca“ in Girona Stadt. Mehrmals wurde es bereits zum besten Restaurant der Welt gekürt und ist infolgedessen Monate, meist Jahre im Voraus ausgebucht. Wer dem Mythos lässig näherkommen will, geht mittags bei der Mutter der drei Brüder essen, sie unterhält seit Jahrzehnten das „Can Roca“, ihr eigenes Restaurant gleich um die Ecke des Ladens ihrer Söhne. Die Küche ist bodenständig, einfach und günstig. Einen Besuch wert ist auch der im Wes-Anderson-Stil eingerichtete Eisladen „Rocambolesc“ des im „El Cellar de Can Roca“ für Süßspeisen zuständigen Jordi Roca – dem jüngsten der drei Brüder. Jordi Roca ist es auch, dem zuletzt eine eigene Netflix-Folge der Serie „Chef’s Table: Pastry“ gewidmet wurde. 

 

 

 

Wer sich nicht für lediglich ein oder zwei der vielen hier ansässigen Lokale entscheiden kann und innerhalb kürzester Zeit soviel wie möglich von Gironas Esskultur erleben möchte, dem sei eine der exzellenten Touren von Girona Food Tours empfohlen. Gründer Marco Gonkel kennt hier jedes Lokal und lässt auf einer mehrstündigen Reise durch seine aktuellen Lieblingsläden alles auftischen, was ihm von Bedeutung scheint. Er warnt vor Touristenfallen und billigem Iberico-Schinken. Wen zur Verdauung nicht ohnehin die nächste Runde Golf lockt, sollte sich danach durch die vielen versteckten Gassen und geheimnisvollen Treppen der historischen Altstadt auf die gut einen Kilometer lange begehbare Stadtmauer hoch über Girona begeben. Nicht verpassen: die in der jüdischen Oberstadt befindliche Kathedrale mit dem schlichten Namen „Catedral“. Sie verbirgt das ­größte gotische Kirchenschiff der Welt. Die außerordentliche Schönheit der mittelalterlichen Stadt ist übrigens auch den Machern der Serie „Game of Thrones“ nicht verborgen geblieben, viele Szenen wurden hier gedreht.

Eine Stadt mit unzähligen Optionen also, wobei nicht nur für den Stadium-Platz von PGA Ctalunya gilt: Weltklasse!

Text: Mercedes Lauenstein

 

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