Bild Information: Die Reise mit dem Privatflieger

Abgehoben: Die Ultra-Luxus-Reise

 

Reisen kennt viele Formen - dieses Mal: Der Ausflug mit Privatjet.

Jeder von uns hat dieses Drama bereits durchlebt: Wir befinden uns gerade in der eigenen Villa am Tegernsee oder in Starnberg oder Grünwald inmitten heftigster Geschäftsverhandlungen. Es geht um Millionen, und plötzlich betritt unser Assistent leise den Raum und legt diskret einen Zettel auf den Tisch: „Pete hat angerufen. Er spielt morgen­ eine Runde in Pebble Beach. Wünschen auch Sie dabei zu sein?“

Golfen in Kalifornien, oder wo immer Sie wollen? 

Und ob wir dabei sein möchten! Der gute alte Pete. Sitzt gerade in Buenos Aires. Und wenn er auch noch Katya mitbringt, seine atemberaubende Russin?… Aber golfen morgen in Kalifornien – das wird knapp! Zeitlich. Trotzdem kritzeln wir rasch ein JA! hinter die Notiz. Der Assistent rauscht  ab. Er und Netjets werden es schon richten.

Kurz nach dem Ende der Verhandlungen gleitet eine ­Limousine auf den Hof des Anwesens und bringt uns direkt auf eines der Rollfelder des Flughafens München Franz Josef Strauß. Dort wartet bereits ein Privatjet auf uns.

Pebble Beach, wir kommen!

So weit das Szenario, nun zur Realität. Netjets ist einer von mehreren Anbietern von Privatfliegern, für die das Golfgeschäft zunehmend wichtiger wird. Immer mehr Golfer, die das nötige Kleingeld haben, nützen Privatflieger für superexklusive Golfausflüge. Und so sehen die dann aus: 

Der Reporter ist eben in Dublin gelandet. Anlass: das einmal im Jahr stattfindende Golfturnier der Netjets-Klientel. Vor dem Flughafengebäude wartet eine Limousine, um den Journalisten zum legendären irischen K Club, Ryder-Cup-Austragungsort 2006, zu transportieren. „Welches Flugzeug“, fragt der Chauffeur noch vor Fahrt­beginn den Kopf nach hinten wendend, „besitzen Sie?“

„Ich selbst keines“, antworte ich, „aber mein Enkel. ­Einen Airbus.“

„Ooooh!“

„Ja, aus dem Lufthansa-Souvenir-Shop?…“

Den Rest der Fahrt sprechen wir über Fußball.

Am nächsten Morgen im Frühstücksraum des direkt am Platz gelegenen Kildare-Hotels, am Nebentisch springt ein Pärchen in die Höhe, um ein anderes, eben eintreffendes, zu begrüßen. Bussi, Bussi. Dame Paar 1: „Wo kommt Ihr her?“ Dame Paar 2: „Aus Caracas. Über Toronto. Oder war es umgekehrt, Darling?“

1/4 Flugzeug reicht in der Regel

Alles Jetsetter eben. Wie wird man einer der ihren? Gilt es eine strenge Finanzprüfung abzulegen? Carsten Michaelis, der Mitteleuropa-Chef von Netjet: „Nein, nein, nein. Jeder kann Kunde werden. Da gibt es keine Restriktionen.“ Weltweit sind es momentan 76.000 „Owner“, wie sie heißen, die 1/16 oder 1/8 oder ¼ oder mehr Anteile an ­einem Flugzeug besitzen. Ein Flugzeug weist rund 800 Stunden Kapazität pro Jahr auf. „Die meisten Business-People“, so Michaelis, „benötigen lediglich 200 Stunden.“ Also erscheint es sinnvoller, nur einen gewissen ­Anteil an einer Maschine zu erwerben, beispielsweise ¼, statt gleich eine ganze zu kaufen. So wie manche Reiter(innen) im Stall ihres Vertrauens auch oft nur ¼ oder ½ Pferd besitzen. 

Damit wird der individuelle Luxusurlaub einfach: Schließlich kann man in einen kleinen Privatflieger pro­blemlos acht Kumpels und das Golfgepäck packen. Dann wird der Flugpreis auch günstiger: Normalerweise kommt die Flugstunde je nach Flugzeugtyp auf etwa 5.000 Euro. Hauptsache: Always happy landing. Als Passagier mit dem Flugzeug – und mit dem Ball auf dem Green.  

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