Bild Information: Anfi Tauro

Glorreiche Sieben auf dem Mini-Kontinent

Gran Canaria
 

Gran Canaria ist bekannt für Vulkane, viel Stein und große Dünenlandschaften. Aber Golf? Inmitten tiefer Felsschluchten, dort, wo es fast so selten regnet wie im nahen Afrika? Ja, durchaus.

Und dann ist da Calima. Nein, keine spanische Spielpartnerin, die heißblütig und mit Single-Handicap die Golfplätze der Insel zerlegt. Calima ist der trockene, heiße Wüstenwind, der über Gran Canaria fegt. Er erinnert daran, dass die Kanaren ziemlich nah an Afrika liegen, wo der Sand aus der Sahara immer wieder mal den Himmel über der Insel verdunkelt. Auch Einheimische können nicht voraussagen, wann es wieder soweit ist. Doch sie haben einen Verdacht: "Immer dann, wenn das Auto frisch gewaschen ist."

Der Sandstaub passt ins Bild. Die drittgrößte Kanaren-Insel ist bekannt für Vulkane, viel Stein und Dünenlandschaften. Aber Golf? Inmitten tiefer Felsschluchten, dort, wo es fast so selten regnet wie dort, von wo der Sand her geweht kommt?

Gut, schon 1891 gab es hier den ersten Golfplatz. Den richtigen Aufstieg zur Golfdestination gab es dennoch erst in den vergangenen Jahren. Das aber völlig zurecht.

Das Clubhaus des ältesten Golfkurses auf Gran Canaria

Sieben 18-Löcher-Plätze verteilen sich auf der Insel, fünf im Süden, zwei im Nordosten, alle innerhalb von rund einer Stunde Fahrzeit. Ideale Voraussetzungen, um als Urlaubsziel für Golfer zu punkten. Zumal der größte Trumpf Gran Canarias nicht die kurzen Wege sind. Die felsige Vulkaninsel ragt mit einem Durchmesser von 50 Kilometern aus dem Atlantik - und gilt doch als Miniaturkontinent, auf dem sich Klima (14 Mikroklimazonen!) und Geographie beinahe von Autobahnausfahrt zu Autobahnausfahrt verändern.

So unterscheiden sich auch die Kurse mitunter signifikant. Eine reizvolle Vielfalt: Von der baumgesäumten, mitteleuropäischen Anlage im königlichen Club de Golf de Las Palmas (Spaniens ältester Golfclub) im Norden bis zum Anfi Tauro Kurs im Süden, der im Arizona-Stil glänzt, unterscheidet sich jeder Platz vom nächsten.

Natürlich kann auch auf der drittgrößten Kanaren-Insel (nach Teneriffa und Fuerteventura) zwölf Monate im Jahr gespielt werden. Vor der Hochsaison im Winter, in der vor allem Skandinavier und Deutsche dem Schnee entfliehen und die Plätze bevölkern, werden die Grüns während des laufenden Betriebs instandgesetzt, ein Fakt, der bei der Reiseplanung nicht unerheblich sein sollte.
 

Einwohner:   838.000 (Stand 2016)
Lage:   Drittgrößte Kanaren-Insel,
200 Kilometer vom afrikanischen Festland
Besonderheiten:   14 Mikroklimazonen, Naturvielfalt
Touristen:   3 Millionen im Jahr (800.000 Deutsche)
Durchschnitttemperatur:   24 °Celsius


Dafür wartet der Sommer gerne mit sensationellen Greenfee-Preisen auf. So lässt sich mancher Platz in den nicht viel heißeren Monaten an Randzeiten (vor 9 Uhr, nach 16 Uhr) für rund 30 Euro spielen.

Das ist kein Erlass aufgrund erhöhter Calima-Gefahr. Sandstürme gibt es im Sommer wie im Winter. Und wirklich oft bläst es auch nicht vom afrikanischen Festland. Nur regnen tut es seltener - aber das ist keine Kunst. Auf Gran Canaria sind Regentage im Jahr seltener als beeindruckende Golflöcher auf den 70 Kilometern zwischen Las Palmas und Anfi Tauro.

Real Club de Golf Las Palmas

Die verhältnismäßig kleine Fläche direkt neben einem Vulkankrater schafft es, einen Par-71 Kurs zu beherbergen, der lang, dafür schmal und mit kleinen Grüns daherkommt. Genau das ist der Reiz des ältesten spanischen Clubs, der unter anderem die Profigeschwister Cabrera-Bello in die Weltspitze begleitete. 

El Cortijo Club de Campo

Die Anlage mit dem Stier liegt ein wenig versteckt, zwischen Hügeln und Felsen erhebt sich irgendwann das Schild mit dem stolzen Tier und ein Clubhaus, das in seiner modernen Gestalt den eindrücklichsten ersten Blick aller Golf-Gebäude auf Gran Canaria bietet. 

Maspalomas Golf

Die relativ flachen Bahnen sind insgesamt leicht zu spielen. Einzig der Wind und die schnellen Grüns machen diesen Platz, günstig gelegen im Tourismuszentrum Maspalomas zwischen Dünen und Naturschutzgebiet, zu einer Herausforderung. 

Meloneras Golf

Die Club-Verantwortlichen rühmen sich damit, dass ihr Kurs mit jedem Loch schwieriger werden und, sie haben nicht unrecht. Wenn die Steigerung auch nur auf den ersten Blick signifikant ansteigt. Dafür wird es auf den zweiten Neun definitiv spektakulärer. 

Salobre Golf & Resort (Nord und Süd)

36 Löcher gibt es auf Gran Canaria in einem Club sonst nicht. Das Salobre Golf & Resort verbindet einen inseltypisch hügeligen Kurs mit einer sehr anspruchsvollen Variante des Schluchtengolfens.

Anfi Tauro

Nach dem Vorbild der Golfplätze in Arizona - ohne Rough, dafür mit jeder Menge Sandgestein - glänzt der Kurs mit abwechslungsreichem Design, beeindruckendem Panorama, sehr gutem Pflegezustand und einer Rundum-Herausforderung: von der Driverexpertise über präzises Eisenspiel, ondulierten Grüns, dazu viel Wind und bergiges Terrain. 

Hotels

Wer auf Gran Canaria möglichst viele Plätze ausprobieren will, hat in Maspalomas in unmittelbarer Nähe der fünf Kurse im Süden die große Auswahl an Hotels jeder Preisklasse. Die Dichte an 4- und 5-Sterne-Angeboten ist beeindruckend. Viele Hotels haben zumindest Vereinbarungen mit den ortsansässigen Clubs Maspalomas und Meloneras, Shuttles sind kein Problem, Schließfächer für Golfgepäck, Greenfee-Reservierung und der Reinigungsservice für Equipment sind selbstverständlich.

Anfi Tauro und Salobre grenzen direkt an große Hotels, die für Anhänger der jeweiligen Kurse die perfekte Wahl sind, gleichzeitig aber auch nicht weit von den Kursen in Maspalomas liegen. Ein Tipp ist sicherlich auch das Vik Hotel Bandama Golf direkt am Real Club de Golf im Norden der Insel. Die Anfahrt zu den Südkursen ist jedoch dafür etwas länger.

H10 Playa Meloneras Palace

5 Sterne, dennoch eine ungezwungene Atmosphäre - die knapp 400 Zimmer verteilen sich über eine derart große Fläche, dass nie der Eindruck eines überfüllten Komplexes entsteht, auch wenn das Hotel ausgebucht ist. Die Lage, zwischen den Golfplätzen Meloneras und Maspalomas, ist für Golfer sehr interessant. Von der Terrasse ist Ersterer zu sehen.

Seaside Grand Hotel Residencia

Das Residencia gehört als einziges Haus der Insel zur Vereinigung der "Leading Hotel". Mitten in Maspalomas sind es zu den berühmten Dünen, zum Strand und auch zu den Golfplätzen nur wenige Minuten. Knapp 100 Zimmer finden sich in den zweistöckigen Villen, der Spa-Bereich ist neu gestaltet. Sicherlich die exklusivste Unterkunft Gran Canarias.

Sheraton Salobre Golf Resort und Spa

Gran Canarias einziges Hotel mit 36 Löchern direkt vor der Tür. An den Felsen gebaut, verfügt das 5-Sterne-Hotel über mehrere Terrassen und sieben Freiluft-Pools. Nach der Runde empfiehlt sich ein Gang ins erstklassige Spa mit Blick vom Spa-Pool auf den Salobre-Südkurs. Am Abend warten drei Restaurants und vier Bars.

Hotel Seaside Palm Beach

Von außen macht das Palm Beach, direkt am Strand in Maspalomas, nicht den Eindruck eines Design-Hotels. Doch innen glänzt das Hotel mit spezieller, aber sehr geschmackvoller Einrichtung. Auch das Spa - direkt neben dem Freiluft-Fitnessstudio - kann sich sehen lassen.

Lopesan Costa Meloneras Resort

Mehr als tausend Zimmer hat das 4-Sterne-Superior-Hotel, das, zentral in Maspalomas gelegen, einen kostenlosen Shuttle-Service (und Greenfee-Ermäßigung) zu den beiden ortsansässigen Golfplätzen anbietet. Das große und sehr ansprechende Corallium Spa bietet eine extra Golf-Behandlung.

Hotel Bandama Golf

Golfer verirren sich auf Gran Canaria normalerweise nicht in den Norden der Insel, abgesehen von Tagesausflügen zu den beiden dortigen Golfkursen. Doch das Hotel Bandama könnte für ein Umdenken sorgen. Eine preiswertere Alternative, direkt am ältesten Golfkurs Spaniens. Und ja, es ist dennoch nur eine Stunde zu den Clubs im Süden.

Die Insel

Gran Canaria ist die drittgrößte der Kanarischen Inseln, knapp 200 Kilometer vom afrikanischen Festland entfernt. Geografisch ist die Insel dadurch eher Afrika zuzuordnen. Gran Canaria gilt auch als "Miniaturkontinent", weil sich dort auf 1.560 Quadratkilometer Fläche verschiedene Mikroklimata und sehr abwechslungsreiche Landschaft präsentieren. Die Insel besitzt kilometerlange Sandstrände, spektakuläre Steilküsten, Dünenlandschaften und im Landesinnern Berge und Schluchten mit grünen Tälern und Wäldern.

2005 hat die Unesco das Biosphärenreservat, das 47 Prozent der Inselfläche umfasst, zum Weltkulturerbe ernannt. 32 Naturschutzgebiete gibt es heute auf der Insel, die 815.000 Menschen beheimatet, die Hälfte davon in der Hauptstadt Las Palmas de Gran Canaria.

Reisezeit/Klima

Mildes Klima und warmes Wasser gibt es auf Gran Canaria eigentlich das ganze Jahr über. Die Temperaturen steigen auch im Sommer selten weit über 30 °Celsius. Und selbst im Winter liegt die Wassertemperatur um die 19 °Celsius. Wenn es Regen gibt, was sehr selten passiert, dann am häufigsten im November und Januar (durchschnittlich jedoch lediglich 30 mm Niederschlag). Golf ist damit an nahezu jedem Tag im Jahr möglich.

Anreise

Unter anderem Air Berlin, Condor, Iberia und Lufthansa fliegen den Flughafen Gando mehrmals wöchentlich von allen großen deutschen Flughäfen an. Von dort sind es gut 20 Minuten zu den Nordkursen, rund eine halbe Stunde in den Süden nach Maspalomas. Es gibt mehr Flüge aus Deutschland als vom spanischen Festland. 800.000 deutsche Touristen kommen im Jahr auf die Insel, drei Millionen insgesamt.

Sonstiges

Gran Canaria ist bekannt für zahlreiche weitere Freizeitmöglichkeiten, von Wandern und Klettern über Mountainbiken und Wassersportarten wie Surfen, Segeln und Tauchen. Für Letztere gibt es rund um die Insel verschiedenste Top Spots, Wanderer und Kletterer zieht es ins Innere der Insel. Insgesamt gibt es weit über 100 Strände, Naturschätze wie die Dünenlandschaft von Maspalomas, archäolgische Fundstätten, die Hauptstadt Las Palmas mit seinem berühmten Stadtstrand, den Jachthafen im Puerto de Mogán und eines der modernsten Spielkasinos der Welt, das Gran Casino Costa Meloneras.

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