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Skåne: Hier ist Golf Volkssport

 

Wissen Sie, warum Golf in Deutschland kein Volkssport ist? Golf.de meint, das liegt einzig und alleine am Preis. In Schweden zahlt der Golfer rund 500 Euro für eine Saison. Und dass auf grandiosen Plätzen im Süden des Landes. Wir haben uns umgesehen und sieben erstklassige Kurse rund um Malmö gespielt. 

Die Preispolitik in Schweden ist für uns Deutsche durchaus verblüffend. Das Land gehört zur EU, bezahlt wird aber mit der Schwedischen Krone. Das Preisniveau ist im Vergleich zu Deutschland hoch: Miete, Benzin und Restaurantbesuche kosten in etwas so viel wie in München - und die bayerische Hauptstadt zählt deutschlandweit zu den teuersten Flecken.

Eines ist in Schweden jedoch vergleichsweise günstig. Es ist das bei uns so teure Hobby Golf. In einem erstklassigen Club wie Vasatorps mit zwei 18-Löcher-Plätzen (ein dritter soll bald wieder eröffnet werden), einem Kurzplatz und unglaublich guten Übungsanlagen, zahlt man umgerechnet 550 Euro pro Jahr. Und dass nicht als Schüler oder Student, sondern als vollwertiges Mitglied. Der zum Club gehörende Tournament Course, den wir spielen durften, ist dabei von der Sorte, die es in Deutschland fast nicht gibt. Wir würden sagen: Der Platz ist besser als die 18 von Jack Nicklaus entworfenen Löcher von Gut Lärchenhof oder der Faldo Course in Bad Saarow -, und das will schon etwas heißen.

Leider sind die Greenfees rund um Malmö, der nach Stockholm und Göteborg drittgrößten Stadt Schwedens, nicht ganz so preiswert. Aber dennoch: Meist werden Tages-Greefees ausgegeben, die Preise liegen zwischen 45 und 80 Euro. Im Sommer kann man somit auch locker zwei Runden drehen.

Die Region Skåne ist der Teil, in dem die meisten Golfplätze des Landes zu finden sind. Ein positiver Aspekt für deutsche Golf-Urlauber, denn dank der seit dem Jahr 2000 eröffneten Öresundbrücke, die das dänische Kopenhagen mit Malmö verbindet, kann man Südschweden auch mit dem Auto gut erreichen (von Hamburg sind es zum Beispiel rund 350 km). Eine zweite Alternative ist die Fähre, die von Travemünde oder Rostock nach Trelleborg übersetzt. Hier lohnt sich die Abreise am Abend, wodurch man ausgeruht am frühen Morgen ankommt und den Tag gleich zum Golfen nutzen kann.

Als Standort empfiehlt sich Malmö. Die Stadt fasst etwas mehr als 300.000 Einwohner, hat viel Charme und ist sehr abwechslungsreich. In der Altstadt trifft man sich am Abend auf dem Lilla Torg, einem alten Marktplatz mit Fachwerkhäusern. Ganz anders sieht es im Hafendistrikt aus. Hier steht der Turning Torso, ein 190 Meter hoher Büroturm, der sich im neuen Trendviertel Västra Hamnen in den Himmel schraubt. Gläserne Appartements, zum Hinsetzen auffordernde Holzplanken und die salzige Meerluft prägen das Viertel. Zudem kann man an heißen Tagen direkt ins Meer springen.

Kurze Fahrtzeiten, starke Plätze
Von Malmö fährt man maximal eine Stunde zu den umliegenden Plätzen. Unbedingt einen Besuch wert ist die Halbinsel Falsterbo im Südwesten mit dem gleichnamigen Falsterbo GC und den 27 Löchern von Ljunghusens. Die beiden Links-Kurse zählen zu den Klassikern des Landes, und die angrenzenden Häuser - inklusive der bunten Badehäuser - zeigen, wo die reichen Schweden aus Stockholm gerne ihren Sommerurlaub verbringen. Sehr sportlich geht es auf den Plätzen des Vasatorps GC sowie im PGA of Sweden National, der neuen Kaderschmiede des Landes, zu (leider auch der teuerste Platz mit rund 100 Euro Greenfee). Spielern wie Peter Hanson kann man hier durchaus einmal über den Weg laufen. Auch Bokskogens, südwestlich von Malmö, bietet wiederum viel fürs Geld und zählt 36 Löcher.

Der Barsebäck Golf & Country Club hat schließlich eine Art Sonderstellung. Der Solheim Cup wurde hier ausgetragen und die European Tour war im Rahmen des Scandinavian Masters mehrfach zu Gast. Ein äußerst abwechslungsreicher Platz, den man gespielt haben muss.

Neben all' dem Golf sollte man eines nicht vergessen: Die Schweden sind tolle Gastgeber, gerade auf dem Golfplatz. Alles ist ein wenig lockerer als bei uns. Man kann also nicht viel falsch machen, wenn man einen Abstecher nach Schweden plant.

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Hotels & Restaurants: Das Radisson Blu Hotel in der Altstadt ist ein guter Standort in Malmö (Ü/F ab 115 Euro). Zu empfehlen ist auch das in der Nähe liegende Hotel Master Johan (Ü/F ab 125 Euro). Direkt am Platz liegen schließlich die Suits im PGA of Sweden. Nach Malmö sind es von dort etwa 15 km. Zum Essen besonders empfehlenswert sind die Restaurants Bastard (vor allem Fleisch; Mäster Johansgatan 11) und Lemongrass (asiatisch, auch Sushi) sowie das essen in den Clubhäusern. Besonders lecker waren hier Falsterbo und Ljunghusens.

Golf: In diesen sechs Clubs haben wir auf insgesamt sieben Plätzen gespielt.
Vasatorp Golf Course
PGA of Sweden National
Falsterbo Golf Course
Barsebäck Golf & Country Club
Ljunghusens Golf Course
Bokskogens Golf Course

Reisezeit: In der Region Skåne ist es im Vergleich zu Deutschland ein paar Grad kühler. Die schönsten Monate für einen Sommerurlaub sind Juli, August und September. Die Plätze an der Küste haben meist ganzjährig geöffnet und werden nur bei Schneefall geschlossen.

Fährverbindungen: Mit den Fähren von TT-Line kann man täglich von Travemünde und Rostock nach Trelleborg übersetzen (ab 177 Euro pro Zimmer inkl. PKW). Die Fahrt dauert zwischen sechs und sieben Stunden. Besonders empfehlenswert ist eine Fahrt über Nacht. Das Fährunternehmen bietet auch spezielle Angebote für Golfer, unter anderem mit dem Radisson Blu Hotel. Von Malmö sollte man sich einen Abstecher nach Kopenhagen gönnen. Mit dem Zug sind es rund 40 Minuten, mit dem Auto dauert es meist etwas länger. Aufgepasst: Parken ist in Kopenhagen schwierig und sehr teuer.

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