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FAQs zur Vorgabenüberprüfung

Vorgabensystem
 

Jedes Jahr findet die jährliche Überprüfung der Vorgaben nach Beendigung der Spielsaison statt. Antworten auf die häufigsten Fragen dazu finden Sie hier.

Welche Handicaps werden überprüft?

In die Überprüfung kommen alle EGA-Vorgaben der Vorgabenklassen 1-5, die auf insgesamt mindestens acht vorgabenwirksamen Ergebnissen innerhalb von zwei Jahren beruhen.

Seit wann gibt es die jährliche Überprüfung der Vorgaben?

Bereits seit 1928 ist eine  jährliche Überprüfung Bestandteil der europäischen Vorgabensysteme. Bis 2011 war diese jedoch mit einem erheblichen Aufwand für die Vorgabenausschüsse der Golfanlagen verbunden, weshalb sie in vielen Clubs nicht oder nur alle paar Jahre, durchgeführt worden ist. Seit 2013 unterstützt die Clubverwaltungssoftware auf den Golfanlagen die Vorgabenausschüsse auch für diese Maßnahme und die jährliche Überprüfung wird automatisiert umgesetzt.

Wenn ein Spieler sich durch schlechte Ergebnisse ohnehin mehrfach heraufgespielt hat, warum wird er am Ende des Jahres für dieselben Ergebnisse erneut „bestraft“?

Je nach Handicapklasse wird eine Vorgabe nur um 0,1 heraufgesetzt, bzw. in den Klasse 5 gar nicht, selbst wenn der Spieler regelmäßig deutlich weniger Punkte erzielt, als es für sein Handicap zu erwarten wäre.

Im Extremfall würde sich ein Spieler, der z.B. mit Handicap 20,0 geführt wird in zehn vorgabenwirksamen Runden sogar ganz ohne erzielte Stableford-Nettopunkte nur auf 21,0 heraufspielen, obwohl seine Spielergebnisse ganz klar auf ein hiervon deutlich abweichendes Spielpotenzial schließen lässt. Damit würde er schon für die Veränderung um 1,0 in zehn Turnieren mit einem falschen Handicap antreten.

Und übrigens, auch wenn es oft anders gesehen wird, bedeutet die Veränderung des Handicaps keine Strafe. Ausschließlicher Sinn des Handicaps ist es, das Spielpotenzial so genau wie möglich widerzuspiegeln.

Warum ist mein Handicap um einen Schlag (oder sogar um zwei bzw. drei Schläge) herabgesetzt worden, obwohl ich selten 36 oder mehr Stableford-Nettopunkte erziele?

Viele Spieler sind der Ansicht, sie müssten 36 Nettopunkte erzielen, um ihr Handicap zu bestätigen. Richtig ist jedoch, dass Golfer zu dieser Bestleistung nur sehr selten in der Lage sind.  Wer also regelmäßig in den Puffer spielt oder gar 36 Punkte erzielt, zeigt damit, dass sein Spielpotenzial besser ist, als sein Handicap dies vermuten ließe.

Um wie viele Schläge kann das Handicap durch die jährliche Überprüfung verändert werden?

Durch die jährliche Überprüfung der Vorgaben können nur Herauf- oder Herabsetzungen um einen bis drei volle Schläge veranlasst werden. Dies ist abhängig von der Vorgabenklasse und von den gespielten Ergebnissen.

Kann ein Spieler sich von der jährlichen Überprüfung befreien lassen, z.B. wenn er berufsbedingt oder aufgrund einer Krankheit nur wenig gespielt hat?

Nein. Da das Handicap das möglichst aktuelle Spielpotenzial des Golfers angeben soll, ist der Grund für die derzeitige Leistung nicht maßgeblich, sondern ausschließlich die erzielten Ergebnisse. In wenigen Einzelfällen könnte nach der Umsetzung der jährlichen Überprüfung der Vorgaben jedoch eine erneute, manuelle Veränderung der Vorgabe notwendig werden, z.B. falls ein Spieler verletzungsbedingt in einer Saison schlechtere Ergebnisse erzielt hat, als üblicherweise, und diese Verletzung vollständig ausgeheilt ist, so dass er in der anstehenden Saison voraussichtlich wieder zu seiner vorherigen Spielstärke zurückfindet. Die Entscheidung hierüber trifft der Vorgabenausschuss des Heimatclubs.

Welche Ergebnisse werden für die jährliche Überprüfung der Vorgaben genutzt?

Zur Überprüfung einer Vorgabe sind mindestens acht vorgabenwirksame Ergebnisse notwendig. Liegen aus der laufenden Saison weniger als 8 Ergebnisse vor, werden alle Ergebnisse des Vorjahres zu der Überprüfung hinzugefügt.

Hat ein Spieler in dem Jahr mehr als acht Ergebnisse erzielt, so fließen alle vorgabenwirksamen Ergebnisse des laufenden Jahres in die Überprüfung mit ein.

Ist die jährliche Überprüfung der Vorgaben eine Maßnahme, die nur in Deutschland angewandt wird?

Nein. In allen kontinentaleuropäischen Ländern gilt das EGA-Handicap-System der European Golf Association gleichermaßen und die jährliche Überprüfung ist ein Bestandteil des Handicap-Systems. Auch in anderen Handicap-Systemen wie z.B. CONGU in Großbritannien ist eine jährliche Überprüfung selbstverständlich.

Warum wird einem Spieler das Handicap „wieder weggenommen“, das er sich (mühsam) erarbeitet hat?

Ein Handicap ist nicht als „Bestleistung“ zu verstehen, sondern soll möglichst aktuell und genau das Spielpotenzial eines Golfers widerspiegeln. Das ist ein wichtiger Aspekt des „Fair Play im Golfsport“. Üblicherweise spielen sich Anfänger und junge Golfer sehr schnell herunter, ältere Spieler oder Golfer mit zeitlichen Einschränkungen (z.B. junge Eltern, Berufstätige) wieder herauf. Jedes Handicapsystem basiert auf der Annahme, dass jeder Spieler sich stets bemüht, so gut wie möglich zu spielen und so viele vorgabenwirksame Runden wie möglich einzureichen. Bei einem korrekt geführten Handicap sind Schwankungen in beide Richtungen somit normal und spiegeln das ganz natürlich schwankende Spielpotenzial des Golfers wider.

Kann man die jährliche Überprüfung des Handicaps umgehen, indem man einfach nicht mehr vorgabenwirksam spielt?

Sinn eines Handicaps ist es ausschließlich, Auskunft über das Spielpotenzial eines Spielers zu geben. Liegen dem Vorgabenausschuss von einem Spieler keine Spielergebnisse vor, so ist dessen Spielpotenzial nicht bekannt und das Handicap verliert jegliche Aussagekraft. Ohne ausreichende Erkenntnisse über das Spielpotenzial eines Golfers kann dessen Handicap nicht verändert werden, es verliert dadurch allerdings letztlich auch jegliche Aussagekraft. Da das Handicap die Grundlage für das Spiel um Nettopreise ist, gibt es ein Fairplay beim Spiel um Nettopreise nur mit „aktiven Handicaps“, also Handicaps, die auf mindesten vier Ergebnissen pro Spielsaison beruhen. Immer mehr Spielleitungen gehen dazu über, auch bei nicht vorgabenwirksamen Turnieren mit attraktiven Sponsorenpreisen nur noch diejenigen Spieler zum Spiel um die Nettopreise teilnehmen zu lassen, deren Handicaps als „aktiv“ gelten.

Übrigens: Ziel des Golfspiels ist nicht die „Pflege des Handicaps“ sondern, ein möglichst gutes Spielergebnis auf der Runde zu erzielen. Die Handicapfestsetzung / -berechnung knüpft daran lediglich an und ist niemals Selbstzweck.

Und: Der Vorgabenausschuss jedes Golfclubs ist dafür verantwortlich, dass alle Spieler mit den richtigen, also zu ihrem Spielpotenzial passenden Handicaps antreten und kann bei Abweichungen jederzeit auch unterjährig die Handicaps anpassen.

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