Bild Information: Mulligan-Methode: Mickelson und Bradley bei der Geldübergabe

Die Mulligan-Methode

Zocks & Spielformen
 

Gute Golfer können nicht ohne, und unabhängig von der Spielstärke gibt es immer ein Format, das in Frage kommt. Die Rede ist von Zocks. Denn auf dem Golfplatz wird eigentlich immer um irgendwas gespielt. Egal, ob Drinks, Bälle oder Bares. Wir erklären die gängigsten Spielformen für die Runde. Diesmal: Die Mulligan-Methode, ein Spiel für den mental Schwachen.

Die Mulligan-Methode eignet sich am besten für Spieler ungleicher Stärke, wobei der eine hin und wieder doch auf das Niveau des anderen kommt. Es spielen beide Parteien ihr Loch für sich selber, wobei der Spieler, der vermeintlich schlechter ist, an x Löchern einen sogenannten “Mulligan“ hat. Der Mulligan bedeutet, dass der Spieler seinen Schlag straffrei wiederholen darf. Das heißt, er gibt seinem Kontrahenten ein Zeichen, dass ihm sein Schlag nicht gefallen hat und wiederholt diesen. Unabhängig davon, ob dieser dann besser oder schlechter ist, wird von dort aus weitergespielt. Den Zeitpunkt des Wiederholungsschlags darf der Spieler beliebig wählen - egal, ob vom Tee, nach einem Schlag ins Aus oder nach einem verschobenen Putt. Am Ende des Lochs wird dann von beiden Golfern die Schlagzahl verglichen und derjenige, der weniger Schläge gebraucht hat, gewinnt das Loch.

So geht's: Ein Beispiel

Rainer (Handicap 12) und Michael (Handicap 1) gehen gemeinsam auf die Runde und wollen gegeneinander spielen - aber jedoch im Matchplay-Modus und nicht mit Vorgabe. Damit sie offen spielen können, beschließen die Beiden die Mulligan-Methode mit Vorteil für Rainer auszuprobieren. Je nach Differenz der beiden Handicaps müssen beide Spieler vorher bestimmen, wieviele Mulligans der schlechtere an welchen Löchern benutzen darf. Das Wichtige ist nur, dass sich die Kontrahenten am Ende einig sind. Gespielt wird in unserem Fall mit einem Einsatz von einem Euro pro gewonnenem Loch.

Auf dem ersten Loch, einem Par 5, spielt Rainer einen für seine Spielklasse hervorragenden Drive, also kein Grund, den Mulligan hier einzusetzen. Michael beginnt ebenfalls stark und liegt Mitte Fairway. Den Beiden gelingen ebenfalls sehr gute zweite Schläge, wobei Michael auf Grund seiner Länge schon etwas näher am Grün liegt. Der dritte Schlag von Rainer landet im Bunker und er setzt daraufhin seinen Mulligan ein, da er sich erhofft, den Ball aufs Grün zu schlagen. Zu seinem Pech passiert ihm sein Fehlschlag ein weiteres Mal und seine Situation hat sich nicht verbessert. Michaels Grünschlag landet neben der Fahne und er puttet zum Birdie aus aussichtsreicher Position. Da Rainer ohne Mulligan kein Sand-Save (Bunkerschlag und Putt) gelingt, aber Michael ein Par spielt, verliert er das Loch. Hätte er den Mulligan erst auf dem Grün eingelöst, hätte er eventuell auch das Par gehalten.

Wäre das der Endstand der Begegnung, müsste Rainer einen Euro Wettschulden an Michael bezahlen.

Praxis-Tipp:

Den Mulligan lieber im kurzen Spiel einlösen, vor allem beim Putten kann ein zweiter Versuch von Vorteil sein.

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