Bild Information: Donald Trump zu Besuch in Turnberry/Schottland. (Photo by Jeff J. Mitchell/Getty Images)

Trump will Open und schickt Botschafter

Majors
 

US-Präsident soll Ausrichtung in seinem Turnberry Resort forciert haben.

Donald Trump dürfte auf der Beliebtheitsskala der Europäer nicht sehr weit oben stehen. Die Schlagzeilen, die der US-Präsident macht, sorgen nicht selten für Kopfschütteln zwischen Portugal und Polen sowie Italien und Schweden. Nun gibt es mal wieder News zum Thema Golf. Die New York Times berichten, dass Trump den US-Botschafter unter Druck gesetzt haben soll, die British Open in sein Resort nach Schottland zu holen.

Robert Wood Johnson, amerikanischer Botschafter in Großbritannien und enger Vertrauter Trumps, soll Kollegen im Februar 2018 mitgeteilt haben, dass der US-Präsident ihn gebeten habe, zu prüfen, ob die Organisatoren der British Open überredet werden könnten, die Veranstaltung im Trump Turnberry Resort in Schottland auszurichten. Berichten der New York Times zufolge sind drei Personen über Trumps Forderungen in Kenntnis gesetzt.

Das Major, das in diesem Jahr der Corona-Pandemie zum Opfer fiel, wird von der Royal & Ancient Golf Association durchgeführt. Turnberry ist ein Golfresort an der Küste Firth of Clyde im Südwesten Schottlands und eigentlich einer der regelmäßigen Austragungsorte der Open. Eigentlich, denn seit Trump 2016 zum US-Präsidenten gewählt wurde, haben die Organisatoren das Resort als Spielort nicht mehr berücksichtigt.

1986, 1994 und zuletzt 2009 war Turnberry Schauplatz des ältesten Golfturniers der Welt. Seitdem nicht mehr. Hat das damit zu tun, dass Trump inzwischen Eigentümer der Anlage ist? Es wäre nicht das erst Mal, dass Trumps Golf-Besitz, ohne Zweifel fein und erhaben, von Politikern für Events gemieden wird. Der US-Präsident jedenfalls schien nachhelfen zu wollen und soll seinen Botschafter angewiesen und mal eben vorgeschickt haben. Nicht die feine Englische.

Laut Berichten soll Johnsons Stellvertreter, Lewis A. Lukens, seinem Chef davon abgeraten haben, den Forderungen Trumps nachzukommen, da es unethisch wäre, die Präsidentschaft für private Zwecke zu nutzen. Eine Klausel in der US-Verfassung besagt, dass Bundesbeamte keine Geschenke oder Gewinne von ausländischen Regierungen annehmen dürfen. Ethik-Experten stellten fest, dass ein Verstoß gegen die Klausel auftreten könnte, da die britische oder schottische Regierung wahrscheinlich für die Sicherheit des Turniers zahlen müsste, was dem Präsidenten zugute kommen würde.

Botschafter Johnson soll den Anweisungen des Präsidenten jedoch gefolgt sein und habe Trumps Idee, die Open in Turnberry stattfinden zu lassen, beim schottischen Minister David Mundell zur Sprache gebracht. Norman L. Eisen, der als Sonderberater für Ethik unter Präsident Obama fungierte, erklärte gegenüber der Times: "Es ist ein diplomatisches Fehlverhalten, denn wenn sie dies tun, bringen sie sich in eine angreifbare Position." Mundell soll in einem Interview erklärt haben, dass es für ihn unangemessen sei, Geschäfte mit dem US-Botschafter zu besprechen.

Und die Organisatoren der Open Championship? Die haben die Spielorte der kommenden Turniere festgelegt: Da in diesem Jahr keine British Open stattfinden können, wird 2021 der Royal St. George's Golf Club im englischen Kent zum Zuge kommen (15. bis 18. Juli). Die 150. Ausgabe des Events steigt dann 2022 in St. Andrews. 2023 ist Royal Liverpool an der Reihe, 2024 dann der Royal Troon GC in Schottland.

Trump wird sich also noch etwas gedulden müssen. Frühestens 2025 gäbe es wieder eine Chance. Wer weiß, ob er dann überhaupt noch US-Präsident ist. Erst einmal muss er im November dieses Jahres sein Amt behaupten. Sollte er abgewählt werden, könnte das für die Vergabe großer Turniere für Anlagen wie Turnberry durchaus von Vorteil sein.

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