Bild Information: Der Südplatz des G&CC Seddiner See

Steinkauz plus Spitzenplatz

Erster Abschlag
 

Erster Abschlag: Die Kolumne zum Wochenanfang. 

Früher war das so: Wenn ein Vertreter eines deutschen Golf Clubs über Artenvielfalt auf seinem Gelände und das Sparen von Wasser sprach, runzelten alle "echten" Golfer erst einmal die Stirn. "Schon wieder so ein Kraut-und-Rüben-Platz. Eidechsen und tolle Pflanzen an jeder Ecke, aber kein vernünftiges Grün in Sicht. Rough, wohin das Auge blickt, weil auch auf jedem Fairway die Gänseblümchen wucherten."

Spitzenplätze müssen nachhaltig sein

Das Jetzt sieht anders aus. Im Heute ist ein Spitzenplatz nachhaltig. 2019 sprechen Vertreter von Deutschlands sportlichsten Clubs wie selbstverständlich über Wasserbilanzen, genügsame Gräser, Artenschutz. Wer sich die Nominiertenliste zum DGV-Innovationspreis ansieht, stößt auf drei Namen, die in Deutschland weithin bekannt sind. Der G&CC Seddiner See betreibt unter anderem den Südplatz, den viele Fachleute für Deutschlands besten Golfplatz halten. Der Stuttgarter GC Solitude ist seit Jahren mit seinen Mannschaften in den diversen Bundesligen vertreten, zählt zu den sportlich erfolgreichsten Clubs Deutschland und hat einen modernen und anspruchsvollen Golfplatz. Der GC Schönbuch gehört ebenfalls zu den führenden Anlagen in Baden-Württemberg. Von wegen Kraut-und-Rüben-Plätze also.

Nachhaltigkeit, Umweltschutz und Artenvielfalt sind bei diesen Top-Clubs ständig auf der Tagesordnung, weil jeder Club-Präsident und sein Management längst realisiert haben, dass das eine ohne das andere nicht funktioniert. Wer sich keine Gedanken über Klima, Wasser und Wetter macht, wird angesichts der veränderten Rahmenbedingungen keinen Platz mehr erstklassig pflegen können. Wer sich nicht ausreichend mit Tieren und Pflanzen auf der eigenen Anlage auseinandersetzt, wird auf Dauer nicht wettbewerbsfähig sein, weil der Golfer als Kundschaft zunehmend das Naturerlebnis sucht - und einen guten Golfplatz.

Das Klima wird zur Herausforderung

Wie schwer das manchmal ist, erkennt man im G&CC Seddiner See. Es ist der Club, der mit seiner Lage in Potsdam 2018 mit der trockensten Zone Deutschlands kämpfte und trotzdem seine zwei 18-Löcher-Plätze in 1a-Zustand halten musste. Die Auseinandersetzung mit der Natur ist hier zwangsweise erforderlich, im Club hat man sie längst verinnerlicht. Das Verständnis für Böden und Gräser ist gewachsen.

Die zunehmend restriktiven Dünge- und Spritzbestimmungen in der Europäischen Union scheiden beim Greenkeeping längst die Spreu vom Weizen. Wer als Greenkeeper früher noch einen guten Platzzustand produzierte, weil er zur Not in die Kiste mit erlaubten Spritzmitteln griff, hat inzwischen nur noch eine Chance auf gutes Gras und wenig Krankheiten, wenn er ein Händchen und die nötige Expertise für Boden und Grün hat.

Für die Anlagen ist all’ das zweifellos eine Herausforderung, aber vielleicht auch ein Anreiz. Denn gute Qualität und damit Bestand am Kunden werden am Ende nur noch jene erreichen, die sich dieser Themen annehmen. Die richtige Mischung aus Sportplatz, Nachhaltigkeit und Umwelt- sowie Artenschutz ist gefragt. Wie man an den Nominierten zum DGV-Innovationspreis sieht, ist sie durchaus realisierbar.  

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