Bild Information: Silvester-Party (Photo by Shutterstock)

2019: Trend zum Lifestyle Club 

Erster Abschlag
 

Erster Abschlag: Die Kolumne zum Wochenanfang. 

Das Jahr ist passé – die neue Saison hat uns also schon im Griff. Die Zeiten, in denen Golf nur ein Halbjahressport war, sind vorbei. Nicht allein deshalb, weil so mancher Frühpensionär inzwischen Langzeit-Urlaube in Thailand, den USA, Spanien oder Portugal verbringt, sondern auch, weil die Golf-Anlagen in Deutschland den Markt zunehmend als Ganzjahresbetrieb verstehen. Monatelang geschlossene Clubhäuser, Bälle zum Selbsteinsammeln auf der Driving Range, geschlossene Toiletten und ein langer Dornröschenschlaf bis zum April – derartige Nicht-Präsenz führt nur dazu, dass sich der Golfkunde im Frühjahr nicht mehr an seine Heimatanlage erinnert und womöglich lieber an anderer Stelle spielt.

USA: Der Country-Club wird zum Lifestyle-Club

Der Golfer will und muss unterhalten werden, will man ihn auf Dauer an sich binden. In amerikanischen Top Clubs wie dem Atlanta Athletic Club, wo man dieses Jahr zu Weihnachen sogar eine weiße Kutsche samt Pferd ins Clubhaus transportierte, scheut man keinen Aufwand. 

Auch etablierte Unternehmen auf dem hartumkämpften amerikanischen Markt wissen, dass Entertainment gefragt ist: „ClubCorp entwickelt sich von einem Betrieb, dessen Kernbetrieb der Golf Country Club war zu einem Lifestyle Unternehmen“, resümierte der Geschäftsführer von Club Corp David Pillsbury vor kurzem gegenüber der US-Zeitschrift Golfweek.

 

 

Nicht wesentlich anders betreibt Troon Golf, weltweit im Management von Golfanlagen tätig, das Geschäft. „Hier zum Beispiel haben wir erst einmal das Restaurant hochgefahren, damit die Leute aus der Nachbarschaft, hier alle zum Essen und zum Feiern hinkommen“, erklärt Lon Grundy, Manager bei einer 36-Löcher-Anlage von Troon Golf. Ein Spitzenkoch wurde eingestellt, regelmäßige Veranstaltungen werden per Newsletter angekündigt.

Golf und ein Turnierkalender reichen nicht mehr aus

Social Mitgliedschaften für Personen, die nur das Clubhaus und die Veranstaltungen nützen wollen, sind in den USA und in den Vereinigten Arabischen Emiraten längst die Regel. Golf allein und ein paar Turniere – das ist zu wenig, um einen Club oder eine kommerzielle Anlage für die Kundschaft interessant zu machen.

In Deutschland haben die Vorreiter unter den Clubs diesen Trend erkannt. Kooperationen mit Reiseveranstaltern, Silvester-Party, Kino-Ausflüge, Wein-Abende, Kochkurse, Yoga-Programme, Bridge-Nachmittage, Champions League-Treffen, Indoor-Golf und Ü30 Parties – findige Clubmanager haben längst erkannt, dass ein Golfclub eben mehr sein muss, als ein Golfplatz mit angeschlossener Umkleidekabine und Clubhausterrasse. Der Vorteil des Rahmenprogramms: Die Bindung des Golfers an den Club findet ganzjährig statt, Mitglieder treffen sich wetterunabhängig, nützen die Gastronomie, bauen Freundschaften auf – und wandern nicht in andere Anlagen ab.

Warum ich das schreibe?  Weil ich gestern versucht habe, nach ein paar geschlagenen Bällen auf der Driving Range einer Münchener Anlage eine Toilette zu nützen. Pech gehabt: Geschlossen. Auch das muss man sich als Club noch leisten können. 

Gewissensfrage für die Profis anzeigen

Anhänge


Anzeige
Anzeige
(Photo by Shutterstock) (Photo by Shutterstock)

Erster Abschlag

Milos und der Maximum-Score

Erster Abschlag. Die Kolumne zum Wochenanfang. 

weiterlesen
Die neuen Regeln 2019 (Photo by Stuart Franklin/Getty Images) Die neuen Regeln 2019 (Photo by Stuart Franklin/Getty Images)

Erster Abschlag

Hurra, wir leben noch

Erster Abschlag: Die Kolumne zum Wochenanfang. 

weiterlesen
Die Ben Hogan-Statue in Fort Worth, Texas (Photo by Scott Halleran/Getty Images) Die Ben Hogan-Statue in Fort Worth, Texas (Photo by Scott Halleran/Getty Images)

Erster Abschlag

Das größte Comeback: Hogan oder ...

Erster Abschlag. Die Kolumne zum Wochenstart. 

weiterlesen
Rory McIlroy (Photo by Getty Images) Rory McIlroy (Photo by Getty Images)

Erster Abschlag

Ein Mann und seine Mission: das ...

Erster Abschlag. Die Kolumne zum Wochenanfang.

weiterlesen