Bild Information: Handicap-Papa-Kolumne: Grüne Woche

Grüne Woche

Handicap Papa
 

Unser Handicap-Papa-Kolumnist hadert mit dem großen Durcheinander - und geht in die Masters-Quarantäne.

Langsam zehrt es wirklich an den Nerven. Sie wissen was ich meine, und ich will nicht schon wieder auf dem bösen C-Wort herumreiten. Wofür haben wir schließlich Karl Lauterbach? Um jedoch eins klarzustellen: Unsere Familie ist alles andere als eine Brutstätte des Verschwurbelns und Bill Gates für mich einfach nur ein sehr erfolgreicher Geschäftsmann. Mit Brillengestell aus Caritas-Sammelaktion. Trotzdem, und bei allem Verständnis: Die Situation zehrt an den Nerven. 

Die Welt steht Kopf

Wenn man morgens mit einer Zehnjährigen RKI-Charts debattieren muss, statt sich in aller Ruhe die aktuellen Statistiken der PGA-Tour reinziehen zu können, dann merke ich deutlich: Meine Welt steht Kopf. Obendrein: Für mich als dezenten Zwangscharakter, haben die "Einschränkungen" (schließlich sind wir ja noch weit weg von Maßnahmen anderer Länder) auch tatsächliche Auswirkungen darauf, wie ich mit meiner Psycho-Meise durch den Tag komme. Da fehlt zum Beispiel der Arbeitsweg, auf dem die Parklücken gezählt werden. Ungerade Zahl: ein guter Tag. Gerade Zahl: ein nicht so guter Tag. Dazu die Konsequenzen für den Familienalltag: Instabile Öffnungszeiten in der Kita, dauernde Änderungen in den Verordnungen, sich wöchentlich ändernde Präsenztage in der Schule - das ist alles Gift für mich, meiner Unflexibilität sei dank. 

Und jetzt kommt noch der Gipfel des Ganzen! Das Masters findet diese Woche statt, im November! Nicht, dass mich das überrascht, denn es war ja schon lange so geplant. Trotzdem: Es fühlt sich bizarr an. Und stellt meine seit über zehn Jahren etablierte Zeitrechnung auf den Kopf. Weihnachten? Ostern? Geburtstage? Alles schnöde Daten im Zeitenlauf. DAS MASTERS ist der Dreh- und Angelpunkt meines Jahres. Und der hat im April zu sein, bitteschön!

Frühjahrsgefühle

Wie ich den Masters-April liebe, dieses unwiederbringliche Gefühl im Frühjahr - Sie kennen es!? Die Golfsaison hat gerade begonnen. Alles ist auf Null gestellt. Man ist voll motiviert: dieses Jahr wird die 80 geknackt, der 300-Meter-Draw wird zum Standardschlag am Abschlag und der Clubmeister bekommt im Matchplay richtig eins auf den Deckel … und dann, wie ein Booster, kommt im April das Masters hinzu, das erste Major des Jahres. Zugegeben, bei mir kam immer nur das Masters hinzu, alles andere blieb im Land der Phantasie. Dennoch, dieses Gesamtpaket aus Saisonstart und Master-Euphorie erzeugen bei mir die waren Frühjahrsgefühle. 

Bryson und Tiger statt Bibi und Tina

Gut, auch diese Zeit läuft und lief bei mir Erfahrungsgemäß nicht unfallfrei ab. Erwähnt sei in diesem Zusammenhang der am Donnerstag beginnende Kampf um die Fernbedienung. Bryson und Tiger statt Bibi und Tina. Dann die bangen Fragen: Habe ich genug Klebeband vorrätig, um die Mitbewohner zu fixieren? Wurde der Schwiegermutter Hausverbot ausgesprochen bzw. ist genügend Platz im Keller, um sie im Ernstfall dort unterbringen zu können? Sind alle Kumpels informiert, damit Sie die Wiederholung tagsüber nicht mit der Durchsage unwichtiger Fußballergebnisse stören?

Masters-Quarantäne

Nungut. Jetzt das ganze Programm im November. Und ganz ehrlich: Wenn schon das Masters im November stattfindet, würde es mich nicht wundern, würde demnächst eine lesbische Frau Päpstin werden oder der Wendler Bundespräsident. Es ist doch alles verrückt. Aber wissen Sie was? So langsam habe selbst ich mich, im Rahmen meiner psychosozialen Störungen, mit dem Wahnsinn abgefunden. Und die Freude auf und über diese "Grüne Woche" im Augusta National steigt. Vertreibt sie doch wenigstens etwas den grauen Novemberalltag im Teillockdown. Ich werde also am Donnerstag in Master-Quarantände gehen, niemanden treffen und nur Kontakt zur Fernbedienung haben. So gesehen wird es Zeit, das Masters in die Infektionsschutzstrategie der Bundesregierung aufzunehmen! Ich bin jedenfalls weg von der Straße.

Ihnen allen eine tolle Masters-Woche. Halten Sie durch und bleiben Sie gesund.

Folgen Sie unserem Handicap-Papa-Kolumnisten auf Instagram Alle Handicap-Papa-Kolumnen im Überblick

Anhänge


Anzeige
Anzeige
Dustin Johnson und Paulina Gretzky (Photo by Jamie Squire/Getty Images) Dustin Johnson und Paulina Gretzky (Photo by Jamie Squire/Getty Images)

Masters

Bilder vom Finale

Küsschen für Johnson, Debakel für Woods: Die Bilder vom vierten Masters-Tag.

weiterlesen
Dustin Johnson (Photo by Jamie Squire/Getty Images) Dustin Johnson (Photo by Jamie Squire/Getty Images)

Masters

Johnson bleibt cool

Dustin Johnson gewinnt mit dem Masters 2020 das zweite Major-Turnier seiner K...

weiterlesen
Bernhard Langer (Photo by Rob Carr/Getty Images) Bernhard Langer (Photo by Rob Carr/Getty Images)

Masters

Langer Birdie-Putt und unglaubli...

Langer, Woods und Peyton Manning: Die Bilder vom dritten Masters-Tag.

weiterlesen
Dustin Johnson (Photo by Jamie Squire/Getty Images) Dustin Johnson (Photo by Jamie Squire/Getty Images)

Masters

Johnson als Alleinunterhalter

Dustin Johnson geht nach einer fehlerfreien dritten Runde als Führender in de...

weiterlesen
Handicap Papa

Fabian Kendzia:
• Alter: 44 Jahre (gefühlt 83!)
• Wohnort: Erfurt, Thüringen
• festangestellt in einer Werbeagentur
• Familienstand: Freundin, 2 Kinder

Handicap Papa