Bild Information: Handicap Papa soll sich dünne machen

Mach Dich dünne

Handicap Papa
 

Die neusten Eskapaden seiner Familie gehen im wahrsten Sinne an die Substanz. Unser Handicap-Papa-Kolumnist soll abnehmen!

Das Problem der weitestgehend golffreien Jahreszeit ist ja: Man kommt auf dumme Gedanken. In meinem Fall übernimmt das meine Familie, speziell meine Freundin. Ich hatte ja schon öfters darüber berichtet, wie die Lieben meine golffreie Zeit nutzen, um auf mich - ihren persönlichen Leibeigenen - allerlei unnütze Tätigkeiten im Haushalt abzuwälzen (Stichwort: "Vätermeilen sammeln"). Bisher habe ich all diese Eskapaden (von Wohnung malern bis neuerdings Gartenarbeit) mit der stoischen Gelassenheit eines Jason Duffner hingenommen. Nur ja keine Miene verziehen. Doch das neuste Projekt meiner Familie geht an die Substanz. Und zwar im wahrsten Sinne des Wortes: Ich soll abnehmen.

Power-Food für den Leistungsgolfer

Als Leistungssportler wissen wir Golfer ja, wie wichtig die richtige Ernährung ist: Nach der Runde sind Clubsandwich samt Hefeweizen existenziell! Wie soll man sich sonst angesichts diverser Sockets, Drei-Putts und Monster-Slices wieder in Stimmung bringen!? Und war es doch eine gute Runde, dann ist unser Power-Food erst recht angesagt; als Belohnung für die Heldentaten (Chip-in, Fünf-Meter-Putt gelocht, Longest Drive geholt etc.)

Blöderweise hat diese Artgerechte Golfer-Ernährung bei mir deutliche Spuren hinterlassen. Ich bin zwar immer noch der Meinung, dass meine Golfhosen alle nur zu heiß gewaschen und alle Waagen heimtückisch manipuliert wurden - trotzdem legte mir mein Hausarzt ans Herz, doch mal etwas abzuspecken. Das Problem: Mein Hausarzt ist auch mein Nachbar und Freund. Ergo blieb seine Ansage nicht lange unter dem Deckmäntelchen der ärztlichen Schweigepflicht (Klage wird vorbereitet) und meine Freundin bekam Wind von der Sache.

Mein Leben ist gelebt

Seitdem versaue ich mir den Morgen mit grünen Smoothies, bekomme Tupperdosen mit undefinierbarer Pampe (100% vegan, natürlich!) fürs Mittagessen im Büro eingepackt - und starre abends in eine Kichererbsen-Tofu-Pfanne; garniert mit Grünkohl-Chips. Denn ich soll ja nicht nur abnehmen, sondern mich auch bewusster und gesünder ernähren. Somit fällt auch das Runterspülen der lukullischen Köstlichkeiten mit ein paar Litern Weissbier aus. So wäre es ja noch aushaltbar. Aber glauben Sie mir, liebe Leser, mein Leben ist endgültig gelebt. 

Perfiderweise bekommen meine Peiniger auch noch Rückendeckung von allen Seiten. So führte meine Freundin erst vergangene Woche an, dass sich auch mein Golf-Buddy Stefan (der Verräter!) "low-carb", "intermittierend" und "nach Blutgruppen-Diät" ernährt. Könnte ich mir doch mal ein Beispiel nehmen. Ja, könnte ich. Wenn ich bis dahin aufgrund fehlender Kohlehydrate nicht zum Psychopathen mutiert bin. 

Die Koepka-Diät

Meine Tochter setzt dem allen noch die Krone auf, indem sie Ernährungsgewohnheiten von Spitzengolfern gegoogelt hat, um mir nun tägliche Motivationsvorträge zu halten. Ist mir schon klar, dass DJ, Koepka und all die anderen Trackman-optimierten Golf-Predators ihre Astralkörper nicht "In'N'Out Burger" zu verdanken haben. Aber ich bin nun mal in den 80ern groß geworden; ergo: Hack ist für mich Grundnahrungsmittel, unter drei Zentimeter Wurstbelag kommt ordentlich Butter und alles, was man nicht aussprechen kann, gehört nicht auf den Teller. Was also soll ich Ernährungslegastheniker mit "Physalis" oder "Pak Choi" anfangen? Außer, meinen Metabolismus endgültig zu foppen? Oder diese teuflischen Ingredenzien direkt dem Biomüll zuzuführen?

Den Spieß (nicht vegan!) herumgedreht

Ich habe diesen Zinnober jetzt ein paar Wochen mitgemacht. Gebracht hat es ja schon eine Menge. Zum Beispiel dauerhaft schlechte Laune. Aber eben keine Ergebnisse auf der Waage. In diesem Sinne legte ich mir nun einen astreinen Plan zurecht: Ich setze auf die bald beginnende Saison. Dann nämlich präsentiere ICH meiner Familie meinen Abnehmplan. Dieser beinhaltet schlicht und ergreifend drei bis vier 18-Löcher-Runden pro Woche - immerhin soll ja Bewegung das beste Mittel gegen die Pfunde sein. Und so lege ich locker bis zu 25 Kilometer die Woche zurück und werde mein Gewicht wieder ruckzuck im Griff haben. Ich bin gespannt, ob meine Familie dann immer noch so happy ist, wenn ich das Vorhaben, abzunehmen, so konsequent angehe. Ich freu' mich ja jetzt drauf. 

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Handicap Papa

Fabian Kendzia:
• Alter: 44 Jahre (gefühlt 83!)
• Wohnort: Erfurt, Thüringen
• festangestellt in einer Werbeagentur
• Familienstand: Freundin, 2 Kinder

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