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Spielzeugtag

Handicap Papa
 

Handicap-Papa-Kolumnist bringt die Feuerwehr mit auf die Range.

Am letzten Freitag eines jeden Monats ist alles anders. Also zumindest bei unserem Sohn. Fröhliches Gegacker statt urviehhafter Laute kurz nach dem Aufstehen. Brave Mundhygiene statt der üblichen Zahnputz-Renitenz. 

Es ist Spielzeugtag im Kindergarten! Das bedeutet: Jedes Kind darf ein eigenes Spielzeug von Zuhause in den Kindergarten mitbringen, und auf diese Leistungsschau seiner Besitztümer freut sich unser Sohn den ganzen Monat. Schon am Vorabend wählt der feine Herr aus, mit was er am nächsten Tag die Kumpels in die Schranken weisen wird. Seine Wahl (immer): der komplette Kinderzimmerfuhrpark. Worauf es natürlich erst einmal ordentlich knallt, denn 90 Prozent seiner Exponate müssen Zuhause bleiben.

Wer hat den Größten?

Im Kindergarten dann ein Vorgeschmack auf die später folgenden Männlichkeitsvergleiche auf dem Firmenparkplatz: Wer hat den Größten (Bagger, Kran, Müllwagen…)? Welche Feuerwehrleiter kann am weitesten ausgefahren werden (Peniskomplex at it's best!)? Aber auch erste Gentleman-like-Attitüden blitzen durch: Der von der Kindergartenfreundin mitgebrachte Barbie-Gaul darf auch mal auf der Ladefläche des Kipplasters mitfahren. Immerhin.

Just letzten Freitag war wieder dieser Spielzeugtag. Aber auch ich hatte Grund zur Freude. Denn für den Nachmittag bekam ich von der Mischpoke grünes Licht, mir die Zeit auf der Range zu versauen (sprich: meiner eigenen Unfähigkeit beizuwohnen). Kaum dort angekommen, fühlte ich mich jedoch an den Morgen im Kindergarten zurückversetzt: Spielzeugtag! Und zwar auf der Driving-Range!

Saisonstarts haben ja etwas Magisches, Sie kennen das. Alle sind heiß, allen kribbelt es in den Fingern. Die Uhren werden auf Null gestellt, neue Ziele angepeilt. Und dafür wird hierzulande eben auch ordentlich aufgerüstet. Neuer Driver, neue Eisen, das Wunder-Hybrid etc. In diesem Sinne staunte ich an diesem Nachmittag nicht schlecht, mit was sich einige der Golf-Buddies für die neue Saison versorgt hatten. Und wie beim Spielzeugtag im Kindergarten, wurde ordentlich auf dicke Hose gemacht.

Willkommen beim Wettrüsten

Holgers neuer Driver ("Definitiv zehn Meter länger, Alter!", siehe Peniskomplex) war der Star in der Runde. Allein der Schaft ist mehr wert als mein ganzes Bag. Die brutalen Pulls, die er mit seiner neuen Wunderwaffe ins Nirgendwo drosch, wurden natürlich auf die noch fehlende Feinabstimmung geschoben. Und Einstellmöglichkeiten gibt es an diesen Teilen ja mehr, als ich Fehler im Schwung habe. Um mit meinem sieben Jahre alten Titleist-Driver nicht ganz so bedröppelt dazustehen, wie das Kind aus der Sanostol-Werbung anno '86, merkte ich an, dass auch mein Vorkriegsmodell über verschiedene Einstellmöglichkeiten verfügt: Wasser, Aus, Slice. Fand Holger jetzt so medium lustig.

Aber der Spielzeugtag auf der Range bot noch weitere Highlights. Zum Beispiel Jens' neuen Putter. Nach seinem Bekunden spielen ihn die Führenden in der One-Putt-Percentage-Statistik auf der US-PGA-Tour. Auf meine Frage hin, was der Putter dann in seinem Bag zu suchen hat, kam ein leerer Ballkorb in meine Richtung geflogen. Spielzeugtag eben.

Den Vogel schoss freilich Volker ab. Er kreuzte mit einem neuen Satz Eisen und einem neuen Bonzen-Titan-Trolly plus Bag (Nanoversiegelt, was sonst?) auf. Das Geld, das er für alles hingeblättert hatte, reicht locker aus, um ein zentralafrikanisches Land vom Hunger zu befreien. Kein Quatsch! Aber als er ein Tee aus der Tasche zog, von dem er Stein und Bein behauptete, es würde das Spin-Problem seiner Drives lösen (Volker hat auch mit seinem Driver einen Eintreffwinkel wie mit einem 60-Grad-Wedge), fiel ich endgültig vom Glauben ab.

Plan: Golf-Pro werden

Und was hatte ich zum Spielzeugtag beizutragen - außer Neid, Missgunst und doofe Bemerkungen? Im Großen und Ganzen: nichts. Nach der Anmeldung im Clubsekretariat warf ich einen  Blick in den Pro-Shop. Da ich aber schon beim Aufladen der Ballkarte arge Budgetprobleme hatte, blieb es beim Gucken.

Nun, ich werde wohl bei meinem Plan bleiben: Golf-Pro werden und dann die großen Equipment-Deals abfassen (Angebote werden natürlich schon jetzt angenommen!). Realistischer allerdings: Ich bringe einfach das nächste Mal die Feuerwehr meines Sohns mit auf die Range. Mit der bin ich dann der totale Boss. Zumindest beim Leiter ausfahren!

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Handicap Papa

Fabian Kendzia:
• Alter: 44 Jahre (gefühlt 83!)
• Wohnort: Erfurt, Thüringen
• festangestellt in einer Werbeagentur
• Familienstand: Freundin, 2 Kinder

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