Bild Information: Handicap Papa: Grün statt Weiß

Tja, Fischöl

Handicap Papa
 

Handicap Papa wünscht sich Grün statt Weiß.

Wie so ziemlich jedes Paar, haben auch meine Freundin und ich Running Gags. Einer betrifft unsere Tochter: Immer dann, wenn sie uns mit ihren neun Jahren mal wieder in epischer Breite die Welt erklärt, steht ihre Mutter daneben und bemerkt mit stolz geschwellter Brust: "Tja, Fischöl." Ich rolle nur mit den Augen. Dann kichern wir wie die Teenies auf dem Schulklo. 

Jetzt werden Sie sich fragen, was daran so lustig ist? Zurecht! Nämlich nichts - wenn es nach meiner Freundin geht. Denn die hält die Sache mit dem Fischöl für eine ernste Sache. Ich hingegen für typischen Mütterzeitungen-Zinnober.

Fischölkapseln während der Schwangerschaft eingenommen, sollen das Wachstum des Kindes begünstigen und - viel wichtiger natürlich - das Kind schlauer machen. Schaue ich mir vor dem Hintergrund dieser Theorie unsere Kinder an, gibt es nur zwei Möglichkeiten: Meine Freundin hat zu wenig von dem Zeug genommen. Oder es ist Hokuspokus. Denn das, was meine Freundin da als Intelligenz auslegt, wenn unsere Tochter vor sich hin monologisiert, halte ich schlichtweg für frühpubertäres Geklugscheisse. Und wenn Fischölkapseln genau DAS begünstigen, gehören sie auf die schwarze Liste des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte! Es raubt mir den letzten Nerv. Kein Quatsch!

Skiurlaub? Aber Abfahrt!

Erst kurz vor Weihnachten hatten wir wieder so einen "Fischöl-Fall". Die zwei Damen des Hauses versuchten mal wieder, mich von einem Skiurlaub irgendwann im Februar zu überzeugen und agitierten, was das Zeug hielt. Ich aber will nicht in den Ski-Urlaub. Und dafür habe ich ein ganzes Arsenal voll mit Argumenten. Zum Beispiel: Dort - und das lässt sich nicht umgehen - wo man Skiurlaub macht, liegt ja Schnee! Ich will keinen Schnee. Ich will Grün. Am besten mit einer Fahne drauf. Außerdem kann ich gar nicht Skifahren (und will es auch nicht können). Und selbst wenn ich es trotz meines geriatrischen Alters erlernen wollen würde (was mir Mutter und Tochter stets nahe legen), wäre mir die Verletzungsgefahr viel zu groß! Ich bin ja Golfprofi (gefühlt). Und ich habe schon Heerscharen von Golf-Buddies völlig lädiert aus dem Skiurlaub zurückkommen sehen. Deren Golfsaison war hin! Obendrein: Schon allein bei dem Gedanken an die Kinder (die eigenen und alle anderen), die in ihren in dicken Skianzügen dampfend am überfüllten Skilift stehen und quengeln, weil sie Hunger, keine Lust mehr oder beides haben, bekomme ich Schnappatmung.

Die Öko-Karte

Klar, all meine Argumente prallten an Mutter und Tochter ab. Da zog ich voller Verzweiflung die Öko-Karte (so weit war es schon). So ein Skiurlaub ist in Sachen Umweltbilanz ganz schön erbärmlich, warf ich ein, das können man doch heute nicht mehr bringen! Schneekanonen, Wasserverbrauch, zerbombte Landschaften, kilometerlange Autoschlangen durch die Skigebiete und so weiter. Na da hatte ich ja was gesagt. Denn jetzt zelebrierte meine Fischöl-gestählte Tochter ihren großen Auftritt: Ob ich denn wüsste, was für ein miserable Umweltbilanz so ein Golfplatz hätte? Erstens, schwadronierte sie los, ein Golfplatz braucht so viel Wasser, dass damit jeden Tag 1.200 Menschen fünf Minuten duschen könnten. Und dann noch die ganze Chemie, damit der Platz schön grün ist. Außerdem führen die Golfer ja meistens mit dem Auto zum Platz, auch richtig schlecht für die Umwelt.

Noch Fragen? Ich stand da wie ein eingenässter Pudel. Das hätte sie alles in einer Wissensendung für Kinder gehört, ergänzte meine Tochter süffisant. Noch bevor ich auf die Idee kam, ihr die DGV-Umwelt-Qualitätsstandards um die Ohren zu hauen (zugegeben: ich hätte googeln müssen), feilte ich im Geiste lieber schon mal an der Klageschrift, die den Redakteur dieser Sendung auf den Scheiterhaufen bringen würde. Und meine Freundin? Die stand natürlich stolzgeschwellter Brust daneben und meinte nur wissend: "Tja, Fischöl." Danke, liebe Pharmaindustrie. Euch verklage ich auch gleich noch.

Grüße aus dem Krankenhaus

In diesem Sinne, liebe Leserinnen und Leser, noch hat sich der Familienrat nicht abschließend entschieden - Skiurlaub ja/nein. Aber falls ich meine nächste Kolumne mit besten Grüßen aus dem Krankenhaus schreibe, weil ich mir auf irgendeiner Skipiste alle Bänder meines greisen Kadavers zerfetzt habe, dann wissen Sie bescheid. Aber vielleicht hilft mir ja dann dieses Wunderzeug wieder auf die Beine. Wie hieß es gleich? Fischöl?

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Fabian Kendzia:
• Alter: 44 Jahre (gefühlt 83!)
• Wohnort: Erfurt, Thüringen
• festangestellt in einer Werbeagentur
• Familienstand: Freundin, 2 Kinder

Handicap Papa