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Der Ball, mein Coach

 

Nachdem BenZinger seinen Schwung nach wochenlangem Training von katastrophal zu einigermaßen konstant hingebogen hat, fühlt er sich nach den letzten Tips seines Trainers wie Einsteins Frau.

Auch Rory McIlroy schaut sich seine Bälle genau an

Ich weiß, über gutgemeinte Ratschlägen habe ich zuletzt ausführlich geschrieben, aber dieser letzte muss sein, dieser Spruch ist nun wirklich mein neuer Freund. Ich brauche keinen Talisman im Bag, keinen Stein vom Strandurlaub mit den Eltern oder der ersten großen Urlaubsliebe, kein Stofftier, das hässlicher ist als eine Daly-Hose. Ich höre ab sofort nur noch auf: "Der Ball ist Dein bester Lehrer."

Gute leitende Angestellte erkennt man ja daran, dass sie sich selbst wegrationalisieren, weil ihr Laden so gut läuft. So hat das Coach Marco Schmuck wohl nicht gemeint, als er mir diesen Leitsatz in der letzten Stunde mit auf den Weg gab. Aber so ähnlich könnte es jetzt laufen.

Als er meinen Schwung in wochenlanger Arbeit, dank Erklärung der wichtigsten Prinzipien von Griff, Schwungebene und Treffmoment ("erst Ball, dann Boden!"), von katastrophal zu relativ konstant hingebogen hatte, also den Frosch in einen, naja... erst einmal hübscheren Frosch verzaubert hatte, sah er sich sein Werk an und sprach: Es ist gut (Gut sagte er zwar nicht, aber ich nehme das mal so an, weil ich glaube, ein Trainer will motivieren, wenn er sagt, es ist alles keine Katastrophe mehr). "Also", fuhr er fort, "schlag den Ball und schau, was er macht. Und je nachdem, wo er hinfliegt, weißt Du, was Du falsch gemacht hast". Aha.

Im ersten Moment dachte ich, okay, so fühlte sich also Einsteins Frau, als Albert abends nach Hause kam und meinte: "Ist doch ganz einfach mit der Relativitätstheorie, musst nur Zeit und Raum so..." Genau. Doch als Miss Einstein im Bett noch grübelte, verstand ich so langsam. Mileva Einsteins Bett ist meine Driving Range. Und Raum und Zeit sind bei mir Griff und Schwung.

So ergab sich bei mir im Falle von Slice und Hook – ich nenne das einfach mal so, entschuldigt, Physiker da draußen – eine ganz einfache Formel:

Wenn der Ball slicet, liegen dem Problem zwei mögliche Ursachen zugrunde: Griff zu offen, also Handrücken in der Ansprechposition zu weit links. Dadurch Schlägerblatt im Treffpunkt zu offen. Ursache zwei: Handgelenk ist zu fest im Schwung, Folge ist dieselbe.

Im Falle eines Hooks verhält es sich eben genau andersrum. So schwanke ich derzeit auf der Range zwischen Hook und Slice hin und her, bis ich irgendwann die Mitte zwischen Überdehnung im Handgelenk und totaler Starre gefunden habe und die Bälle geradeaus fliegen. Natürlich kann man jetzt anfügen, was ist denn mit Pulls und Pushs, was mit getoppten Bällen und was mit Sockets?

Naja, wenn ich das wüsste, hätte sich mein Lehrer ja fürs Erste wirklich wegrationalisiert. Nein, ernsthaft: Eines nach dem anderen. Den großen Golfklopps schön in kleine Häppchen aufteilen. Auch ein Zwiebelrostbraten sollte mit Messer und Gabel genossen werden. So geht es in kleinen Schritten zum großen Golfer. Oder, besser gesagt, zu einem Mann mit Golfschläger, der einen Ball trifft und ihn gleichzeitig als Trainer zu Rate ziehen kann. Ganz schön praktisch. Allein für diesen Lehrsatz hat sich der Trainer gelohnt...

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Der Autor

Golf.de-Mitarbeiter Ben Zinger* musste sich monatelang die bösen Bemerkungen der Kollegen über sein Handicap gefallen lassen. Damit soll jetzt Schluss sein. Der gefühlte Endzwanziger hat ein Ziel: den Bogey-Golfer-Bereich schaffen - und vielleicht noch mehr? In seinem Blog schreibt Ben von Erfahrungen in der für ihn neuen Golf-Welt. (Die Anonymität soll ihm dabei alle Freiräume geben.)

*die Kollegen gaben ihm einen passenden Namen, der Zeichner Gerd Hilbig portraitierte den Junggolfer.

Ein Benzinger beschreibt einen Schlag, vorwiegend im kurzen Spiel, bei dem erst der Boden und dann der Ball getroffen wird. Man sagt auch: Er hat den Ball gebenzt. Der gespielte Ball ist daraufhin natürlich nicht wirklich brauchbar.

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