Bild Information: Lexi Thompson Cure Putter RX5

Der vielleicht hässlichste Putter der Tour

Kommentar
 

Nach dem Sieg von Lexi Thompson in Japan fragen wir uns: Macht Erfolg sexy? Nicht auf die Spielerin bezogen, sondern auf den merkwürdig anzusehenden Putter, den sie seit April verwendet.

Erfolg macht ja angeblich sexy. Nach dem Sieg von Lexi Thompson beim World Ladies Championship Salonpas Cup müsste ihr Putter RX5 also eigentlich an Sexappeal gewonnen haben. Doch bevor das Ungetüm von Cure Putters das Prädikat "attraktiv" verdient, müsste die junge Amerikanerin vermutlich noch jede Menge Turniere gewinnen. Und selbst dann bleibt die Verwandlung vom hässlichen Entlein zum schönen Schwan nur ein Märchen.

Der RX5 ist eine merkwürdige Ausgeburt einer Putter-Schmiede, die versucht hat, ein Modell mit maximalem Trägheitsmoment auf den Markt zu bringen. Mit einer Länge von 15,24 Zentimetern überragt der RX5 herkömmliche Putter um mehr als vier Zentimeter (36 Prozent) und sieht aus wie ein Fernglas, das ans Ende eines Schafts geklebt wurde. Schön ist anders.

Dass dieses Konzept allerdings funktioniert, steht außer Frage. Der gigantische Schlägerkopf mit seinen voluminösen Enden verlagert extrem viel Gewicht in die Randbereiche und macht den Putter im Treffmoment daher sehr stabil. Selbst bei Kontakten außerhalb der Mitte wird er sich nur minimal verdrehen.

Wieso sollte er auch? Mit einem Schlägerkopfgewicht zwischen 361 und 499 Gramm - je nach verwendeten Einsätzen - fühlt sich der Treffmoment mit dem knapp 46 Gramm leichten Ball in etwa so an, als würde man mit einem Wedge einen Tischtennisball spielen. Kaum spürbar.

Drastische Mittel sollen helfen

Seit dem ersten Major der Damen, dem ANA Inspiration Ende März, verwendet Thompson den Cure Putter. Warum sie ausgerechnet diese Wahl getroffen hat? Seit mehr als einem Jahr hatte die Amerikanerin mit allen Mitteln versucht, ihrer Putt-Schwäche Herr zu werden. Ihre Leistung auf den Grüns war zu inkonstant. Zwar gewann sie im Februar noch die Honda LPGA Thailand, es folgten allerdings Wochen, in denen es auf den Grüns gar nicht lief.

Zuletzt puttete sie sogar mit geschlossenen Augen. Was als Übung auf dem Putting-Grün begonnen hatte, kam schließlich auch während den Turnierrunden zum Einsatz. "Dann begann ich, mich selbst mit geschlossenen Augen unsicher zu fühlen. Deshalb musste ich etwas ändern. Dann habe ich mir gedacht, warum nicht einfach alles ändern?"

Den Cure Putter hatte Thompson schon einige Male auf dem Putting-Grün gesehen. Im Vorfeld der ANA Inspiration probierte sie ihn schließlich aus. "Es hat sich unglaublich gut angefühlt", sagte sie über ihren ersten Eindruck. "Nach 20 Minuten hatte ich mich bereits mit ihm angefreundet."

Dabei soll auch das einfache Verstellen des Lie Winkels geholfen haben. "Ich stehe recht weit vom Ball weg", sagt Thompson über ihr Setup. "Bei meinem alten Putter war die Spitze in der Luft. Vielleicht wurde ich deshalb so inkonstant." Der Cure Putter hat dagegen ein Gelenk am Ende des Schafts. Mit vier Schrauben lässt sich der Lie Winkel einfach in der gewünschten Position fixieren.

Optisch unterscheidet sich der Putter natürlich enorm von allem, was sie davor ausprobiert hat. "Aber ich habe mich mit ihm von Putt zu Putt wohler gefühlt. Und er schwingt fast von selbst." Zuerst muss man aber das knappe Pfund in Bewegung setzen.

"Natürlich ist es eine drastische Veränderung", gab Thompson zu. Das sei aber genau das, was sie gebraucht hatte. Zu viel hatte sie schon ausprobiert. Zu unsicher fühlte sie sich mit ihren bisherigen Versuchen. "Der Wechsel zum Cure Putter und ein etwas anderer Stand haben mir so viel neues Selbstvertrauen gegeben. Die Bälle laufen jetzt deutlich besser."

Erfolg nach fünf Wochen

Den Beweis lieferte sie knapp fünf Wochen nach ihrem Wechsel. Beim World Ladies Championship Salonpas Cup in Japan gewann Thompson ihren siebten Titel als Profi. Die nächsten Wochen und Monate werden zeigen, ob ihr das Ungetüm langfristig zu weiteren Erfolgen verhilft. Denn in den vergangenen Jahren war es der kürzeste Schläger im Bag, der sie von noch mehr Siegen abgehalten hatte. Stets rangierte sie in der Putt-Statistik nur um den 100. Platz. Ihr langes Spiel gehört dagegen von jeher zum Besten, was die LPGA Tour zu bieten hat.

Es könnte also sein, dass mit dem neu gewonnen Selbstvertrauen auf den Grüns weitere Siege folgen werden. Attraktiver macht das die Steroid-Modelle allerdings noch lange nicht. Vielleicht sollten wir uns über kurz oder lang an den Anblick des Cure Putters auf den Grüns der internationalen Touren gewöhnen.

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