Bild Information: Bernd Ritthammer,In the Bag 2016

In the Bag: Bernd Ritthammer

In the Bag
 

Wir werfen einen Blick in die Tasche von European-Tour-Spieler Bernd Ritthammer und stellen fest: Nur weil etwas teuer sein kann, muss es das nicht zwangsläuig auch sein.

Bernd Ritthammer gewinnt mit der Volopa Irish Challenge seinen zweiten Titel auf der European Challenge Tour 2016 und hat damit die Tourkarte für Europas erste Liga sicher. Wir haben den Deutschen in seiner Wahlheimat München getroffen und ihn nach den Schlägern in seiner Tasche gefragt. Dabei setzt Ritthammer auf Qualität - Forged in Japan, Made in Germany -, lässt sich aber auch Spielraum, um seinen Präferenzen Genüge zu tun. So probiert er immer wieder neue Driver aus. Wenig Experimente geht er dagegen bei seinen Wedges und dem Putter ein.

Ein Blick in die Tasche von Bernd Ritthammer

  • Driver: Callaway XR (9 Grad; Schaft: Oban Kiyoshi Purple X-Flex)
  • Holz 3: Honma Tour World Series TW727 (15 Grad; Schaft: ARMRQ-8 X-Flex)
  • Hybrid: Honma Tour World Series TW727 (15 Grad; Schaft: ARMRQ-8 X-Flex)
  • Eisen (4 bis Pitching Wedge): Honma Tour World Series TW717V (Schaft: Nippon N.S. Pro Modus 120)
  • Wedges: Titleist Vokey Design SM6 (51, 55 und 59 Grad; Schaft: Nippon N.S. Pro Modus 120)
  • Putter: Caledonia Lineo
  • Ball: Titleist Pro V1x

(Stand: 6. November 2016)

Golf.de: Fangen wir mit den vermeindlich wichtigsten Schlägern eines Profis an, den Wedges.
Bernd Ritthammer:
Bei der genauen Zusammenstellung habe ich mich voll auf die Jungs von Titleist verlassen. Der S-Grind wird auch von den meisten Spielern auf der Tour verwendet. Mit ihm lässt sich der Schläger einfach gut öffnen. Ich habe in meinem Lob- und Sand-Wedge noch nie etwas anderes gespielt. Ich wechsle ohnehin selten durch und komme auch unter extremen Bedingungen mit dem Setup eigentlich das ganze Jahr über gut zurecht.

Wenn Du neue Schläger ausprobierst, verlässt Du Dich auf Dein Gefühl oder schaust Du Dir die Daten vom TrackMan an?
BR:
Es ist eine Mischung aus beidem. Ich würde gerne die Wissenschaft dahinter verstehen und wissen, warum was funktioniert. Aber letzten Endes habe ich gerne immer einen hinter dem Monitor stehen, der sich besser damit auskennt und mir sagt, was passt. Ich kenne die Zahlen zwar schon, gerade was beim Driver optimal ist. Aber wenn ich mit etwas nicht zufrieden bin, gehe ich lieber zu den Experten vom Tour Van und bitte die um Hilfe.

Und wenn Du die Tour-Jungs während einer freien Zeit nicht zur Hand hast?
BR: 
Dann gehe ich zu Dietmar Erhard von Classic Club Repair, der mich zum Glück schon seit Jahren betreut. Das ist meiner Meinung nach so ziemlich der beste Fitter, den es in Deutschland gibt. Er hat seinen Hauptsitz in Hauptendorf, ganz in der Nähe von Herzogenaurach.

Hat er Dich auch zu den Schlägern von Honma gebracht?
BR:
Ja, Dietmar vertreibt die bei sich im Shop und so kam ich dazu.

Die Marke ist in Deutschland ja doch eher selten zu sehen. Liegt das auch an den eher hohen Preisen?
BR:
Dazu habe ich eine lustige Anekdote. Ich habe letztens ein Eisen gesehen, das für 5.000 Euro über den Ladentisch ging. Gerade die Asiaten machen solche verrückten Sachen. Mit Goldeinlagerungen und Platinplättchen. Da gehen dann Schlägersätze schnell mal bis in die 60 bis 70.000.

Dann musst Du auf Deine Schätze ja besonders aufpassen.
BR: 
Nein, nein. Ich spiele ganz normale Eisen und Hölzer. Die sind auch nicht wirklich teurer als die von anderen großen Herstellern. Vielleicht 20 bis 30 Euro mehr pro Schläger. Aber meine jetzigen Eisen sind einfach ganz solide, die sich richtig weich anfühlen, wenn du sie gut triffst. Da möchte ich nichts anderes spielen. Die sind schon richtig gut.

Nichts Verrücktes trotz der großen Vielfalt bei Honma?
BR: 
Bei meinem Holz 3 habe ich mich für einen Drei-Sterne-Schaft entschieden - das geht noch rauf bis zu fünf Sternen. Aber das wäre übertrieben. Ich spüre schon keinen Unterschied zu einem Zwei-Sterne-Schaft, aber der Schlägerkopf wird dann in matt geliefert. Und das ist schon ziemlich cool.

So weit haut Bernd Ritthammer!
Schläger durchschnittliche Länge
Driver 250 Meter
Holz 3 225 bis 235 Meter
Hybrid 210 Meter
Eisen 4 192 Meter
Eisen 5 180 Meter
Eisen 6 165 Meter
Eisen 7 155 Meter
Eisen 8 145 Meter
Eisen 9 135 Meter
Pitching Wedge 120 bis 125 Meter
Gap Wedge 90 bis 105 Meter
Sand Wedge 80 bis 90 Meter
Lob Wedge 70 Meter (75, wenn es sein muss)

Mach uns mal neidisch! Wie weit haust Du den Driver so im Schnitt?
BR: Im Moment so um die 250 Meter. Danach ist leider Schluss. Aber daran wird immer gearbeitet.

Kann man Dich dann als Fitness-Junkie bezeichnen?
BR: 
Das jetzt nicht unbedingt, aber ich achte schon drauf. Einerseits natürlich fürs Golf, aber auch für mich selbst. Da habe ich eigentlich schon immer auf mich geachtet. Getreu dem Motto: In einem gesunden Körper wohnt ein gesunder Geist.

Hast Du auch einen speziellen Fitness-Trainer?
BR: 
Früher habe ich sehr viel in Eigenregie gemacht. Auch aus Kostengründen. Irgendwann habe ich aber gemerkt, dass ich nicht mehr weiterkomme. Deswegen habe ich jetzt seit Anfang Juni (2015) einen speziellen Coach. Und schon beim Leistungs-Screening hat der bei mir sofort einige Fehler entdeckt und mir direkt Hausaufgaben gegeben.

Du siehst jetzt aber nicht unbedingt unfit aus.
BR: 
Nein, das nicht, aber bei mir arbeiten einfach nicht immer die richtigen Muskeln. Zum Beispiel arbeitet meine Muskulatur im Po nicht richtig mit. Das hört sich jetzt blöd an, aber gerade diese Muskulatur ist beim Golfschwung enorm wichtig. Und dass die nicht richtig mitmacht, auf solche Dinge kommt man ohne fremde Hilfe nicht. Von daher verspreche ich mir daher jetzt schon noch ein bisschen Längenpotential daraus zu gewinnen. Und deswegen muss ich jetzt auch los!

Golf.de: Vielen Dank für Deine Zeit.

Anmerkung: Das Interview führte Golf.de bei den BMW International Open 2015 in München Eichenried. Im Video sind daher noch seine alten Schläger zu sehen. Inzwischen spielt Ritthammer einen neuen Driver (Callaway XR) sowie die neuen Wedges von Titleist (Vokey Design SM6), aber mit den gleichen Lofts und Grinds.

Bernd Ritthammer: 'Das Geld ist am Ende nicht mein Antrieb' Vokey Design SM6 Wedges: Auf den Kopf gestellt Caledonia Putters: Qualitäts-Putter Made in Germany

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