Bild Information: Titleist SM6 Wedge Fitting,Open.9 Golf Eichenried

Titleist Wedge-Fitting: Besser Scoren

Expertentipp
 

Haben Sie Probleme, Ihre Wedges konstant und kontrolliert an den Stock zu schlagen? Das muss nicht unbedingt an Ihrer Technik liegen. Vielleicht stimmt nur einfach das Material nicht.

Haben Sie die passenden Wedges für Ihren Schwung und die Plätze, die Sie für gewöhnlich spielen? Es ist keine Schande, diese Frage mit einem "Ähm, ich glaube schon. Aber sicher bin ich mir nicht." zu beantworten. Denn gerade bei den Schlägern für die Distanzen unter 100 Metern zum Grün gibt es eine geradezu unüberschaubare Vielfalt. Fast alle Hersteller bieten Wedges in mehr als 20 Variationen an. Das fängt an beim Loft (Schlagflächenneigung), geht über den Bounce (Wölbung der Schlägersohle) bis hin zum Grind (Schliff der Sohle).

Wie soll man da nur den Überblick behalten? Das haben wir auch Bernhard Bauer, Fitter im Titleist National Fitting Center Deutschland Süd im Open.9 Golf Eichenried gefragt. "Eigentlich ist es gar nicht so kompliziert. Wenn man seine Lofts kennt, scheiden schon einmal ganz viele Variablen weg."

Bleiben immer noch Bounce und Grind. "Wenn man sich unsicher ist, macht man mit dem M-Grind fast nie etwas falsch." Das M steht bei Titleist für "Most Favorite" (engl. "am beliebtesten) und passt für die meisten Schwungtypen und Untergründe.

Für den Bounce gilt, dass man sich im Zweifel immer für etwas mehr entscheiden sollte. Denn wie Bob Vokey, Namensgeber der Vokey-Wedges und bei Titleist seit Jahren verantwortlich für deren Design sowie erster Ansprechpartner für Tour-Spieler wie Adam Scott und Jordan Spieth, immer sagt: "Bounce ist dein Freund!"

Wedge-Fitting gibt Aufschluss

Titleist Wedge Fitting: 21 Loft-, Bounce- und Grind-VariantenWer sich aber auf keine Experimente einlassen und nicht erst stundenlang die unterschiedlichsten Kombinationen ausprobieren möchte, gibt sich am Besten von Anfang an in die vertrauensvollen Hände eines Fitters, der innerhalb von einer Stunde das perfekte Setup für die kurzen Distanzen und rund ums Grün für Sie findet.

"Natürlich geht das auch in kürzerer Zeit, wenn man nur einen schnellen Check haben möchte, ob alles passt", erklärt Bauer. "Aber wenn ich von Null anfange, plane ich schon 50 Minuten bis eine Stunde ein."

Lohnt sich das überhaupt? Machen die Wedges einen so großen Unterschied aus? "Die meisten Amateure treffen sechs bis acht Grüns pro Runde", sagt Vokey. "Wenn sie einen guten Tag haben. Deshalb müssen sie auf dem Großteil der Löcher einer Runde einen Schlag aus kurzer Distanz ausführen, um den Score zu retten." Sei es nun vom Fairway, dem Vorgrün, aus dem Rough oder dem Grünbunker. "Wedges müssen vielseitig einsetzbar sein. Hinzu kommt, dass jeder Golfer anders schwingt. Deshalb gibt es nicht das EINE Wedge, das zu jedem passt."

Vom vollen Schwung zum kurzen Spiel

Egal, ob bei einem der drei nationalen Fitting-Zentren - Open.9 (München), GC Am Alten Fliess (Köln) und Green Eagle (Hamburg) - oder einem Fitting-Partner in Ihrer Nähe:

Jedes Wedge-Fitting bei Titleist fängt gleich an. Mit der Feststellung des Ist-Zustands. "Zuerst lasse ich den Kunden einige Schläge mit seinem Pitching Wedge machen", erklärt Bauer die ersten Schritte. "So stelle ich fest, wie weit er den kürzesten Schläger in seinem bestehenden Eisensatz schlägt und habe einen ersten Anhaltspunkt."

Denn gerade für die kürzesten Schläger ist ein konstantes Gapping enorm wichtig. Es macht wenig Sinn, zwischen dem Pitching- und Gap-(oder Approach-)Wedge einen Distanzunterschied von 20 Metern und mehr zu haben, und dann das Sand Wedge nur 10 Meter kürzer zu schlagen. "Das Gapping wird gerade deshalb immer wichtiger, weil die Lofts im Pitching Wedge im geringer werden", erklärt Vokey den Effekt, das ein modernes PW nicht selten Lofts von 45 oder sogar 44 Grad hat. "Wenn man dann ein Sand Wedge mit 56 Grad in der Tasche hat, kann sich schnell ein Längenunterschied von bis zu 30 Metern ergeben." Ideal sei dagegen eine Differenz von 10 bis 15 Metern zwischen den Schlägern.

"Bounce ist dein Freund"

Titleist Wedge Fitting: 10 bis 12 Meter Gappings zwischen den WedgesNachdem die ersten Anhaltspunkte für den passenden Loft gefunden wurden, kann mit dem passenden Bounce weiter am gleichmäßigen Gapping sowie einem konstanten Trefferbild gearbeitet werden. "Ich sage immer, dass Bounce dein Freund ist, weil er hilft, kleine Fehler zu verzeihen", erklärt Vokey. Bounce ist der Winkel zwischen der Leading Edge (Vorderkante) und dem tiefsten Punkt der Sohle (Trailing Edge).

"Beim Bounce-Fitting bestimmen wir, welchen Schwungtyp man hat." Grundsätzlich unterscheidet man bei Titleist zwischen drei Arten von Spielern:

  • Slider/Sweeper: schwingt er flach durch den Treffmoment (Attack Angle) und erzeugt kaum bis gar kein Divot
  • Neutral: hat einen normalen Attack Angle und erzeugt ein moderat tiefes und langes Divot
  • Driver/Digger: kommt steil an den Ball - starken Attack Angle - und erzeugt ein tiefes Divot

"Das hilft uns, die Auswahl beim Bounce einzugrenzen." Dabei wird nicht nur der volle Schlag in Betracht gezogen, sondern auch Standard-Pitches auf kürzere Distanzen. Hier entscheiden nicht nur die nackten Zahlen, sondern vor allem auch das Feedback des Spielers, ob ein Bounce in Frage kommt oder nicht.

Feintuning rund ums Grün

Im letzten Schritt des Titleist Wedge-Fittings geht es an reale Situationen. Sei es der Chip auf die kurz gesteckte Fahne aus dem Rough, der Standard-Bunkerschlag oder der Ball von einer kahlen Stelle. "Das richtige Wedge findet man nur in einem eingehenden Fitting, an dessen Ende immer die Vielseitigkeit der Schläger rund ums Grün im Vordergrund stehen sollte", erklärt Vokey.

Hierbei werden die favorisierten Bounce-Optionen mit unterschiedlichen Grinds ausprobiert, um die beste Kombination zu finden. Der Grind beschreibt den Schliff der Sohle und hat maßgeblichen Einfluss auf den vielfältigen Einsatz beim Anspiel der Fahne. Bei Titleist unterscheidet man zwischen fünf verschiedenen Grinds (die meisten davon mit prominenten Namensgebern):

  • F-Grind (Full Swing): Mit kaum Schliff an Ferse und Spitze eignen sich diese Wedges vor allem für volle Schläge. Schwungtyp: Sweeper/Neutral/Digger
  • M-Grind (Most Favorite): Geschliffene Ferse, Spitze und Trailing Edge bieten größtmögliche Vielfalt rund ums Grün. Schwungtyp: Sweeper/Neutral
  • S-Grind (Steve Stricker): Trailing Edge und Ferse sind abgeschliffen, um Vielseitigkeit bei vollen Schlägen sowie im kurzen Spiel zu ermöglichen. Schwungtyp: Neutral/Digger
  • K-Grind (Tom Kite): Die breite Sohle macht es ideal zum Einsatz aus dem Bunker, während es die gerundete Sohle vielseitig einsetzbar macht. Schwungtyp: Neutral/Digger
  • L-Grind (Phil "Lefty" Mickelson): Ein ausgeprägter Schliff an Ferse, Spitze und Trailing Edge macht es zur ersten Wahl bei harten und trockenen Bedingungen. Schwungtyp: Sweeper

Titleist Wedge Fitting: Fünf Grinds der Vokey Design SM6 Wedges

Bei der Vielzahl an unterschiedlichen Loft-, Bounce- und Grind-Varianten - in Summe bietet Titleist bei den Vokey Design SM6 Wedges 21 unterschiedliche Kombinationen an - hat Bob Vokey vor allem einen sinnvollen Ratschlag für Sie: "Besuchen Sie einen Titleist-Händler oder PGA Professional und lassen Sie sich auf die Wedges fitten."

Unser Fazit: Auch wenn die Kosten für ein Fitting erst einmal abschrecken mögen. In knapp unter einer Stunde haben wir viel über unser Spiel mit den kürzesten Eisen erfahren und können es Ihnen nur empfehlen. Außerdem: Manche Pros und Händler bieten an, die Kosten fürs Fitting beim Kauf neuer Wedges zu verrechnen

Und verpassen Sie es auf keinen Fall, den K-Grind auszuprobieren. Er mag optisch nicht der sportlichste sein, aber die Performance spricht für sich.

Besser gefittet. Besser spielen. Hier finden Sie Titleist-Fitter in Ihrer Nähe 21 Kombinationen, 3 Finishs: Titleist Vokey Design SM6 Wedges Die Philosophie des Wedge-Gurus: Bob Vokey über seine Wedges

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Marco Burger | HoleInOne-Fitting

Marco Burger ist mit einem Handicap von +0,1 einer von drei Fittern bei HoleInOne-Fitting in Eichenau (bei München).

Aufgrund seines Studiums der Biomechanik an der TU München analysiert er seit Jahren Amateure wie Profispieler bezüglich ihrer Bewegung und Ausrüstung.

Burger hat einige Jahre in der Longdrive-Szene mitgemischt und war zudem zwei Jahre bei TaylorMade in Herzogenraurach. Dort hat er bereits Spieler verschiedener Profi-Touren gefittet, bevor er sich in München auf sein Masterstudium und Start-Up konzentriert hat.

  • Bachelor in Sport Science (2010)
    • Fokus: Biomechanik
  • Master in Human Factors Engineering (2015)
    • Fokus: Sports Engineering
  • C- und B-Trainerlizenz
  • Custom Fitting Adidas/TaylorMade
  • SAM BalanceLab Instructor
  • SAM PuttLab Instructor
  • Fitter of the Year 2013/2014 (KZG)

Andreas Nottebaum | clubfixx

Andreas Nottebaum ist Geschäftsführer von Clubfixx in Neuss.

In seiner Werkstatt passt er Schläger individuell an, unter anderem für die deutsche Tour-Spielerin Caroline Masson.

Der Fully Qualified Golf Professional blickt auf eine langjährige Erfahrung im Fitting und Vertrieb von Golfschlägern zurück und kennt sich dank seines sportlichen Hintergrunds (Deutscher Meister, National-Kader- und Bundesligaspieler) im Golfbusiness bestens aus.

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