Bild Information: Putter-Fitting mit dem SAM PuttLab bei HoleInOne-Fitting (Eichenau)

Eine Frage von Nuancen

Expertentipp
 

Ein professionelles Fitting von Driver und Eisen gehört bei den meisten Golfern inzwischen zum guten Ton. Zum Glück. Bei einem der wichtigsten Schläger im Bag besteht dagegen meist dringender Handlungsbedarf, sagt Marco Burger von HoleInOne-Fitting, der uns durch ein komplettes Putter-Fitting führt.

Grundlegend gibt es zwei Wege, mehr Bälle im Loch zu versenken, sagt Marco Burger von HoleInOne-Fitting: "Mit dem richtigen Putter-Modell und abgestimmten Details einige Fehler im Schwung kompensieren, oder beim Trainer den Schwung auf den Idealwert bringen zu lassen und beim aktuellen Putter bleiben." Aber wenn es selbst die besten Spieler der Welt nicht zum idealen Schwungbild schaffen - vergleichen Sie nur einmal die Vielzahl von Putt-Bewegungen auf der Tour -, wie soll es dann der Amateur bewerkstelligen. Also liegt die Hoffnung auf dem passenden Putter. Deshalb besuchten wir den Fitter in seiner Werkstatt in Eichenau und durchliefen den kompletten Prozess zum perfekten Putter.

Es braucht nicht viel

Eine kleine Putt-Matte von nicht einmal zwei Quadratmetern Größe sowie das SAM PuttLab genügen Burger. "Mehr braucht es nicht für eine professionelle Putt-Analyse", sagt er. Natürlich nur in Verbindung mit der nötigen Erfahrung und dem Know-how, das Vorhandene richtig zu nutzen. Immerhin spuckt das ultraschallgestützte Putt-System mehr als 28 Parameter aus.

"Ein gefitteter Driver bringt einem vielleicht mehr Länge und eine geringere Streuung, ein passender Putter kann aber direkt bis zu drei Schläge und mehr auf einer Runde sparen", sagt Benny Pfister, Geschäftsführer von HIO-Fitting.

Verkehrte Welt

Mit 70:30 beziffern sie das Verhältnis von durchgeführten "regulären" Fittings für Driver und Eisen zu Putter-Fittings in ihrer Werkstatt bei München. Der Vergleich zum tatsächlichen Einsatz auf der Runde verdeutlicht allerdings spiegelbildliche Werte. "Kaum ein Amateur braucht weniger als 30 Putts pro Runde. Das Gros pendelt sich zwischen 34 und 40 ein", so Burger. Der Driver kommt dagegen maximal auf 14 Einsätze. Und auch die Eisen werden nicht viel öfter aus der Tasche gezogen.

"Für einen gefitteten Driver geben die Leute regelmäßig 400 Euro und mehr aus." Beim Putter scheuen Amateure dagegen bereits, wenn er mehr als 200 Euro kostet. Dabei bleibt er meist deutlich länger im Bag als jeder Driver und die Resultate sind meist direkt zu beobachten. Und das mit gerade einmal einer Stunde, die ein komplettes Putter-Fitting bei HIO dauert.

Der Fitting-Prozess

Am Anfang steht stets ein kurzes Gespräch, in dem geklärt wird, wie der Kunde seine Leistung auf den Grüns bewertet, was typische Fehlschläge sind und ob er auch in Drucksituationen Vertrauen zum nächsten Schlag hat. All das gibt Burger einen ersten Eindruck über das Verhältnis von Spieler und Spielgerät und hat Einfluss auf das weitere Vorgehen.

Der eigentliche Fitting-Prozess findet dann mit dem SAM PuttLab sowie am Computer statt. "Es gibt so unendlich viele Möglichkeiten, einen Putter einzustellen, dass ein reines Verfahren über Ausprobieren kaum möglich ist", sagt Burger über die Vorteile des Putt-Analyse-Systems. Nach einigen Putts mit dem eigenen Modell stehen die Resultate über Schwungbewegung, Rhythmus, Treffmoment, Wiederholbarkeit, etc. fest. Wobei die Wiederholbarkeit (in den Datenblättern Consistency) der wichtigste Faktor ist. Selbst die besten Spieler der Welt haben oft keine Bewegung aus dem Lehrbuch, können ihren Schwung aber reproduzieren und sich auf einen konstanten Schlag verlassen.

"Durchschnittliche Amateure verfügen meist über eine unausgereifte Technik und verschlimmern die Ergebnisse durch die Nutzung eines völlig falschen Putters", sagt Burger, der in den letzten Jahren einen positiven Trend erkennt. "Speziell sehr schmale, sogenannte Blade Putter kommen mehr und mehr aus der Mode, da hier deutliche Defizite in Sachen Ausrichtung, Stabilität und Fehlerverzeihbarkeit anzumerken sind."

Der Selbstversuch

Unser Gefühl, das Spiel auf dem Grün sei unsere größte Stärke  - immerhin fielen die Putts regelmäßig, auch aus größeren Entfernungen - sollte sich bald ändern. Spätestens nach der Analyse von Burger, der mit einem Blick auf die Daten des SAM PuttLab einige Schwächen aufdeckte. Neben einem zu starken Radius schließen wir das Schlägerblatt nach dem Treffmoment zu stark als Ausgleichsbewegung zum leichten Push. Die gesamte Bewegung mit allen gelernten Korrekturen sei nicht wiederholbar. Ein Consistency-Wert von 15 Prozent unterstrich unwiderlegbar seine Aussage.

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Mit wenigen Handgriffen waren einige mögliche Kandidaten aus dem Sortiment der HIO-Werkstatt zusammengestellt und wir standen mit zwei Favoriten wieder auf der Matte. Dabei war ein ähnliches Modell zu dem, mit dem wir angekommen waren, nur etwas schwerer. Zudem eines, das wir so für uns nicht in die engere Auswahl genommen hätten. Auf den zwei Metern Puttfläche sind uns zwar keine gravierenden Unterschiede aufgefallen, die Werte mit dem Testsieger waren auf dem Monitor dafür umso überzeugender.

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In allen Bereichen haben sich die Werte verbessert, teilweise sogar um 60 Prozentpunkte. Die gesamte Wiederholbarkeit stieg von etwas über 50 auf 80 Prozent und auch die Gesamtwertung sprang deutlich über die 80-Prozent-Marke. Auf dem Platz bedeuten diese Werte mehr gelochte Putts bei den Wadenbeißern sowie eine deutliche verbesserte Längenkontrolle aus großer Entfernung. Der Testsieger für rund 350 Euro ähnelte von der Kopfform unserem aktuellen Modell, hat allerdings ein deutlich höheres Kopfgewicht, weniger Loft und einen kürzeren Schaft, sodass wir automatisch mit dem Körper besser über dem Ball stehen und eine deutlich neutralere Bewegung erzeugen.

Grenzenlos zum perfekten Putter

Die beste Basis bietet sich Burger, wenn er freie Hand hat und den Putter von Null auf den Kunden abstimmen kann. Ein schwerer oder leichter Schaft kann bereits einen großen Unterschied machen. Genauso Länge und Material des Schafts. Selbiges gilt auch für den Griff. In der Werkstatt von HoleInOne-Fitting finden sich eine Vielzahl von Modellen mit unterschiedlichen Formen und Gewichten, die auf die Performance des Putters abgestimmt werden können. Natürlich können Sie auch den eigenen Putter optimieren lassen. Hierbei sind allerdings Grenzen gesetzt. Schaft, Griff, Lie und Zusatzgewichte stellen für Burger in der perfekt ausgestatteten Werkstatt aber kein Problem dar.

Parameter, die beim Putter-Fitting von HoleInOne-Fitting kontrolliert (SAM PuttLab) und in die Entscheidung zum passenden Putter berücksichtigt werden:

  • Gesamtgewicht
  • Gewicht des Kopfs
  • Kopfform (Blade, Mallet, High-MOI)
  • Schlagfläche (geschmiedet, gegossen, gefräst)
  • Loft (zwischen 0 und 5 Grad)
  • Lie (zwischen 65 und 75 Grad)
  • Schaftfixiering (Center, Heel)
  • Schaftform (gebogen, gerade, mit Offset)
  • Schaftmaterial (Graphit, Stahl, Aluminium)
  • Schwerpunkt im Schaft
  • Länge (standardmäßig zwischen 30 und 36 Inch)
  • Gewicht des Griffs

Und wenn Sie schon einmal da sind, probieren Sie auch die Eigenkreation von HoleInOne-Fitting aus: den Hopper. "Der neu entwickelte "Hopper" Putter von HIO überzeugt durch sein innovatives und funktionales Design. Die hohe Schlagfläche und die seitlichen Gewichte im Kopf vergrößern den Sweetspot und sorgen für einen stabilen und richtungstreuen Treffmoment. Das weiche Material der Schlagfläche gibt präzises Feedback für eine gute Distanzkontrolle. [...] Messungen auf  dem SAM PuttLab bestätigen diese Eigenschaften mit hervorragenden Werten bei Richtungsfaktoren, Schwungverhalten und Schlagkonstanz", sagt Dr. Christian Marquardt, einer der weltweit bekanntesten Putt-Spezialisten. 

weitere Informationen zu HoleInOne-Fitting auf der Homepage Putten im Fokus! Analyse und Trainingshilfe mit dem SAM PuttLab Worauf kommt es beim langen Spiel an? Ballflugparameter erklärt

Anhänge

Hier eine Zusammenfassung der Messergebnisse mit dem Testsieger von Areso

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