Bild Information: Allen John locht zum Eagle ein (Foto: DGV/stebl)

Holperiger Start

Team-WM Herren 2018
 

Die Auftaktrunde der Team-WM der Herren fand bei besten Bedingungen in Irland statt. Auf Carton House wurden fabelhafte Scores erzielt.

Maynooth/Irland – Die erste Runde der Team-Weltmeisterschaft vor den Toren der irischen Hauptstadt Dublin ist für das Team von Bundestrainer Ulli Eckhardt nicht optimal verlaufen. Der Start geriet ausgesprochen holperig, wobei das Team eine gute Reaktion zeigte und sich gut wieder zurück kämpfen konnte, so dass am Abend Rang 30 zu Buche steht.
Gemeinsam mit Dänemark und Kanada gingen Marc Hammer, Hurly Long und Allen John am Morgen bei frischen Temperaturen in ihre Auftaktrunde.


Die ersten Bahnen verliefen für die Bundesadler alles andere als vielversprechend. Marc Hammer musste auf dem Auftaktloch, der Bahn 11 des Montgomerie Courses gleich ein Doppelbogey hinnehmen und Hurly Long legte ein Bogey nach. Allen John verhinderte mit einem Par, dass Schwarz-Rot-Gold ganz früh ganz unten im Klassement zu finden war. Allen John war es auch in der Folgezeit, der mit sehr soliden Schlägen immer wieder Chancen kreierte, Birdies zu spielen. Auf Loch 15, der fünften gespielten Bahn, gelang es dem 31-Jährigen, mit einem Birdie seinen Score unter Par zu drücken.
Ein Loch vorher hatte Hurly Long nach seinen beiden Bogeys zum Auftakt sein erstes Birdie auf die Karte gebracht, kassierte unmittelbar danach aber ein Doppelbogey. Die Runde wollte noch nicht richtig in die Gänge kommen. So standen die deutschen Farben im Livescoring lange im Teamscore mit +2 oder +1, was in einem teils entfesselt spielenden Feld keine vordere Platzierung ermöglichte.

Backnine besser

Auf seiner Backnine drehte Allen John richtig auf. Der Spieler des GC St. Leon-Rot, der sein WM-Debüt gibt, hätte auf Loch 4, einem 553 Meter langen Par 5, fast einen Albatros geschossen. Der zweite Schlag des Longhitters lief auf dem Grün in Richtung Dose, rollte dann aber über den Rand des Lochs. Es wurde letztlich dann „nur“ ein Birdie, aber nun war der Gehörlosen-Weltmeister und Deaflymics-Sieger auf Betriebstemperatur.


Zwei Bahnen später legte John seinen Abschlag auf dem 361 Meter langen Par 4 rund 30 Meter vor dem Grün perfekt ab. Der Pitch zur Fahne, die hinten auf dem Grün stand, war allerdings alles andere als leicht, denn das Grün hat nicht nur mehrere Plateaus, sondern auch noch einige anspruchsvolle Minibreaks. Allen John schaffte aber das Kunststück, seinen Ball mit einem gefühlvollen, kleinen Pitch ins Loch laufen zu lassen. Dieser Eagle drückte den Score auf -4 und brachte auch das deutsche Team erstmals unter Par. Bundestrainer Ulli Eckhardt jubelte über diesen Schlag weithin hörbar und man spürte, welche Befreiung diese Entwicklung auf dem Leaderboard für den Coach war.
Zwar kassierte Allen John anschließend seinen einzigen Bogey, aber insgesamt war die 69 (-3) des Routiniers ein gutes Ergebnis zum Auftakt und lässt für die folgenden Tage für das deutsche Team noch alle Optionen offen.
„Ich habe sehr konstant gespielt und mir viele Chancen erarbeitet. Der Höhepunkt der Runde war sicher mein Pitch-In zum Eagle. Insgesamt war mein Debüt generell sehr gut und wir haben einen soliden Auftakt in diese WM abgeliefert“, war der Team-Player am Nachmittag nach der Runde zuversichtlich für die kommenden Tage.

Drei Birdies

Hurly Long brachte auf seiner Runde drei Birdies unter, kassierte aber auch drei Bogeys und einen „Double“. Macht in Summe 74 (+2) Schläge in der Wertung, so dass der Bundesadler insgesamt mit -1 in der ersten Tageswertung auftaucht.
„Mit meiner Runde war ich natürlich nicht zufrieden. In der Nachbearbeitung mit Ulli Eckhardt waren wir uns einig, dass dafür, dass es vom Spiel her nichts war, das Ergebnis noch einigermaßen okay war. Allen hat ordentlich gespielt, deshalb ist noch alles drin. Wir haben nach der Runde noch gut trainiert und daher bin ich zuversichtlich für morgen. Schön war, dass ich heute auf meinem 18. Loch noch ein Birdie gespielt habe. Das gibt für den nächsten Tag ein gutes Momentum und nimmt das Sauere aus dem Tag. Auf den Grüns ist zwar nicht viel gefallen, aber meine Putts waren heute trotzdem sehr gut“, analysierte Hurly Long sehr reflektiert den Tag und geht optimistisch in die zweite Runde.

Bunte Karte

Marc Hammer gelangen ebenfalls drei Birdies, aber der Mannheimer machte seine Karte insgesamt sehr bunt, so dass sein Score von 77 (+5) nicht in die Wertung kam. Zwischenzeitlich hatte Hammer Probleme mit einer Schulter und wurde auf dem Platz kurz von Physiotherapeut Marc Hohmann behandelt. Der Blick ging bei dem 19-jährigen Youngster aber sofort nach der Runde positiv nach vorne: „Mit der Runde kann ich natürlich nicht zufrieden sein, aber ich versuche, das Positive aus der Runde heraus zu holen. Heute werde ich mich gut erholen und noch an den anderen Dingen arbeiten.“

Bundestrainer lobt Kampfgeist

Ulli Eckhardt hatte einen nicht ganz so fröhlichen Vormittag und zwischenzeitlich sah man auch eine gewisse Anspannung beim Bundestrainer. Das Grundvertrauen in seine Akteure ist aber so groß, dass Eckhardt immer viel Zuversicht ausstrahlte und damit am Ende auch Recht behalten hat.
„Wir sind sehr holprig gestartet, aber danach haben die Jungs großartig gekämpft! Das war nicht der Start, den wir wollten, aber es ist noch nichts verloren! Es sind noch drei Runden zu spielen und daher ist noch alles drin“, weiß der erfahrene Coach um die Stärken, die sein Team ausmachen.

Dänemark top

Dänemark hat die Auftaktrunde zu einem Triumphmarsch gemacht, allen voran John Axelsen, der gemeinsam mit Marc Hammer unterwegs war. Der Däne begann noch eher verhalten und lag nach sechs Bahnen Even Par. Danach aber drehte Axelsen richtig auf und knallte Birdies in Serie auf den Platz. Auch ein Eagle half dem Dänen dabei, den besten Score auf „The Monty“ zu spielen. Die 64 (-8) hatte natürlich großen Anteil daran, dass Dänemark mit gesamt -12 die Führung übernahm.
Zwei Schläge dahinter hat sich Gastgeber Irland auf Platz zwei eingenistet. Die Heimmannschaft wurde von vielen Zuschauern begleitet und hatte in Robin Dawson mit einer 65 (-7) den besten Spieler. Wie bei den Dänen, so auch bei den Iren, blieben alle drei Athleten unter Par.

Indien überrascht

Die erste große Überraschung dieser 31. Eisenhower Trophy gab es auf dem zweiten Platz von Carton House zu sehen. Indien kam mit gesamt -9 hervorragend aus den Startlöchern, wobei ein Spieler auf dem O´Meara alles überragend unterwegs war: Rayhan John Thomas brauchte auf dem Par-73-Course nur 64 Schläge, notierte dabei nicht weniger als acht Birdies und einen Eagle.

Favoriten kommen gemächlich aus den Startlöchern

Titelverteidiger Australien ist ähnlich wie Deutschland eher verhalten gestartet. Mit -3 steht das Team aus Downunder nur zwei Schläge vor dem Bundesadler. Auch die USA haben bei -4 keinen Start erwischt, wie der Top-Favorit es sich gedacht haben wird. Auch wenn der Rekordweltmeister mit den Nummern 1, 2 und 7 des aktuellen World Amateur Golf Rankings antritt, will ein Turnier in einem so breiten und starken Feld, wie es diese Titelkämpfe in Irland zu bieten hat, erst einmal erfolgreich gespielt sein.

Späte Startzeit

Am zweiten Wettkampftag geht es für das deutsche Team auf den O´Meara Course. Das Team um Kapitänin Silke Lüdike kann den Tag ausgeschlafen starten, denn erst um 12.48 Uhr wird Marc Hammer als erster Athlet des Golf Team Germany auf Tee 1 starten. Um 12.59 Uhr folgt Hurly Long und wieder wird Allen John den Abschluss bilden. Der älteste Spieler in Schwarz-Rot-Gold geht um 13.10 Uhr in seine zweite WM-Runde.

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