Bild Information: Großartige Leistung, tolles Ergebnis: Platz fünf für Deutschland (Foto: DGV/stebl)

Platz fünf! Bestes Team Europas

Team-WM Damen 2018
 

Bei der Team-WM der Damen hat Deutschland als bestes Team Europas den fünften Platz belegt. Den Titel holen sich die USA.

Maynooth/Irland – Eine großartige Team-Weltmeisterschaft der Damen ist in Irland mit einem phantastischen fünften Platz für Deutschland zu Ende gegangen. Am Finaltag ging es auf dem O´Meara Course von Carton House noch einmal hoch her. Alle drei Spielerinnen mit dem Bundesadler auf dem Shirt lieferten einen großen Kampf, den alles überragenden Score brachte dabei Esther Henseleit ins Clubhaus.

Zweitbester Score des Tages

Die Falkensteinerin unterschrieb eine 66 (-7) und knallte neben einem Bogey sechs Birdies und einen Eagle auf den Platz. Die Runde fing für die 19-Jährige sehr gut an. Auf Bahn 1 gelang Henseleit ein Up-and-down-Birdie, auf Bahn 2 lief der Chip zum Birdie ins Loch. Auf Bahn 4, einem Par 5, kam der zweite Schlag der Falkensteinerin etwa vier Meter neben der Fahne zum halten. Der Eagleputt fiel zum Zwischenstand von „vier unter“ nach nur vier Bahnen. Birdies auf den Bahnen 10 und 11 brachten den Score weiter nach unten. Die Putts waren beide relativ kurz, nachdem das Nordlicht des Teams wieder sehr präzise Schläge ins Grün gemacht hatte.

Beeindruckend, wie gut es für Esther Henseleit lief. Ausgerechnet auf der kurzen Bahn 13, einem Par 4, auf dem das Grün vom Tee in Reichweite ist, unterlief der Varelerin ein unnötiges Bogey und auch der Teeshot auf der wunderschön auf das Flüsschen Rye zugehenden Bahn 14 war nicht optimal. Aber im Stile einer Großen sicherte sich Henseleit dort dennoch das Par. „Ich habe mich wieder gefangen und mir vorgenommen, auf den beiden noch ausstehenden Par 5 Birdies zu spielen. Genau so habe ich es auch gemacht, jeweils mit dem zweiten Schlag das Grün getroffen und Zweiputt-Birdies gemacht. Heute hat es sich gut spielen lassen und ich war auch nicht besonders nervös. Hier sind echt viele Möglichkeiten, Birdies zu machen. Das Ergebnis fühlt sich richtig gut an“, freute ich die Athletin über den zweitbesten Score aller fast 180 Spielerinnen aus 57 Nationen an diesem Tag.

Dreifacher Kampf

Mit einer 72 (-1) beendete Sophie Hausmann vom GC Hubbelrath diese Espirito Santo Trophy und Leonie Harm vom GC St. Leon-Rot kam mit einer sehr guten Par-Runde vom Platz.
Wie wichtig es war, dass alle drei Spielerinnen aus dem Kader von Bundestrainer Stephan Morales bis zum letzten Schlag um jeden Zähler kämpften, war bei den engen Zwischenständen immer klar, aber in der Endabrechnung konnte genau durch diesen Kampfgeist Italien um einen Schlag auf den sechsten Rang verwiesen werden.
Sophie Hausmann und ihre besondere Beziehung zu Par-5-Bahnen wurde auch auf der Finalrunde gepflegt. Eigentlich müsste die Longhitterin gegenüber den meisten Kontrahentinnen gerade auf den langen Bahnen große Vorteile genießen, aber die Chancen, die sich aus langen Abschlägen ergeben, werden von der Hubbelratherin nicht so häufig genutzt. Im Gegenteil bringt sich Hausmann auch nach langen Drives mitunter noch in brenzlige Situationen. So auch auf Bahn 6 des O´Meara Courses, auf dem sie am Finaltag ein Doppelbogey notierte, nachdem der zweite Schlag in genau dem Bunker gelandet war, den man unbedingt vermeiden hätte müssen.


Ganz stark allerdings, wie die Münsterländerin nach dem Doppelbogey konsequent um jeden Zähler verbissen kämpfte und dadurch möglich machte, dass Schwarz-Rot-Gold einen zweiten Score unter Par in die Wertung brachte.
Auf den hinreißend schönen Bahnen, auf denen das Flüsschen Rye ins Spiel kommt, notierte Hausmann drei Birdies in Folge und drückte damit ihren Score auf „eins unter“. Punktlandung!
„Ich habe solides Golf gespielt und musste nur abwarten, bis mal ein Putt fällt. Dann sind drei gute Putts in Folge gefallen und somit habe ich die Runde noch gut gedreht. Das Team hatte ein mega gutes Finish. Die Leistung kann sich sehen lassen. Man wird immer hier und da einen Schlag finden, den man hätte sparen können, aber das wird auch bei den anderen Teams so sein. Mit dem Platz in der Top Fünf können wir uns nicht beschweren“, strahlte Sophie Hausmann am Abend nach dem letzten Putt.

Harm trotz Haderns Even Par

Leonie Harm, die in ihrer bisherigen Karriere schon so ziemlich alle Titel gewonnen hat, die man gewinnen kann und deshalb vor Selbstvertrauen eigentlich nur so strotzen müsste, haderte auf der Finalrunde erneut mit so ziemlich jedem Schlag, der nicht hundertprozentig ihren hohen Erwartungen entsprach. In diesem Kampf gegen den Platz behauptete sich die Spielerin des GC St. Leon-Rot am Finaltag mit fast durchgängigen Pars. Lediglich auf Bahn 7 ein Birdie, direkt im Anschluss aber nach einem Schlag, der etwas zu lang geraten war, ein Bogey, durchbrachen die Serie an Pars. „Ich habe mir ein paar gute Birdiechancen erarbeitet, aber auch einige gute Par-Safes gemacht. Es hat sich wohl die Waage gehalten, wobei es zum Ende hin doch eher in Richtung unter Par ging. Heute war es sehr windstill, aber aufgrund meiner Rückenprobleme konnte ich nicht ganz frei schwingen. Dafür fand ich eine Par-Runde völlig okay. Hätte man mir heute morgen gesagt, dass ich Par spielen würde, hätte ich das sofort genommen“, so Harm nach einem erfolgreichen Ausgang dieser Welttitelkämpfe.

Bestes Team Europas

Im Gesamtklassement hat das National Team Germany mit starken elf Schlägen unter Par alle anderen Teams aus Europa hinter sich gelassen und musste nur den Damengolf-Weltmächten USA, Korea, Japan und China den Vortritt lassen. Einsam vorneweg marschierten die Amerikanerinnen, die mit -29 satte zehn Schläge Vorsprung auf Japan hatten. Die Damen aus dem Land der aufgehenden Sonne ließen am Finaltag noch Titelverteidiger und Favorit Korea hinter sich. China, die Nation, die absehbar das Damengolf in Zukunft mit dominieren wird, landete nur drei Schläge vor dem Bundesadler auf Rang vier.

Bundestrainer lobt Biss der Athletinnen

Bundestrainer Stephan Morales war am Finaltag gewohnt engagiert auf dem Platz unterwegs und bejubelte die guten Schläge seiner Schützlinge mitunter lautstark. Motivation für das Team tat Not und genau so agierte der Bundestrainer auch: „Mir bedeutet es einiges, dass wir die beste Mannschaft Europas geworden sind. Dazu gehört natürlich diese gute Mannschaftsleistung, die wir heute gebracht haben. Natürlich war die Leistung von Esther Henseleit heute herausragend, aber das reichte auch nur, weil wir ein zweites Ergebnis reingebracht haben, das nicht über Par ist. Nur so konnten wir uns vorne so festsetzen. Im Livescoring gab es eine Situation, da lagen wir nur noch zwei Schläge hinter Platz drei. Aber die anderen Mannschaften können ja auch alle Golfspielen und die führenden Mannschaften hatten noch mehr Bahnen zu spielen. So richtig an den dritten Platz geglaubt habe ich daher nicht, obwohl mich gewundert hat, wie stockend Korea heute rein gekommen ist. Ich hätte schon gedacht, dass die den Amerikanerinnen heute noch einen harten Fight hätten liefern können, aber das haben sie nicht geschafft. Um wirklich um den dritten Platz mitzuspielen, haben wir am zweiten und dritten Tag zu viel liegen lassen. Ich hatte auch heute das Gefühl, dass in jeder Runde noch Luft war. Damit meine ich auch die Runde von „Esthi“, die noch zwei Eagle-Putts auf der Lochkante hat sterben lassen und sich auf dem leichtesten Loch ein Bogey abholt hat. Da wäre mit Sicherheit heute auch noch eine acht oder neun unter Par drin gewesen. Aber auch das hätte nicht zum dritten Platz gereicht. Ich bin definitiv glücklich mit dem fünften Platz, weil ich wusste, dass wir heute tief spielen mussten. Es musste genau diese acht unter Par sein. Daher war es für mich toll, zu sehen, wie auch eine Sophie Hausmann nach einer Menge verpasster Chancen doch noch zurückgekommen ist und sich zu drei Birdies in Folge hat tragen lassen. Jedes einzelne davon war wichtig, um am Ende das beste Team aus Europa zu sein. In diesem Zusammenhang muss ich Sophie auch noch mal für ihre gestrige Runde loben. Dass sie nach der schwierigen Situation von Bahn 16 ihre Runde so zu Ende gespielt hat und zweimal noch einem Birdie sehr nahe war, war ein tolles Zeichen und ich fand es sensationell, wie das ganze Team zuversichtlich geblieben ist.“

Hochzeitgeschenk

Kapitänin Pia Halbig war von ihrem Team restlos begeistert. Vor der Runde hatte sie sich als nachträgliches Hochzeitsgeschenk gewünscht, dass Deutschland am Ende in der Top Five steht. Diesen Wunsch erfüllten ihr Esther Henseleit, Sophie Hausmann und Leonie Harm glatt.
„Die Mädels haben mich heute echt vom Hocker gehauen. Wie entspannt Esther die Runde heute runter gespielt hat und wie Sophie auf den letzten sechs Loch nochmal Gas gegeben hat, obwohl vorher nichts gefallen war, wie auch Leonie, auch wenn sie nicht die beste Runde ihres Lebens gespielt hat, immer weiter gekämpft hat und immer dieses Birdie machen wollte, hat mich sehr beeindruckt. Ich bin echt stolz auf die Mädels. Ich finde es echt stark, dass wir das beste Team Europas geworden sind. Die Mädels hatten eine sehr lange Saison und waren sich vorher selbst nicht sicher, einen solchen Erfolg erreichen zu können. Daher finde ich es echt stark, wie sie nach der ersten Runde gesehen haben, dass sie vorne mitspielen können und das dann so weiter durchgezogen haben. Das war echt gut“, war die Kapitänin überglücklich, diese tolle Team-WM mit erlebt und mit gestaltet zu haben.

Glückwünsche vom Vorstand Sport

Marcus Neumann, der als Bundestrainer selbst 2012 mit dem Team Vizeweltmeister geworden war, hatte die gesamte WM über am heimischem Schreibtisch mitgefiebert und den Refresh-Button seines Handys malträtiert, um immer auf dem aktuellsten Stand der sportlichen Entwicklung zu sein.
Vom Erfolg des Damen-Teams war der heutige Vorstand Sport des DGV überwältigt und konnte seine Freude kaum in Worte fassen: „Das war eine phantastische Leistung und eine Bestätigung der sehr guten Entwicklung im Damen-Kader. Es ist eine Kunst, an einem kritischen Tag diszipliniert den Score zusammen zu halten und am Ende dann nochmal so tief zu spielen. Das deutsche Leistungsgolf ist sehr gut aufgestellt! Glückwunsch an das gesamte Team und Bundestrainer Stephan Morales zu diesem Erfolg!“


Bilder vom Finaltag folgen am Sonntagvormittag an dieser Stelle.

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