Bild Information: Verdienter Euroameister: die deutschen Mädchen (Foto: DGV/stebl)

Gold! Mädchen sind Europameister!

Team-EM Mädchen
 

Gold! Es ist Gold! Fast ist man in diesem für den deutschen Golfsport so überaus erfolgreichen Jahr geneigt, zu fragen: Ja was denn sonst? Aber auch, wenn die Mädchen um Bundestrainer Sebastian Rühl bei dieser Team-EM kein einziges Match verlieren, also einen glatten Durchmarsch zelebrieren, ist ein solcher Titelgewinn niemals selbstverständlich.

Hruba Borsa/Slowakei – Wie sehr sich Sophie Witt, Charlotte Back, Chiara Horder und Paula Schulz-Hanßen in diesen Tagen von Hruba Borsa den Respekt der übrigen Teams erarbeitet haben, konnte man am Applaus ablesen, denn die jungen Bundesadler bekamen, als bei der Siegerehrung die Namen des neuen Europameisters verlesen wurden. Ein echter Gänsehautmoment.
Bis es soweit war, gab es allerdings einen harten und spannenden Tag, an dem sich die Truppe von Kapitän Christian Marysko richtig beweisen musste.
Im Finale traf das deutsche Team auf Schweden. Die Skandinavier sind quasi der Dauersieger dieser Meisterschaft, denn alleine acht mal holte Schweden den Titel. Eigentlich ist Schweden immer Favorit, zumal das Dreikronen-Team schon 15 mal im Finale stand.
Für Deutschland war es erst die vierte Finalteilnahme und Dank einer auch am Finaltag überragenden Leistung der vier Athletinnen des Junior Team Germany wurde zum dritten mal der Titel nach Deutschland geholt.

Ohne Matchverlust

Die Art und Weise, wie die Mannschaft sich ins Finale gespielt hatte, war schon beachtlich, denn auch starke Gegnerinnen wurden regelrecht deklassiert. Die Matches waren jeweils so früh beendet, dass die Spielerinnen aus St. Leon-Rot, München Valley und Hubbelrath nie die Bahnen 16, 17 und 18 sahen.


Es blieb zwar auch gegen Schweden dabei, dass kein Match verloren wurde, aber immerhin zwangen die Nordlichter die deutschen Mädchen über die volle Distanz – und darüber hinaus. Am Ende war der Jubel deutsch und der Sieg steht mit 2,5:0,5 in den Büchern. Ein 3:0 wäre auch gut möglich gewesen, aber als der Gesamtsieg fest stand, wurde das letzte Match als geteilt gewertet.

Vierer wieder glatt

Wie schon in den Runden zuvor, hatten es Chiara Horder (GC München Valley) und Charlotte Back (GC St. Leon-Rot) eilig. Nach drei Bahnen führten die Deutschen gegen Ester Fagersten und Maia Samuelsson schon mit 2auf. Dieser gute Start gab Sicherheit, auch für die beiden folgenden Einzel.
Mit einem Dreiputt aus rund drei Metern machten Horder/Back die Tür für ihre Kontrahentinnen auf dem fünften Loch die Tür etwas auf und Schweden glich aus. Aber nachhaltig die Lage verändern konnte dies nicht, denn schon bald lag Schwarz-Rot-Gold wieder in Führung und baute diese so aus, dass wieder auf dem 15. Grün der Sieg mit 4&3 für die Schützlingen von Mädchen-Bundestrainer Sebastian Rühl feststand.
Dieser Vierer war in diesen Tagen ein Garant für klare Siege und hatte damit großen Anteil daran, dass sich die Spannung meist in engen Grenzen hielt.

Witt mit großer Moral

Vorne ein schier unschlagbarer Vierer und hinten eine bärenstarke Sophie Witt, die mit einer tollen Moral auch im Finale Großes leistete. Wieder zeigte die Hubbelratherin in er Anfangsphase ihres Matches gegen Meja Ortengren bis zum Grün phantastische Schläge, konnte ihre Vorteile auf den Grüns aber nicht ummünzen. Ganz im Gegenteil. Dreimal hatte die Deutsche Meisterin der AK 18 gute Aussichten, ein Loch zu gewinnen und dennoch führte Schweden nach drei Bahnen mit 2auf, erhöhte sogar auf 3auf.
Weiter ließ Sophie Witt Meja Ortengren aber nicht davonziehen und verkürzte schnell wieder mit zwei Birdies in Folge, um danach erneut in Bedrängnis zu geraten. Als es darauf ankam, zeigte die 17-Jährige aber ihr großes Kämpferherz und gewann am Ende Loch um Loch, so dass es nach 18 Bahnen all square stand und dieses Duell auf das erste Extraloch ging.


Hier war dann kein weiterer Schlag mehr nötig, denn just in dem Moment hatte Paula Schulz-Hanßen auf ihrem ersten Extraloch ihr Match gegen Matilda Jonsson gewonnen und damit den Sieg für Deutschland unter Dach und Fach gebracht.

Sieg im Stechen

Der Verlauf des Matches zwischen der Spielerin aus Degerfors und der Kurpfälzerin war spannend und wechselhaft. Die frühe Führung der Deutschen glich die Schwedin auf Bahn vier wieder aus und ging auf Bahn neun sogar selbst in Führung. Als Jonsson auf dem 12. Grün auf 2auf erhöhte, witterte die Nummer 425 des aktuellen World Amateur Golf Rankings Morgenluft. Paula Schulz-Hanßen verkürzte aber umgehend und glich auf der 16 wieder aus. Nach geteilter 17 kam es zum Showdown. Auf Bahn 18 schlugen beide Kontrahentinnen einen perfekten Drive. PSH ließ den Schlag ins Grün etwas zu kurz und fand den Bunker. Diese Lage war aber noch vergleichsweise gut, denn Matilda Jonsson verzog ihren Schlag nach rechts und hatte viel Glück, dass der Ball nicht im Aus landete. Der folgende Chip ins Grün war dafür sehr stark und hielt die Schwedin im Spiel, auch wenn ein Putt aus mehr als vier Metern blieb. Die 14. der Weltrangliste legte ihren Bunkerschlag auf knapp drei Meter an die Fahne, so dass die Spielerin in Blau-Gelb zunächst putten musste. Der Putt blieb zu kurz, so dass der Bundesadler nun zum Sieg puttete. Das Loch war allerdings vernagelt, so dass es auf das erste Extraloch ging, nachdem das Nordlicht den verbliebenen Wadenbeißer gestopft hatte.

Letzte Bahn

Weiter ging es zum ersten Tee. Die Abschläge landete absolut gleich auf dem Fairway. Paula Schulz-Hanßen war einen Meter kürzer und durfte als erste der beiden Kontrahentinnen den Schlag ins Grün ausführen. Und was für ein Schlag PSH gelang! Der Ball bleib rund einen Meter neben der Fahne liegen. Nun hatte die Schwedin gehörig Druck und machte ihren Schlag deutlich zu lang.

Der Rückputt aus etwa neun Metern geriet ebenfalls zu lang und als der zweite Putt aus mehr als zwei Metern nicht gefallen war, hatte dieses spannende Match eine verdiente Siegerin: Paula Schulz-Hanßen holte den nötigen zweiten Punkt zum Titelgewinn.

Der Jubel des deutschen Teams war bis in die 30 Kilometer entfernt liegende Hauptstadt der Slowakei zu hören. Die Mädels fielen sich überglücklich in die Arme und auch das Betreuerteam feierte kräftig diesen großartigen Erfolg.

Stimmen vom Tag

Paula Schulz-Hanßen strahlte nach der Siegerehrung über das ganze Gesicht: „Der Tag heute war unglaublich! Ich kann es noch gar nicht ganz glauben, dass wir wirklich Europameister sind – und dies sogar ohne ein Match verloren zu haben. Diese Woche waren wir einfach ein unschlagbares Team. Ich bin mehr als stolz auf alle und nehme extrem viel aus diesem Turnier mit.“
Auch Charlotte Back, Teamkameradin von PSH beim GC St. Leon-Rot, konnte es kaum fassen, was da gerade geschehen war: „Wir sind Europameister und das ist das krasseste Gefühl, was man nur erreichen kann. Ich bin so stolz auf uns alle. Besser geht es nicht. Wir haben das so gut gemacht und sind die Gewinner. Unser Vierer lief glatt. Wir haben insgesamt nur drei Löcher verloren, alle heute. Wir haben uns so gut zurückgekämpft und sind in keinem Match weiter als bis zum 15. Grün gegangen. Chiara und ich haben super harmoniert und golferisch hat es erst recht perfekt gepasst.“

Die angesprochene Chiara Horder war verständlicherweise in Feierlaune: „Ich kann es noch gar nicht richtig glauben! Wir sind Europameister! Ich bin einfach super happy. Es war eine mega Woche mit einem so coolen Team. Wir haben kein einziges Match verloren und haben gezeigt, was für ein starkes Team wir sind. Diesen Titel feiern wird jetzt erstmal!“
Ein ganz großes Ziel sah der Bundestrainer der Mädchen mit diesem Erfolg erreicht: „Vor etwa vier Jahren haben wir im Team ein Mission Statement entwickelt. Unser Ziel war es, dass wir es schaffen, überall auf der Welt auf jeder Art von Golfplatz unter sämtlichen Bedingungen mit unterschiedlichen Druckkomponenten, Umfeldern und Wetter performen zu können. Das haben wir geschafft und darauf bin ich unheimlich stolz.“

Emotionale Überforderung

DGV-Sportvorstand Marcus Neumann erweitert die Grenzen des Freudentaumels: „Diese Wochen grenzen an emotionale Überforderung für das ganze betreuende Umfeld unserer Nationalmannschaften - große Anspannung und so zahlreiche Erfolgserlebnisse immer im Wechsel. Nach dem „Schweizer Festakt“ gestern hatte nun das perfekt vorbereitete und so spielfreudige deutsche Team in der Slowakei den besten, weil stärksten Gegner erhalten, den man sich für ein Herzschlagfinale auf höchstem Niveau nur wünschen konnte. In diesem Golfdrama konnten die deutschen Spielerinnen beweisen, wie gut sie wirklich sind. Und sie haben geliefert. Stolz können sie sein, sehr stolz. Und Golfdeutschland freut sich mit dem Team.“


Weitere Bilder vom Tag folgen in Kürze an dieser Stelle.

Scoring Matchplay So lief es im Halbfinale

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