Bild Information: Revanche gelungen: Deutschland siegt glatt gegen Titelverteidiger Dänemark (Foto: DGV/stebl)

Souverän im Halbfinale  

Team-EM Mädchen
 

Hut ab! Die Mädchen des Junior Team Germany ziehen im Eiltempo ins Halbfinale der Team-EM ein. In Hruba Borsa wird im Viertelfinale dabei nicht irgendjemand geschlagen, sondern Titelverteidiger Dänemark regelrecht demontiert. Dieses Duell gerät zu einer Demonstration von Können, Willen und Teamgeist.

Hruba Borsa/Slowakei – Dieses deutsche Mädchenteam ist eine Urgewalt. Zwar reichten die Kräfte nicht dafür aus, den Morgennebel zu vertreiben und so ging es erst mit einer Startverzögerung von zwei Stunden in die Matchplays. Was sich aber dann in herrlichem Spätsommerwetter abspielte, nötigt größten Respekt ab.
Im Vierer starteten Chiara Horder und Charlotte Back gegen EMMa Bunch und Christina Thouber. Mädchen-Bundestrainer Sebastian Rühl blieb die ganze Zeit bei seinem Vierer, denn es bewährte sich, dass er viele Hinweise gab.
Das Duo aus München Valley und St. Leon-Rot harmonierte prächtig und setzte fast immer sehr gut um, was der Coach sehen wollte. Die beiden Mädchen mit dem Bundesadler auf dem Shirt agierten wie ein echtes Team und pushten sich gegenseitig zu vielen richtig guten Schlägen. Dabei servierten sich Horder und Back gegenseitig die Bälle meist so, dass die andere sehr gut und zwingend weiterspielen oder einlochen konnte. Schon nach sechs Bahnen stand es 3auf und nach acht Bahnen 4auf für Deutschland. Das Match lief so einseitig ab, dass der Bundestrainer ständig ganz entspannt zusehen konnte. Vom sonst bei ihm üblichen hohen Pulsschlag keine Spur, zumal auch von den Einzeln dahinter durchweg beruhigende Zwischenstände vermeldet wurden.

Junior Solheim Cup

Im ersten Einzel gab es ein Duell zu sehen, das für Golffans ein echter Leckerbissen war. Mit Paula Schulz-Hanßen und Amalie Leth-Nissen trafen zwei Spielerinnen aufeinander, die im Vorjahr gemeinsam für Europa im Junior Solheim Cup angetreten waren.



Die Deutsche ging als aktuell 14. des World Amateur Golf Rankings zwar leicht favorisiert in das Match, aber auch die Dänin steht auf Rang 52 im WAGR sehr gut da und hat sich in diesem Jahr in ihrer Heimat schon zwei nationale Titel gesichert. Amalie Leth-Nissen ist Jugendmeisterin, hat den Titel im Matchplay gewonnen und im Zählspiel auf Rang weitere Meisterwürden nur knapp verpasst.
Die dänische Linkshänderin lieferte der Deutschen ein famoses Match. Zuschauer sind bei dieser Team-EM aufgrund der Corona-Regeln nicht zugelassen, aber wären Fans dabei gewesen, hätte es oft Jubel und tosenden Applaus gegeben, so zelebrierten beide Athletinnen diesen Tag. Immer, wenn die eine einen echten Zauberschlag gemacht hatte, zeigte die andere, dass unter Druck großartige Reaktionen den Champion machen. PSH verlor trotz des Feuerwerks, das die Dänin abfackelt, kein einziges Loch. Mit dem Lochgewinn auf Bahn 1 ging es fast die gesamte Frontnine mit einem knappen 1auf weiter, ehe auf Bahn 9 die Führung auf 2auf ausgebaut werden konnte.

Essenz des Matches

Würde man die Essenz dieses Matches auf einer Bahn präsentieren wollen, käme Bahn 11 infrage. Auf diesem Par 4 hatte die Skandinavierin ihren zweiten Schlag aus rund 120 Metern sehr präzise an die Fahne gesetzt. Eigentlich eine zwingende Chance, das Loch gewinnen zu können. Nicht aber, wenn die Gegnerin Paula Schulz-Hanßen heißt. PSH fasst ihr Eisen 9 kurz und steuerte den Ball mit einem Dreiviertel-Schwung exakt dahin, wo er hingehörte. Der Ball musste entweder pinhigh oder kurz dahinter landen, um nicht auf das untere Plateau des Grüns rollen zu können. Und tatsächlich: Kurz hinter der Dose knallte die Kugel auf, machte einen kleinen Hüpfer und zog dann unwiderstehlich mit Backspin ins Loch. Ein Eagle wie aus dem Bilderbuch. Großer Jubel, denn solche Schläge sind im Matchplay doppelt wertvoll. Die Führung wurde auf 3auf ausgebaut und der Glaube der Dänin, gegen ihre deutsche Gegnerin an diesem Tag noch das Blatt wenden zu können, war entscheidend geschwächt. Schulz-Hanßen machte die Tür einfach zu keinem Zeitpunkt auch nur einen Millimeter weiter auf. Zwar spielte Amalie Leth-Nissen auch weiterhin auf höchstem Niveau, aber die 17-Jährige Kurpfälzerin war nicht mehr zu stoppen und machte mit zwei weiteren Lochgewinnen schon auf dem 14. Grün mit 5&4 den Sack zu. Trotz dieses überaus klaren Sieges lag die Unterlegene zu diesem Zeitpunkt selbst unter Par. Im Zählspiel hätte PSH gute Chancen gehabt, einen absoluten Fabelscore ins Clubhaus von Hruba Borsa zu tragen.

Vierer holt zweiten Punkt

Als der frühe Sieg von Paula Schulz-Hanßen gerade eben in trockenen Tüchern war, machte vorne der Vierer auch den Deckel drauf. Charly Back und Kiki Horder erhöhten auf Bahn 14 wieder auf 4auf, nachdem das dänische Duo mit einem Lochgewinn auf Bahn 11 leicht verkürzt hatte. Aber alles in allem war der Sieg des Bundesadlers in diesem Duell nie in Gefahr und so lautete das Endergebnis auch überdeutlich 4&3 für Deutschland.

Sophie Witt stark

Dass Bundestrainer Sebastian Rühl einen so überaus ruhigen Tag erleben durfte, lag nicht zuletzt auch an Sophie Witt, die im zweiten Einzel gegen Cecilie Leth-Nissen, die ältere der beiden Schwestern im dänischen Team, eine formidable Leistung brachte. Kurioser Weise sind beide Schwestern aus dem Hjortespring Golfklub von Kopenhagen Linkshänderinnen.



Von Beginn an zeigte Sophie Witt sehr gute Schläge und kreierte sich fast immer die besseren Lagen als ihre Kontrahentin. Dass das Match dennoch die ganze Zeit eng verlief, lag einzig am Putter der Dänin. Während die Hubbelratherin immer sicher spielte und sich Chance auf Chance eröffnete, fand Leth-Nissen selten das Fairway, hielt sich aber durch viele gelochte Putts im Rennen.
Als von den beiden ersten Matches die Kunde nach hinten drang, dass der Sieg Deutschlands über den Titelverteidiger schon sicher war, lag Sophie Witt selbst auch in Führung und die Vorzeichen, dass auch dieses Match an das Team in Schwarz-Rot-Gold gehen würde, waren nicht zu übersehen. In den Büchern steht das Match dennoch als geteilt. Wichtig war, dass Sophie Witt durch diese faire Geste wertvolle Kraft für die nun folgenden Aufgaben sparen konnte.

Halbfinale

So groß der Jubel über den glatten Sieg und die damit gelungene Revanche gegen Dänemark auch war, so schnell wurde im deutschen Team wieder auf Konzentration auf die weiteren Aufgaben umgeschaltet.
Im Halbfinale geht es am Freitag gegen die Niederlande, die sich ebenfalls im Schnelldurchgang gegen Gastgeber Slowakei durchsetzen konnten.
Die erfolgreiche Aufstellung des deutschen Kantersiegs im Viertelfinale wird auch gegen den westlichen Nachbarn beibehalten und so werden Charlotte Back und Chiara Horder um 9.30 Uhr auf Rosanne Boere und Eva Nijenhuis treffen.
Danach geht Paula Schulz-Hanßen gegen Anne-Sterre den Dunnen raus. Sophie Witt hat es um 9.50 Uhr mit Noa van Beek zu tun.
Im zweiten Halbfinale treffen Schweden und die Schweiz aufeinander.

Das sagen die Siegerinnen

„Als Paula, Charly und Chiara zu mir an das 14. Grün kamen, wusste ich, dass wir es geschafft hatten. Das war einfach genial. Ich bin mehr als happy, dass wir es ins Halbfinale geschafft haben und freue mich schon sehr auf die kommenden Tage“, jubelte Sophie Witt am frühen Abend.
„Ich finde, dass wir trotz der zwei Stunden Nebelverzögerung super in unser Spiel gekommen sind und immer fokussiert waren. Wir sind gleich auf den Startlöchern alle auf gegangen und konnten so gut weitermachen. Wir hatten keinen leichten Gegner. Die Titelverteidiger aus Dänemark haben es alle sehr gut gemacht. Jetzt konzentrieren wir uns auf das Match gegen die Niederlande morgen und machen weiter“, war Chiara Horder sehr schnell schon wieder im Vorbereitungsmodus auf die kommende Aufgabe.
Auch die Vierer-Partnerin von Kiki Horder war happy: „Chiara und ich haben heute gut zusammen gespielt. Wir hatten viel Spaß und waren dennoch sehr fokussiert. Wir haben so gut wie fehlerfrei gespielt.“

Livescoring Matchplay So lief die Zählspielqualifikation

Anhänge

Anzeige
Anzeige
Platz 4 in Italien: Sebastian Heisele (Foto: DGV/stebl) Platz 4 in Italien: Sebastian Heisele (Foto: DGV/stebl)

Schwarz-Rot-Gold on Tour

Spitzenergebnis in Italien

Bei der Italian Open sind alle Deutschen im Cut, drei davon in der Top 16. Se...

weiterlesen
Auf gutem Weg in den USA: Isi Gabsa (Foto: DGV/stebl) Auf gutem Weg in den USA: Isi Gabsa (Foto: DGV/stebl)

Schwarz-Rot-Gold on Tour

T8 für Gabsa

Isi Gabsa hat es auf der Symetra Tour in die Top Ten geschafft. Sophie Hausma...

weiterlesen
Alle Sieger der 6. Youth Challenge (Foto: DGV/stebl) Alle Sieger der 6. Youth Challenge (Foto: DGV/stebl)

6. Youth Challenge

Grande Finale

Die Saison 2020 wird mit einem großen Turnier für die Jugend beendet. Das SLR...

weiterlesen
Lasse Wiedbrauk lieferte den tiefsten Score der Jungen AK 14 ab (Foto: DGV/stebl) Lasse Wiedbrauk lieferte den tiefsten Score der Jungen AK 14 ab (Foto: DGV/stebl)

6. Youth Challenge

Tiefe Scores

Auch am zweiten Tag macht dichter Nebel unmöglich, das geplante Startschema e...

weiterlesen
Team-EMs
Partner des DGV
Partner des DGV