Bild Information: Als Falko Hanisch noch sein Match beendete, jubelte das Team schon über den Sieg (Foto: DGV/stebl)

3:2! Deutschland gewinnt Klassiker gegen England

Team-EM 2017
 

Die Team-Europameisterschaft der Jungen im spanischen La Manga ist beendet. Das Junior Team Germany belegt nach einem Spiel, bei dem der Bundesadler meist höher fliegt als England, im Endklassement Rang 7. Die Briten werden am Finaltag mit 3:2 bezwungen.

La Manga/Spanien – Das war ein mehr als versöhnlicher Ausklang der Team-Europameisterschaft der Jungen. Wie immer, wenn es gegen England geht, war es ein famoses Match, sportlich fair und vom Spirit of the game beflügelt.

Bundestrainer Ulli Eckhardt strahlte nach dem Sieg über das ganze Gesicht und befand, dass es sich gut anfühlt, mit einem Sieg diese Titelkämpfe zu beenden. Mit einem Sieg über eine so große Golfnation wie England, fühle sich das aber besonders gut an. „Meine Jungs haben heute eine wirkliche Klasseleistung gezeigt. Hätten wir so auch an den vorherigen Tagen performt, wäre hier eine Medaille mehr als verdient gewesen“, freute sich Ulli Eckhardt, dass sein Team auf der Zielgeraden doch noch das ganze Können abgerufen hatte.

Am Finaltag zeigten die sechs Burschen des Junior Team Germany die beste Leistung dieser Titelkämpfe. Da auch die Engländer sehr gut aufgelegt waren, entwickelte sich tatsächlich ein Duell, das sportlich eines Finales würdig gewesen wäre. Ganz tiefe Scores wären bei derartigem Spiel ins Clubhaus gebracht worden, denn selbst in den beiden Matches, die an England gingen, lagen die Deutschen sehr gut. Wenn Falko Hanisch mit vier unter Par sein Match verliert und David Li gegen Toby Briggs Even Par liegt, sind dies ganz sicher Leistungen, die höchste Anerkennung verdienen.

Im Vierer hatte der Coach Jannik de Bruyn und Nick Bachem zusammen gesetzt. Die beiden Rheinländer harmonierten prächtig und gingen früh in Führung, weil sie ein wahres Birdiefeuerwerk auf den Platz zauberten. Mehr noch: auf Bahn 4 gelang den beiden gemeinsam ein Albatros. Nick Bachem feuerte seinen Driver auf knapp 330 Meter, Jannik de Bruyn vollendete mit einem Wedge aus rund 130 Metern. Für beide war es nicht der erste Albatros der Karriere, aber der erste, den sie sich teilen müssen.

Angus Flanagan und Harry Goddard gaben sich aber nicht auf und versuchten, Anschluss zu halten. Ein Zwischenspurt zum Beginn der Backnine beseitigte letzte Zweifel am Punktgewinn für Schwarz-Rot-Gold und mit 5&3 war der Sieg am Ende recht klar. „Heute war spielerisch gesehen der beste Tag der EM. Nick und ich haben uns perfekt ergänzt und fehlerfrei gespielt, so dass wir bogeyfrei blieben und nach 15 Löchern „sechs unter“ im Zählspiel gelegen hätten. Der Albatros auf Bahn 4 war natürlich das Highlight des Tages“, jubelte Jannik de Bruyn nach der Runde des Finaltages. Sein Viererpartner Nick Bachem war nicht minder happy: „Wir hatten heute alle ein festes Ziel: Wir wollten den Trainern und uns selber etwas zurückgeben für die perfekte Arbeit, die alle gebracht haben. Deshalb war es egal, ob es um Gold oder Platz sieben ging. Wir wollten alles geben und das ist uns gelungen! Jannik und ich haben nahezu einen perfekten Vierer gespielt. Was mein Gefühl anging, war dies die beste Runde Golf, weil wir bei jedem Schlag ehrlich zu uns selber waren und somit unschlagbar. Dies wussten wir schon früh am Morgen. Gewinnen ist immer ein schönes Gefühl – und wir können nur gewinnen!“

David Rauch ging im ersten Einzel gegen Charlie Strickland raus und lieferte eine famose Performance ab. Ständig lag der Spieler des Berliner GC Stolper Heide in Front, konnte sich aber nie entscheidend absetzen, weil Strickland immer voll dagegen hielt. Am Ende reichte es aber für einen starken 3&1-Sieg des Deutschen, der danach sichtlich zufrieden war: „Ich habe heute richtig gut gespielt und mir viele Chancen erarbeitet. Mein Gegner hat auch gut gespielt. An der 17 habe ich einen richtig guten Schlag an die Fahne gemacht, der Engländer seinen Ball ins Wasser gesetzt und das Loch sofort an mich gegeben. Das war ein schöner Abschluss dieser Team-EM, gewonnen zu haben. Wir haben dadurch jetzt ein richtig gutes Gefühl. Jetzt geht es wieder los mit den Einzelturnieren, aber wir hatten hier ein super Team und haben viel Spaß zusammen gehabt. Das war ein schönes Event und ich bin richtig zufrieden.“

Im zweiten Einzel traf David Li auf Toby Briggs. Der Brite saß vor der Runde mit Schmerzen an Tee 1. Matthias Althoff, Physio-Coach des deutschen Teams leistete erste Hilfe, da die Engländer ohne medizinische Abteilung in Spanien waren. Die Probleme von Briggs konnte Althoff in wenigen Minuten zumindest so weit beheben, dass der Brite am ersten Abschlag zwar noch etwas unbeholfen aussah, sich aber mehr und mehr befreite und auf der Backnine das Zepter in die Hand nahm. David Li leistete großen Widerstand und musste sich erst auf dem 17. Grün mit 2&1 geschlagen geben. Die beiden Kontrahenten spielten ihr Match zu Ende, obwohl vorher schon Tim Mayer mit einem grandiosen 5&4-Sieg gegen Robin Williams den dritten Punkt für Deutschland geholt hatte. Mayer spielte fehlerfrei und setzte früh etliche Birdies, so dass er ständig klar in Front lag und gezählt sechs unter Par lag, als auf Grün 14 die Entscheidung für den Hessen gefallen war. Mit einer solchen Leistung wäre ein echte Fabelscore drin gewesen, wenn es eine Zählspielrunde gewesen wäre. „Ich habe heute echt gespielt und sehr viele Birdies gespielt. Immer, wenn Robin Williams mit eine Chance gegeben hat, habe ich diese auch genutzt, denn ich habe immer gut gelegen und fast alle Fairways und Grüns getroffen. Die Putts konnte ich heute auch sehr gut dosieren, so dass ich entweder direkt gelocht habe oder aber so dicht den Ball ans Loch gebracht habe, dass der Ball danach geschenkt war. Insgesamt habe ich mich im Verlauf dieser Team-EM immer gesteigert. Am Anfang hat noch nicht alles zusammen gepasst, weil ich einmal im langen Spiel gut war, da aber die Putts nicht kamen, dafür einmal im langen Spiel nicht sicher war, dafür aber auf den Grüns besser. Heute habe ich alles zusammen gefügt, was sehr gut war“, durfte auch der Spieler des Frankfurter GC ein sehr positives Erlebnis am Finaltag mit nach Hause nehmen.

Als letztes Einzel waren Falko Hanisch und Ben Jones gestartet. Hanisch spielte stark und machte keine Fehler, lag nach sechs Bahnen selber bei zwei unter Par, allerdings auch 2down, weil Jones präzise wie eine Maschine agierte. Es war ein extrem hochklassiges Match, bei dem sich beide Athleten redlich verdienten, zu Ende zu spielen, auch wenn die Entscheidung insgesamt schon gefallen war. Hanisch musste sich dem Briten auf dem 17. Grün geschlagen geben und so steht als Ergebnis ein 3&1 für Jones im Klassement. „Ich habe heute sehr gut gespielt, aber im Matchplay war der Engländer leider heute besser. Ich freue mich, dass wir ein Match gewonnen haben und jetzt mit einem guten Gefühl nach Hause fahren können. Alles in allem war es ein gutes Turnier für mich. Es hat Spaß gemacht, das ist wichtig. Jetzt schaue ich erhobenen Hauptes den nächsten Turnieren entgegen“, lautet die Bilanz von Falko Hanisch.

Silke Lüdike, die als Mental-Coachin dem Team wertvolle Hinweise gibt und an der Entwicklung der Burschen einen wichtigen Anteil hat, freute sich über diesen Abschluss der Titelkämpfe: „Schön zu sehen, wie die Jungs zum Schluss nochmal alles aus sich heraus geholt haben. Fokussiert und mit Überzeugung haben sie sich verdient den siebten Platz geholt. Zufrieden und stolz schaue ich auf die gemeinsame Zeit zurück und danke jedem im Team für die tolle Zusammenarbeit!“

Marcus Neumann, Vorstand Sport im Deutschen Golf Verband, hatte die famosen Leistungen der Mädels von Sebastian Rühl in Finnland selber miterlebt, zeitgleich aber auch die anderen drei Schauplätze in Österreich, Portugal und Spanien im Blick: „Die vier Team-Europameisterschaften dieser Woche sind differenziert zu betrachten. Alles sind inzwischen Nachwuchsturniere. So steht dabei die Entwicklung der Athleten und das Lernen klar im Vordergrund. Mit Blick auf Erfolge können wir das positive Momentum nicht mit allen Teams auf unsere Seite ziehen. Analysen werden folgen, doch sei die Leistung des weiblichen U18-Teams besonders herausgestellt. Es hat sich in einem denkwürdig knappen Match nur dem späteren Europameister Schweden beugen müssen. Unbedingt zu erwähnen, dass die Schwedinnen sich in ihrer Siegerrede bei unserem Team für die Fairness und das hohe sportliche Niveau bedankt haben. Das zeigt, dass wir nicht nur beim männlichen Nachwuchs, der 2015 Europameister war und 2016 Silber gewonnen hatte, derzeit mit Teams mit großem Entwicklungspotenzial unterwegs sind, obwohl gerade unsere Mädchenzahlen auch aus demographischen Gründen weiter bedenklich zurück gehen. Wir konkurrieren mit den anderen Sportarten um jedes Talent. Das ist eine große Herausforderung!“

Meister und Medaillen

Den Titel sicherte sich etwas überraschend Dänemark. In einem emotionalen Finale bezwangen die Skandinavier Gastgeber Spanien mit 4:3. Rasmus Neergaard war es vorbehalten, gegen Gonzalo Leal auf dem 18. Grün mit 1auf den letzten Punkt für seine Mannschaft zu holen. Nervenstark, wie Neergaard sich präsentierte.

Bronze sicherte sich Italien. Mit 4,5:2,5 gewannen die Azzurri gegen Schweden.

 

 

Ergebnis Matchplay

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