Bild Information: Vier unter Par: Sieben Birdies für David Rauch (Foto: DGV/stebl)

Rauch bei Team-EM mit bestem Score

Team-EM 2017
 

Am zweiten Tag der Team-Europameisterschaften der Jungen im spanischen La Manga bringt David Rauch den besten Score von einem Platz, der die Spieler wieder mit Gluthitze herausfordert. Die Zählspielqualifikation ist beendet, nun beginnen diese Titelkämpfe im Matchplay erst richtig. Auf dem geteilten vierten Platz haben sich die Burschen um Bundestrainer Ulli Eckhardt ganz sicher für Flight A qualifiziert, in dem es in den kommenden drei Tagen um Medaillen und die Plätze 1 bis 8 gehen wird.

La Manga/Spanien – Am zweiten Tag konnten die deutschen Jungen jeweils sehr unmittelbar in Augenschein nehmen, wie die spanischen Gastgeber drauf sind, denn es gingen zur zweiten Runde immer ein Spanier und ein Deutscher gemeinsam auf die Jagd nach Birdie und Eagle.

Spanien hatte dem gestrigen Tag seinen Stempel aufgedrückt und mit großem Vorsprung die Spitze für sich beansprucht. Auch am zweiten Tag war der Heimvorteil sichtbar und so gehen die Iberer von Platz eins in die Matchplays. Der Vorsprung auf die zweitplatzierten Schweden beträgt sieben Schläge. Da auf dem South Course von La Manga seit vielen Jahren immer die spanische U14-Meisterschaft ausgetragen wird, kennen alle Jugendlichen des Königreichs diesen Platz wie ihre Westentasche und begrüßen jeden Halsbandsittich beim Vornamen.

Auch wenn vor einem Jahr mit Frankreich und Deutschland tatsächlich die beiden Teams am Ende im Finale standen, die auch die besten Zählspielqualifikationen absolviert hatten, ist diese Konstellation in der Geschichte der Team-Europameisterschaften eher selten vorgekommen.

Im Matchplay kann wohl das durch gute Zählspielrunden gewonnene Selbstvertrauen eine Rolle spielen, aber es ist durchaus schon vorgekommen, dass Teams, die im Zählspiel überragend waren, in der ersten Matchplay-Runde des Flight A gegen den Achtplatzierten des Zählspiels ausgeschieden sind. In diesem Match wird Spanien auf Irland treffen.

Die Mannschaft um Bundestrainer Ulli Eckhardt hat sich mit teils überragenden, teils soliden Scores in eine sehr gute Ausgangsposition gespielt und hat weiterhin alle Trümpfe in der Hand, nach dem Titelgewinn 2015 und der Silbermedaille 2016 auch in diesem Jahr wieder nach Edelmetall zu greifen. Die Stimmung im deutschen Lager ist entsprechend prächtig.

Schon am Morgen gab es reichlich Anlass, optimistisch zu sein. David Rauch war um 9.00 Uhr als erster Bundesadler aufgestiegen und ließ es ordentlich krachen. War das ein Feuerwerk, das David Rauch zu früher Stunde auf dem South Course des La Manga Clubs zündete! Nach zehn Bahnen lag der Spieler aus dem Stall von Gregor Tilch bei fünf unter Par! Diese Pace zu halten war dann aber auch für den Spieler, der in wenigen Tagen 18 Jahre alt wird, nicht möglich. Auf Bahn 12 fingt Rauch sich wie schon am ersten Tag ein Doppelbogey, ließ sich davon aber gar nicht irritieren. Zwei weitere Birdies auf den Bahnen 14 und 15 ließen den Score erneut auf -5 fallen. Das Bogey auf dem 17. Grün zementierte letztlich die 69 (-4). Damit war der Deutsche bei den besten Spielern des Tages. Tiefer schoss niemand.

„Ich habe mir viele Chancen erarbeitet und etliche auch gut genutzt. Das hat heute richtig Spaß gemacht. Jetzt freue ich mich auf die Matchplays“, strahlte der gebürtige Nordfriese zurecht große Zufriedenheit aus.

Falko Hanisch, Co-Leader nach der ersten Runde, verteidigte auch am zweiten Tag seinen Spitzenplatz, teilte sich die Führung nun aber nicht mehr mit dem Engländer Toby Briggs, sondern drei anderen Nachwuchshoffnungen. Dabei musste der Spieler, der aus dem Projekt „Abschlag Schule“ den Weg bis ins Junior Team Germany gefunden hat, ab Bahn 9 ohne sein eigenes Wedge auskommen. Bei einem Rettungsschlag traf der Schläger nicht nur den Ball, sondern unmittelbar danach auch einen Baum. Der Ball lag danach zwar optimal, aber der Schläger ist nicht mehr zu gebrauchen. Lakonischer Kommentar des Athleten: „Was tut man nicht alles für das Team!?“

Ansonsten war Falko Hanisch mit diesem Tag nicht rundum zufrieden: „Das war heute eine guter „schlechter“ Tag. Es hätte schlimmer ausgehen können.“ Gemeint war damit, dass er zwar wieder unter Par ins Clubhaus gekommen war, aber mit einer 72 (-1) noch einiges an Luft nach oben war. Die Sonne war heute besonders unerbittlich und so mutmaßte der Berliner, dass er vielleicht deshalb einige Fehler gemacht hatte, die bei voller Konzentration wohl nicht passiert wären.

Insgesamt war der ehrgeizige Athlet dann aber doch zufrieden, zumal er sich sehr mit seinem Teamkameraden vom Berliner GC Stolper Heide für dessen famose 69 freute: „Das ist super und ich habe jetzt auf jeden Fall Lust auf die nächsten Tage.“

Das Finish von David Li macht ebenfalls viel Lust auf die kommenden Tage. Der Kölner hat am zweiten Wettkampftag nur ein Bogey notiert, aber zwei grandiose Birdieserien hingelegt. Erst glich er das Doppelbogey von Bahn 4 mit drei Birdies von Bahn 7 bis Bahn 10 mehr als aus. Dann zeigte er sein Kämpferherz, als er nach einem „Triple“ auf Bahn 15 den Kopf nicht hängen ließ, sondern ganz im Gegenteil noch einmal richtig auf das Gaspedal trat und so mit drei Birdies seinen Score auf 72 (Even) verbesserte.

„Heute lief es insgesamt ganz gut und ich bin zufrieden. Ich hatte anfangs gute lange Schläge, aber leider nicht viel gelocht. Auf der Backnine habe ich wieder gemerkt, dass mir noch etwas die Energie fehlt, daher habe ich auf Bahn 15 auch einen dummen Fehler gemacht. Ulli Eckhardt hat mich danach noch richtig angefeuert und so konnte ich doch noch den Turbo zünden, um das Triplebogey auszugleichen. Das war richtig toll“, war David Li nach diesem famosen Abschluss der Runde glücklich.

Jannik de Bruyn spielte eine fehler- und bogeyfreie Frontnine. Nach einem Birdie auf Bahn 9 ging es für die Rheinländer unter Par auf die Backnine. Hier kassierte der 17-Jährige zwei Bogeys, glich diese aber mit einem finalen Birdie auf dem 18. Grün fast wieder aus. So blieb es bei einer sehr soliden 73 (Even Par), die aber leicht auch deutlich tiefer hätte gehen können. „Ich habe heute viele gute lange Schläge gemacht, mich aber auf den Grüns überhaupt nicht belohnt. Mit einem heißen Putter wäre deutlich mehr drin gewesen heute. Alles in allem bin ich mit meiner Runde zufrieden“, zieht der Rheinländer ein versöhnliches Fazit des Tages.

Kurios, wie der Score von Nick Bachem zustand kam. Der Kölner brachte auf Front- und Backnine jeweils ein Birdie auf seine Karte, notierte aber auch jeweils zwei Bogeys. Unter dem Strich steht damit eine 75 (+2) auch für den zweiten Wettkampftag. Es hätte deutlich tiefer gehen können, wenn Bachem noch ein paar seiner vielen Birdiechancen genutzt hätte. Mit gutem langen Spiel und oft sehr guten Eisen erarbeitete sich der Spieler des Marienburger GC viele Möglichkeiten, niedrige Zahlen auf seine Karte zu bringen. „Ich habe ein sehr gutes Gefühl für die nächsten Tage und bin mir sicher, dass Matchplay mir hier sehr entgegen kommt“, war der Spieler, der beim GC Schloss Auel mit dem Golfsport begonnen hatte, bester Dinge und voller Zuversicht.

Tim Mayer zeigte sich gegenüber der ersten Runde deutlich verbessert, haderte aber noch immer mit der Längenkontrolle auf den Grüns. Sein Spiel bis zum Grün war sehr gut und oft erarbeitet sich der Youngster des Frankfurter GC beste Chancen auf Birdies. Am Ende kamen immerhin dreimal Scores unter Par auf die Scorekarte, allerdings gab es auch Dreiputts aus kürzeren Distanzen. Mit seiner 75 (+2) war der ehrgeizige Nationalspieler natürlich bei Weitem nicht zufrieden, aber auch er hatte an diesem Tag viel Positives in seinem Spiel gesehen und geht zuversichtlich in die Matchplays.

Bundestrainer Ulli Eckhardt war am Abend völlig ausgeglichen: „Für uns war wichtig, dass wir in den ersten Flight kommen. Wir haben heute eine ganz solide Performance abgeliefert und keinen Quatsch gemacht. Das war das Entscheidende. Wir haben uns das gut runtergespielt, ohne je Gefahr zu laufen, den ersten Flight zu verpassen. Ich würde gar nicht sagen, dass wir unser bestes Golf gespielt haben. Großartig sind natürlich die Platzierungen von Falko Hanisch und David Rauch, aber für uns war wichtig, unter den besten acht Nationen zu liegen. Alles andere ist unwichtig, denn wenn wir dieses Turnier gewinnen wollen, müssen wir eh jeden schlagen. Wann die harten Gegner kommen, ist wurscht.“

Am Donnerstag geht es morgens ab 7.50 Uhr gegen die Auswahl Italiens im Matchplay um den Einzug ins Halbfinale. Zunächst werden zwei Vierer gespielt, mittags zwischen 13.10 und 13.42 Uhr starten fünf Einzelmatches. Entsprechend sind vier Punkte nötig, um den Sieg einzufahren.


Endstand Zählspielqualifikation

  TEAMWERTUNG      
T4 Deutschland GERMANY -2
         
  EINZELWERTUNG      
T1 Falko Hanisch GERMANY -6
T5 David Rauch GERMANY -4
T36 David Li GERMANY +2
T36 Jannik de Bruyn GERMANY +2
T43 Nick Bachem GERMANY +4
T71 Tim Mayer GERMANY +9
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