Bild Information: Glückwunsch zum Punktgewinn für Wolfgang Glawe (Foto: DGV/stebl)

Platz sechs für Deutschland

Team-EM Herren
 

Am Finaltag der Team-Europameisterschaften der Herren, die auf dem Stadium Course von PGA Catalunya ausgetragen werden, trifft Deutschland auf Österreich. Im Kampf um Rang fünf unterliegt der nunmehr entthronte Titelverteidiger gegen die Alpenrepublik nach einem respektablen Kampf mit 1:4.

Girona/Spanien – Ausgerechnet Debütant und Benjam im Team, Wolfgang Glawe blieb es vorbehalten, den einzigen Punkt für Schwarz-Rot-Gold gegen Austria zu holen. Der Spieler des GC Mannheim-Viernheim gewann nach beeindruckendem Spiel gegen Christoph Bleier mit 3&2.
Die drei ersten Matches gingen alle auf dem 18. Grün an die Alpenrepublik. Im Vierer hatten Nick Bachem und Marc Hammer einen guten Start und führten nach fünf Bahnen mit 2auf. Größeren Vorsprung herausholen konnte das Duo vom Marienburger GC und GC Mannheim-Viernheim nicht. Nach zwölf Bahnen stand es wieder all square. Ein später Lochverlust der Bundesadler ließ Luca Denk und Lukas Pany mit 1auf auf das 18. Tee treten. Nick Bachem und Marc Hammer gelang es bei diesem Stand nicht mehr, den Ausgleich zu erzielen und  damit das Match auf das erste Extraloch zu bringen. Der erste Punkt für Team Austria war in den Büchern.

Ähnliches Bild

Ganz ähnlich war es in den beiden ersten Einzeln. Beide gingen mit einer hauchdünnen Führung für die Österreicher auf die 18. Bahn. Und sowohl Namu Sarmini, wie auch Max Steinlechner schafften es, diese Führung ins Ziel zu retten. Jannik de Bruyn vom GC Hösel und Timo Vahlenkamp vom Berliner GC Stolper Heide hatten das Nachsehen. Beide Spieler des National Team Germany hatten lange im Match zurückgelegen. Der Rheinländer lag 2down, Timo Vahlenkamp hatte sich sogar nach einem 4down wieder ins Spiel zurückgekämpft.


Am Ende hatte es nicht sollen sein. Der Sieg des wieder ganz stark aufspielenden Youngsters, der in St. Leon-Rot wohnt, aber für den GC Mannheim-Viernheim spielt, reichte nicht. Für Wolfgang Glawe war es ein sehr gelungener Abschluss seiner ersten Teilnahme an einer Team-EM, zumal er es im Stile eines Großen zu Ende brachte, als er erst auf Bahn 15 einen Eagle auf den Platz donnerte und dann auf der 16 den Sack zumachte. „Das war heute ein Match auf Augenhöhe, mit guten und schlechten Löchern für beide. Bei meiner ersten Team-EM hätte ich mir eine bessere Platzierung gewünscht. Es war aber eine tolle Erfahrung und eine geile Woche mit den Jungs, zumal meine einzelnen Leistungen in dieser Woche auch solide waren“, hatte Wolfgang Glawe wertvolle Erfahrungen gesammelt.
Im letzten Match hatte Matthias Schmid gegen Max Lechner in der Mitte der Runde zwei Löcher abgeben müssen, nachdem sich auf der Frontnine die Spieler etliche Birdies um die Ohren gehauen hatten.
Aus dem 2down-Rückstand wurde am Ende ein 2&1-Sieg für den Österreicher.

Nach dem ersten Titelgewinn in der Geschichte für das deutsche Team vor einem Jahr in den Niederlanden ist dieser sechste Platz ein gutes Ergebnis. In den 2000er-Jahren gab es nur fünf Team-Europameisterschaften mit einem besseren Endresultat für die Herren aus Deutschland.

Das Fazit des Bundestrainers

Ulli Eckhardt ordnete das Ergebnis dieser Titelkämpfe am Abend sehr reflektiert ein: „Ich mache Sport und bin Trainer, weil ich gewinnen will. Es geht aber natürlich auch immer um die Ausbildung der Spieler. Das Ziel ist, mittel- und langfristig tolle Golfer zu formen. Ich habe hier in dieser Woche viele gute Sachen gesehen. Wir haben ein ordentliches Zählspiel hingelegt und uns an dritter Stelle für die Matchplays qualifiziert. Gegen Österreich haben wir heute zwar dreimal auf dem 18. Grün verloren, aber wir haben schon die meiste Zeit im Hintertreffen gelegen. Natürlich hätte das noch kippen können, ist es aber eben nicht. Schade, aber so ist der Sport. Niemand hätte vor dem Turnier daran gedacht, dass Dänemark Europameister wird, aber nun haben sie es geschafft und dazu gratuliere ich sehr herzlich. Die Dänen machen sein Jahren eine großartige Arbeit.“
Auch in seinem Team hatte der Bundestrainer viele gute Sachen gesehen, nicht nur bei Debütant Wolfgang Glawe, sondern phasenweise auch bei allen anderen Akteuren, konstatierte aber, dass in dieser Woche die kontinuierliche Klasse gefehlt hat, die seine Mannschaft im Vorjahr zum Titel geführt hatte: „Wir haben auch in der Vorbereitung nicht alles so gut zusammenfügen können, weil ich zurecht darauf Rücksicht genommen habe, dass die Jungs auf der Pro Golf Tour spielen können, weil sie jetzt auf dem Sprung ins Profilager sind. Kleinigkeiten, wie zum Beispiel die gemeinsame Anreise, machen alle etwas aus und das hat in diesem Jahr nicht zu 100 Prozent geklappt.“

Spielerstimmen

Timo Vahlenkamp analysiert Tag und Woche sachlich: „Es war ein gutes Match. Wir haben beide Phasen gehabt, wo wir gut gespielt haben. Am Ende hat Max Steinlechner dann knapp gewonnen. Im Zählspiel haben wir uns gut nach vorne gespielt und dann leider im ersten Match verloren Das war bitter. Unter dem Strich wollten wir mehr.“
Jannik de Bruyn befand, nicht richtig ins Spiel gefunden zu haben: „Das war eine schwere Team-EM für mich. Für mich bedeutet das, an den Sachen zu arbeiten, die mir diese Woche schwergefallen sind, um als Profi wieder besseres Golf zu spielen. In den letzten Jahren den Adler auf der Brust getragen zu haben, hat mich auf jeden Fall stolz gemacht. Ich werde diese Zeit ausschließlich positiv in Erinnerung behalten. Dass jetzt ein neues Kapitel beginnt, finde ich aber auch angenehm!“
Matthias Schmid hat in der kommenden Woche am Schauplatz der Team-EM 2022 mit der Teilnahme an seinem schon dritten Major-Turnier direkt wieder ein ganz großes Highlight auf dem Programm. Der Bayer geht guten Mutes den nächsten Schritt: „Ich habe heute wenige Fehler gemacht, allerdings auch nur vier Birdies gemacht. Das gegen einen heute wieder starken Gegner nicht gereicht. Auf den Wechsel ins Profilager nach den British Open freue ich mich.“

Wechsel ins Profilager

Für fünf der sechs Spieler des deutschen Teams beginnt bald ein neuer Abschnitt der Karriere. Der Schritt ins Profilager steht für Nick Bachem, Jannik de Bruyn und Timo Vahlenkamp unmittelbar bevor. Matthias Schmid wird nach seiner Teilnahme an The Open den Schritt machen, Marc Hammer will noch als Amateur für den GC Mannheim-Viernheim am Final Four der Deutschen Golf Liga presented by All4Golf teilnehmen.
Ein ganz großer Umbruch, der einem Neuaufbau des Teams ähnelt, ist für Bundestrainer aber kein Grund, Trübsal zu blasen. Einerseits freut er sich sehr darauf, seine Schützlinge auch bei deren ersten Schritten als Profi zu begleiten und auch, ein neues Team zu formen, ist für Ulli Eckhardt eine reizvolle Aufgabe.


Neuer Europameister

Im Finale dieser Team-EM standen sich Frankreich und Dänemark gegenüber. Die Franzosen hatten im Halbfinale in einem epischen Duell Gastgeber Spanien geschlagen. Dänemark war in einem ebenfalls höchst umkämpften Match gegen Belgien erfolgreich.
Die Vierer gingen am Finaltag beide auf dem 18. Grün an die Skandinavier. Christoffer Bring und Sören Lind gewann mit 2auf gegen Nicolas Muller und Julien Sale.
August Höst setzte sich gemeinsam mit Sebastian Friedrichsen gegen Paul Margolis und Clement Charmasson mit 1auf durch.
Der frisch gekürte Einzel-Europameister Christoffer Bring spielte auch im Einzel gegen den Franzosen Tom Gueant stark und lag früh klar in Front. Ihm blieb es am 15. Loch vorbehalten, für sein Team den entscheidenden vierten Punktgewinn mit 4&3 klarzumachen.
Kurz zuvor hatte sich August Höst schon gegen Julien Sale mit 5&3 durchgesetzt. Dem Franzosen fehlten nach seinem Marathon-Tag gestern, als er im Einzel erst auf dem vierten Extraloch gewinnen konnte, die letzten Körner, um gegen den Dänen, der sich früh eine klare Führung erspielt hatte, das Blatt noch zu wenden.

Damit reiht sich Dänemark in die Liste der Nationen ein, die auch zumindest einmal den Titel gewinnen konnten. Nach 2020 Deutschland gibt es somit auch in 2021 ein Premierensieg.

 

Ergebnis So lief es an Tag 4

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