Bild Information: Ein bärenstarker Auftritt wird mit dem Einzug ins Halbfinale belohnt (Foto: DGV/stebl)

Deutsche Herren stehen im Halbfinale

Team-EM Herren
 

Bei der Team-EM der Herren geht der Weg weiter in Richtung Medaille. Deutschland setzt sich im Viertelfinale bei herrlichem Spätsommerwetter in Hilversum gegen eine starke Mannschaft aus Österreich letztlich relativ klar durch und trifft im Halbfinale am Freitag auf die Schweiz

Hilversum/Niederlande – Das Duell gegen Team Austria war ein hart erkämpfter Favoritensieg. Der Nachbar aus dem Süden ist mit einer richtig starken Truppe in den Niederlanden am Start und forderte den Burschen um Bundestrainer Ulli Eckhardt auf dem hinreißenden Course des Hilversumschen GC schon eine echte Glanzleistung ab.
Im Vierer gingen Jannik de Bruyn und Nick Bachem vorweg. Gegen Paul Kamml und Niklas Regner ging das rheinische Duo früh mit 2auf in Führung, konnte sich dann aber nicht weiter absetzen. Beim Wechsel auf die Backnine hatten die Österreicher zwei echte Glanzmomente und nahmen den beiden Sportsoldaten zwei Bahnen ab, obwohl diese gar nicht mal schlecht gespielt hatten. Plötzlich war das Match wieder ganz offen.
Vom Ausgleich angestachelt , der gefühlt nicht gerechtfertigt war, ließen es Jannik de Bruyn (GC Hösel) und Nick Bachem (Marienburger GC) dann aber richtig krachen. Der Aktivensprecher servierte auf den Bahnen 14, 15 und 16 mit sehr guten Anspielen ins Grün jeweils echte Birdiechancen, bei denen für den Marienburger aber noch immer auch eine gute Aufgabe zu bewältigen war. Dreimal in Folge schaute sich Nick Bachem die Puttlinie genau an und versenkte den Ball wie auf Schienen. Bärenstark, wie das Spiel der beiden Westdeutschen in diesem Moment zueinander passte und damit letztlich für die Kontrahenten aus der Alpenrepublik nicht zu fassen war. Mit 3&2 steht dieser Punkt für das National Team Germany in den Büchern.

Tiefe Scores

Im ersten Einzel traf Matthias Schmid auf Christoph Bleier. Beide Kontrahenten können richtig, richtig tief schießen und so war es bei diesem Duell auch eine Augenweide, zuzusehen. Auf höchstem Niveau gaben die beiden Athleten alles und es wurden auch Bahnen mit Birdies geteilt. Der amtierende Europameister, der in der Zählspielqualifikation dem gesamten Feld weit entrückt war, ließ sich von Bleier die Butter aber nicht vom Brot nehmen, auch wenn er mit seinem ersten Bogey dieser EM einmal ganz kurz die Tür für den Österreicher einen winzigen Spalt öffnete. Am Ende war das Spiel des Matti Schmid aber doch so cool und zwingend, dass schon auf dem 15. Grün das Duell mit einem 4&3-Sieg für den Deutschen endete.

Hammer gut unterwegs

Im letzten Duell hatte es Marc Hammer mit Max Lechner zu tun. Der Österreicher hatte den besseren Start und führte nach sieben Bahnen mit 3auf. Dann zeigte der Spieler des GC Mannheim-Viernheim aber, warum er bereits zum sechsten Mal die deutschen Farben bei einer Team-EM vertritt. Mit starken   Schlägen und eine ganz souveränen Leistung holte Hammer wieder auf und hatte das Momentum klar auf seiner Seite.

Doch bevor der 22-Jährige nicht nur gefühlt, sondern auch in Zahlen das Blatt endgültig zu seinem Gunsten wenden konnte, kam die Nachricht, dass das Duell insgesamt schon entschieden war. Das zweite Einzel wurde als geteilt vereinbart, so dass in den Statistiken der Sieg der Deutschen gegen Österreich mit 2,5:0,5 vermerkt wird.

Halbfinale gegen Schweiz

Im Halbfinale trifft das Team um Bundestrainer Ulli Eckhardt auf die Schweiz. Die Eidgenossen setzten sich in einem hochspannenden Match etwas unerwartet gegen den Favoriten Frankreich durch. Dabei holte der Vierer auf dem ersten Extraloch einen Punkt und die beiden Einzel gingen auf dem 18. Grün zu Ende, jeweils mit 2auf für die Schweizer. Damit ist klar, dass die Athleten aus der CH im Halbfinale alles andere als leicht zu spielen sein werden. Der Sieg gegen die Grande Nation wird den Alpenländern sicher einiges an Selbstvertrauen geben. Aber hieran mangelt es dem deutschen Quartett zurecht ja auch nicht.

Kompakter Modus

Aufgrund der Corona-Beschränkungen wird diese Team-EM in einem sehr kompakten Modus ausgetragen. Nur ein Vierer und zwei Einzel im Matchplay lassen dem Zufall eine gute Chance, das Endergebnis zu beeinflussen. Bei dieser EM entscheiden Tagesform und vielleicht auch der Faktor Glück um einiges mehr, weil nur drei Punkte im Matchplay vergeben werden.


Erste Bürgerpflicht der deutschen Mannschaft ist es daher, die Konzentration extrem hoch zu halten und auch im Halbfinale vom ersten Teeshot an hellwach an die Aufgabe heran zu gehen. Bundestrainer Ulli Eckhardt und Mental-Coachin Silke Lüdike sind aber sehr erfahren darin, ihre Schützlinge auf die Minute hin voll zu fokussieren.
Wieder starten die Bundesadler um 9.00 Uhr. Der Vierer startet vorweg, anschließend die beiden Einzel-Matches.

Zu unterschätzen sind die Schweizer nicht. Im Vierer startet Nicola Gerhardsen, der 2018 für die Schweiz bei den Youth Olympics war und in diesem Jahr das SLR Academy Invitational und die Swiss National Juniors gewonnen hat mit Robert Foley, der bei der Amateur Championship den geteilten 17. Platz erreicht hatte.
Matthias Schmid trifft auf Ronan Kleu, der im US-Collegegolf schon einige gute Platzierungen hatte und in diesem Jahr die Swiss International Amateur Championship für sich entschied.
Im letzten Match bekommt es Jannik de Bruyn mit Mauro Gilardi zu tun. Der Spieler aus Graubünden hat die Austrian International Amateur Championship gewonnen.

Das sagt der Bundestrainer

„Das war gegen die Österreicher ein hartes Stück Arbeit. Wie ich erwartet hatte, hat der Gegner sehr stark gespielt. Gerade im Matchplay steigern sich solche Mannschaften immer und haben uns wirklich alles abverlangt. Wir haben aber wirklich sehr gut dagegen gehalten. Der Vierer war immer in Führung und hat nach dem Ausgleich mit drei Birdies den Sack zugemacht. Das war großartig! Matti war die ganze Zeit auf und hat sehr solide gespielt. Sein erster Schlagverlust dieses Turnier überhaupt war auf Bahn 14. Marc Hammer hat etwas später zu seinem Spiel gefunden und je länger es ging, desto besser war er im Match drin. Ich bin mir sicher, dass er es für sich entschieden hätte, wenn es fertig gespielt worden wäre. Insgesamt bin ich sehr zufrieden, dass wir hier das erste Duell so gewonnen haben. Nichts ist ärgerlicher als die Zählspielqualifikation hoch zu gewinnen und dann das erste Spiel zu verlieren – was schon oft passiert ist. Gottseidank haben wir uns aber nicht in diese Phalanx eingereiht. Im Halbfinale geht es gegen die Schweiz. Zur Schweiz kann ich nicht so viel sagen, aber das ist auch nicht wichtig, denn wir wollen nur auf uns und unser Spiel schauen. Morgen wollen wir den nächsten Schritt in diesem Turnier gehen. Der Platz war heute in einem tollen Zustand, morgen soll es auch vom Wetter her sehr ähnlich sein, daher schauen wir mit sehr viel Zuversicht auf die kommende Aufgabe“, ist der Bundestrainer nach der starken Leistung seiner Mannschaft zuversichtlich, auch gegen die Schweiz ein erfolgreiches Duell zu erleben.

Das sagt der erfolgreiche Vierer

„Nick und ich haben uns heute schwer getan, deutlich in Führung zu gehen. Die Chancen dazu hatten wir auf jeden Fall. Als wir wieder auf all square gegangen sind, hat sich das Momentum ein wenig auf die Seite der Österreicher geschoben. Turning point für uns war die 14, als Nick den ersten längeren Putt aus etwa sieben Metern zum Birdie gelocht hat. Danach waren wir beide wieder voll da und haben durch Birdies auf 15 und 16 den Sack zugemacht“, analysierte Jannik de Bruyn den Verlauf dieses Matches.
Nick Bachem war nach dem letzten Putt insgesamt zufrieden: „Ich habe vorher gewusst, dass es ein gutes Match werden würde. Wir hatten Bock auf einen guten Kampf und sind gut gestartet. Die Österreicher haben dann aber wirklich gut gespielt und wir waren nicht zwingend. Hinten heraus haben wir drei richtig gute Birdies gemacht. Jannik hatte mir gute Chancen gegeben, wir haben die Putts zusammen gut gelesen und ich habe drei sehr gute Putts in Folge gelocht. Dann war es vorbei.“

So lief Tag 1 Livescoring Matchplay

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