Bild Information: Fabelhaft: Matthias Schmid blieb zehn unter Par (Foto: DGV/stebl)

Klare Führung in Zählspielqualifikation

Team-EM Herren
 

Die Team-EM der Herren beginnt mit einem echten Paukenschlag. Das deutsche Team setzt sich in der Zählspielqualifikation mit riesigem Vorsprung an die Spitze des Feldes. Am Ende sind es mit nur drei Scores in der Wertung satte acht Schläge, die der Bundesadler vor Gastgeber Niederlande steht.

Hilversum/Niederlande – Dieses phantastische Ergebnis auf dem sehr anspruchsvollen Platz des Hilversumschen GC ist eine schöne Momentaufnahme, hat aber schon morgen kaum noch eine Bedeutung, denn ab jetzt heißt es: alles Matchplay!
Das Team um Bundestrainer Ulli Eckhardt hat in der Breite überzeugt und kann mit einer großen Portion Selbstvertrauen in die Matches in Flight A gehen. Den Vogel abgeschossen hat allerdings ganz klar Matthias Schmid. Der Europameister von 2019, der im Anschluss an diese Team-EM noch in Zürich die Chance bekommt, seinen Einzel-Titel zu verteidigen, legte auf dem 6.303 Meter langen Par-72-Course eine blitzsaubere Scorekarte vor und lieferte mit einer 62 (-10) den mit Abstand besten Score aller Athleten ab.
Für den Platzrekord auf diesem so traditionsreichen Platz reichte dies nicht ganz. Den hält ein anderer Deutscher: Tobias Dier hat 2002 die Dutch Open in Hilversum gewonnen und brachte dabei auf diesem Harry-Colt-Platz eine 60 in das noble Reetdach-Clubhaus.


Matthias Schmid startete stark und lag schon nach vier Bahnen drei unter Par. Mit einer Birdie-Serie auf den Bahnen sieben, acht und neuen schraubte der Athlet des GC Herzogenaurach den Zwischenstand auf sechs unter Par. Beeindruckend war dabei, dass der College-Student, der direkt nach der Runde eine Online-Vorlesung seiner Universität besuchte, immer einen Zauberschlag parat hatte, wenn er mal nicht ganz optimal lag.

Grande Finale

Passend dazu das Grande Finale, als der Bayer mit einem Zwischenstand von -8 auf das 18. Tee trat und dieses Par 5 im Stile eines ganz Großen meisterte. Mit 444 Metern ist die Bahn zwar nicht besonders lang, aber das Grün hat es in sich und die Fahnenposition war auch nicht gerade ein Geschenk. Dies alles ließ den 22-Jährigen nicht zaudern. Der zweite Schlag ging kerzengerade in Richtung Fahne und blieb 20 Zentimeter vor dem Loch liegen. Der Putt zum sicheren Eagle war nur noch Formsache.
Dass Matthias Schmid richtig tief schießen kann, hat er schon bei anderen Gelegenheiten bewiesen. Tiefster Score war eine 58 (!!!), gespielt auf dem Platz des Golf- und Landclub Schmidmühlen, auf dem der heutige Nationalspieler als kleiner Junge seine ersten Schläge gemacht hatte.
„Ich habe gute Drives geschlagen, gute Eisen gehauen und auch gut geputtet. Das ist eine gute Kombination und ich freue mich auf morgen“, fiel das Fazit des 193 Zentimeter großen Modellathleten sachlich, aber völlig korrekt aus.

Team stark

Selbst wenn Matthias Schmid einen nicht gar so außergewöhnlich tiefen Score nach Hause gebracht hätte, wäre der Bundesadler im Klassement ganz weit vorne gelandet, denn auch in der Breite waren die Scores des National Team Germany sehr gut. Marc Hammer kam mit nur einem Bogey von der Runde, hatte dabei aber auch vier Birdies notiert. Die 69 (-3) reichte für Platz vier in der Einzelwertung. Der Athlet, der bereits seine sechste Team-EM spielt, hatte bei diesem guten Score sogar noch richtig viel Luft nach oben, weil etliche Putts nicht fallen wollten. Für die jetzt anstehenden Matchplays macht die Leistung des Viernheimers viel Mut.


Nick Bachem lag nach vier Bahnen schon zwei unter Par. Der Marienburger fing sich auf Bahn elf einen Bogey, konterte aber sofort mit einem Birdie. Das Bogey auf Bahn 15 konnte der Sportsoldat nicht mehr ausgleichen, so dass am Ende eine sehr solide 71 (-1) stand, mit der der Rheinländer auf dem Leaderboard auf Platz 13 auftaucht.

Versöhnlicher Abschluss

Jannik de Bruyn tastet sich mit einer muskulären Verspannung vorsichtig in das Turnier. Nachdem Physiotherapeut Marc Hohmann seine heilenden Hände zur Wirkung gebracht hat, konnte der Aktivensprecher schon fast frei spielen, hatte aber einen herausfordernden Tag zu bewältigen.

Nach einem Birdie-Start und einem Double auf Bahn drei wollte lange kein Birdie mehr fallen. Dass der Spieler des GC Hösel aber bis zum letzten Schlag alles gibt, wird durch einen starken Eagle auf Bahn 18 deutlich. Der Drive war gut platziert und der Schlag ins Grün lag auf Fahnenhöhe rund fünf Meter vom Loch entfernt. Auf diesem schmalen und ondulierten Grün durchaus kein Selbstläufer, aber mit einem perfekten Putt lochte der Rheinländer und verbesserte sich damit auf nur noch „eins über“.

Der Sportsoldat hatte mit einem ganz besonderen Luxusproblem zu kämpfen: „Für mich war es heute unglücklich. Schon früh auf der Runde wusste ich, dass durch die großartige Runde von Matti und Marcs 69 wenig schief laufen konnte. Vom Gefühl her war es wie eine zweite Proberunde, auf der ich mir ein gutes Gefühl holen und meine Strategie noch einmal anpassen konnte, um die nächsten Tage voll da zu sein!“

Viertelfinale gegen Austria

Nach der überaus beeindruckenden Zählspielqualifikation wird alles wieder auf null gesetzt. In der ersten Runde Matchplay trifft Deutschland auf Österreich. Die Alpenländer waren früh mit allen Spielern im Clubhaus und hatten eine lange Zitterpartie zu überstehen, ehe der Einzug in Flight A endlich feststand. Die Nachbarn hatten nach Kartenstechen die Nase vor den Isländern und warten mit einer durchaus erfahrenen Truppe auf. Max Lechner und Niklas Regner haben international schon etliche gute Platzierungen eingefahren und Christoph Bleier hat 2018 bei der German Boys Open in St. Leon-Rot mit einer 62 einen Fabelplatzrekord gespielt.
Paul Kamml hat im Zählspiel zwar das Streichergebnis abgeliefert, zeigte aber mit einem Birdie-Eagle-Finish auch, dass er bis zum letzten Schlag kämpfen kann.

Tagesfazit

Bundestrainer Ulli Eckhardt war von der Performance seiner Jungs sehr angetan: „Das war heute vielleicht sogar etwas besser als wir es erwartet haben. Die Runde von Matthias Schmid vorneweg war natürlich großartig und hat viel Ruhe reingebracht. Selbst wenn die Runde von Matthias gestrichen worden wäre, hätten wir uns immer noch auf Platz zwei für Flight A qualifiziert, was auch eine tolle Leistung gewesen wäre. Die Gesamtleistung des Teams war phantastisch. Aber wir sind uns bewusst, dass es morgen wieder bei null losgeht. Die Österreicher sind unangenehme Gegner und es ist nur eine kurze Version des Matches, weil nur drei Punkte ausgespielt werden. Da kann wirklich alles passieren und wir müssen super konzentriert an die Aufgabe herangehen. Am besten machen wir gleich am Anfang Druck. Wir schauen auf uns und wollen die Österreicher morgen natürlich schlagen.“

Startzeiten

Um 9.00 Uhr geht am Donnerstag der Vierer des Viertelfinals raus. Jannik de Bruyn und Nick Bachem treffen auf Paul Kamml und Niklas Regner. Anschließend geht Matthias Schmid gegen Christoph Bleier raus und das letzte Match bestreitet ab 9.20 Uhr Marc Hammer gegen Max Lechner.

 

ENDSTAND ZÄHLSPIEL-QUALIFIKATION

RANG NAME     ZS-Quali.
1 National Team Germany GERMANY -14
         
1 Matthias Schmid GERMANY -10
T3 Marc Hammer GERMANY -3
T7 Nick Bachem GERMANY -1
T22 Jannik de Bruyn GERMANY +1
Ergebnis Zählspiel Livescoring Matchplay

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